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Kellerausbau

12.10.2010

In Deutschlands Altbaukellern schlummert ein riesiges ungenutztes Potenzial. Wer an die Altbausanierung geht, sollte auch dem Keller neues Leben einhauchen.

Keller vor dem Ausbau.<br />
Foto: Tom Philippi/HS Kellerumbau gehört zur energetischen Gesamtplanung

Keller können nicht nur kühle Lagerräume sein, sondern genauso zu Erholungsoasen mit Sauna- und Fitnessräumen, zur Bar oder Hobbythek bis hin zum Arbeits- oder Gästezimmer ausgebaut werden.

Dabei müssen die aktuelle Energieeinsparverordnung und weitere Vorschriften zur fachgerechten Altbausanierung beachtet und die Kellerräume in die Gesamtplanung des Gebäudes einbezogen werden.

Auch bei nur zeitweiliger Nutzung muss für eine vertikale oder horizontale Bauwerksabdichtung gesorgt werden, um die energetische Situation zu optimieren. Außenwände sind von außen oder von innen vertikal abzudichten, bewährt sind Bitumendickbeschichtungen. Ist die Bodenplatte undicht, muss eine Horizontalabdichtung vorgenommen werden.

Für alles gibt es eine Reihe ausgereifter Systeme. Der Austausch der Fenster und Türen oder auch die Schaffung eines separaten äußeren Kellerzugangs muss frühzeitig in die energetische Planung einbezogen werden.

Keller als stilvolles Refugium zum Lesen oder Musik hören ...<br />
Foto: Tom Philippi/HSWorauf kommt es an?

Ist der Keller abgedichtet und trocken, braucht er eine Wärmedämmung gegen das Erdreich - von außen und auf der Bodenplatte.

Kann nicht von außen gedämmt werden, so ist das von innen mit Calciumsilikatplatten oder anderen für die Innendämmung geeigneten Stoffen möglich. Dadurch erhöht sich die Behaglichkeit der Räume.

Ein Unterschreiten des Taupunktes – bei dem sich in der Luft enthaltene Feuchtigkeit als Tauwasser auf den Wänden niederschlägt und Schimmel bildet – wird vermieden.

Bauwerksabdichtung und Wärmedämmung bringen den Kellerbereich mit Bodenplatte in eine „thermische Hülle", die Heizverluste des gesamten Gebäudes gegen das unbeheizte Erdreich minimiert. Diese Maßnahmen wirken sich sowohl Energie als auch Kosten sparend auf die Gesamtbilanz aus.

... oder als Partyraum zum Aufdrehen und Abtanzen.<br />
Foto: Tom Philippi/HSWände richtig gestalten, Tageslicht hereinlassen

Wie Wandoberflächen gestaltet werden können, hängt von den Abdichtungs- und Dämmarbeiten ab.

Passierte das draußen, können trockene Wände mit einfachem Kalkzement, bei leichter Restfeuchte mit einem offenporigen Sanierputz verputzt werden.

Neben Tapeten, Farb- und Kratzputzanstrichen oder Fliesen stehen Wandverkleidungen aus Profilholzpaneelen ganz oben auf der Wunschliste. Dabei ist für eine umlaufende Hinterlüftung zu sorgen, um das Holz vor Feuchteschäden zu schützen.

Mit zunehmender Dämmung der Gebäudehülle sinkt die Rate der Luftzirkulation im Gebäude. Deshalb muss für ausreichende Belüftung gesorgt werden, um entstehende Luftfeuchtigkeit abzuführen. Das kann automatisch durch eine eingebaute Lüftungsanlage oder durch regelmäßiges manuelles Lüften erfolgen.

Ein weiteres Kriterium ist die Beleuchtung der Kellerräume. Soweit wie möglich sollte Tageslicht einströmen können. Es bietet sich an alte, nicht mehr luftdichte Fenster auszutauschen. Die Entscheidung, Fenster und Türen zu verändern, kann in die Gartengestaltung einfließen – zum Beispiel in die Montage von Kellerlichtschächten.

Heizungs- und Lüftungstechnik auf neue Nutzung ausrichten

Sie sollten bei Sanierung einer Immobilie mit Kellerausbau die vorhandene Heizungstechnik gleich den aktuellen energetischen Voraussetzungen anpassen. Schieben Sie das auf die lange Bank, werden sämtliche Maßnahmen der Bauwerksabdichtung und Wärmedämmung in ihrer Wirkung gemindert.

Eine Analyse der bestehenden Heiztechnik lohnt. Nach EnEV 2002 sind die vor dem 1.10.1978 installierten Heizungskessel durch Gas-Brennwertthermen oder verbesserte Brennwertkessel auszutauschen, die höhere Wirkungsgrade erzielen und die Umwelt geringer mit Schadstoffen belasten.

Für die Planung der neuen Heizungs- und Lüftungstechnik ist die zukünftige Nutzung entscheidend. Der Fachplaner oder Energieberater prüft, ob die vorhandenen Haus-anschlüsse noch normgerecht sind, ob Elektroanschlüsse, auch für Telefon, Internet oder Fernsehen problemlos zu installieren sind.

Wird eine Fußboden- oder kombinierte Fußboden-Wandheizung favorisiert oder der Einbau einer Sauna mit Solarium gewünscht, wirkt sich das auf die Bestimmung des Heizenergiebedarfs aus. Davon werden Varianten möglicher Heizungs- und Lüftungstechnik abgeleitet, die in der Regel zu geringeren Betriebskosten führen.

Tipp von Dipl.-Ing. Reiner Uelze, Bauherrenberater:

Keller haben ihr Schattendasein nicht verdient! Diese vernachlässigten Räume können bei anstehenden Sanierungsarbeiten dem Lebenszyklus der Bewohner angepasst werden und den Wert der Immobilie steigern.

Damit sich die mit der Umgestaltung verbundenen Erwartungen auch tatsächlich erfüllen, ist die Planung und Bauausführung durch zertifizierte Fachplaner und Energieberater zu empfehlen. Diese stehen darüber hinaus beratend zu aktuellen und regionalen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zur Seite. Willkommen im Keller! darf dann als Einladung zur Behaglichkeit gelten.

Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.

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