Neues Dach fürs Haus

Jede Dacheindeckung setzt eigene optische Akzente. www.nelskamp.deFür die Dacheindeckung ist die Auswahl an möglichen Materialien groß, wobei jedes Material seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Abgestimmt auf die Form des Daches, wird nicht jede Eindeckung für jeden Baustil zum Einsatz kommen.

Dachziegel werden aus Lehm, Wasser und Ton in unterschiedlichen Formen bis heute gefertigt. Sie gehören zu den beliebtesten Baumaterialien und kommen sowohl beim Neubau als auch bei einer Dachsanierung zum Einsatz. Ob Hohlpfanne oder Biberschwanz – die Wahl der richtigen Dachziegel hängt nicht nur von der Optik ab. Jede Form und jeder Ziegel hat seine eigenen Eigenschaften und Vorzüge. 

Die Herstellung von Betondachsteinen erfolgt aus einer Mischung von Wasser, Zement und Sand. Beigefügte Pigmente sorgen für die Farbgebung der Betonsteine. Somit entsteht eine enorm große Farbpalette, die sich an nahezu jeden Geschmack der Hausbesitzer anpasst. Die Dachsteine gelten trotz des einfachen Herstellungsprozesses mit relativ geringem Energieaufwand als extrem robust und bruchsicher. Sie bieten inzwischen eine enorme Langlebigkeit und lassen sich einfach recyceln.

Dachziegel, Dachsteine, Schiefer und Metalle schützen das Eigenheim vor Witterungseinflüssen.

Schiefer gehört zu den ältesten Baustoffen und bietet dem Hausbesitzer die meisten individuellen Verarbeitungsmöglichkeiten. Als Sedimentgestein wird der dunkle Tonschiefer am häufigsten verwendet. Er besitzt eine sehr hohe Witterungsbeständigkeit und schützt Fassade und Dach. Früher galt das Material als sehr teuer, wobei heute moderne Produktionsmöglichkeiten den Schiefer zu einer echten Alternative zu Dachziegeln oder Dachsteinen werden lassen. Je nach Deckart hält der Schiefer über 100 Jahre und länger.

Der Titanzink gehört als Werkstoff zu den Metalldächern und überzeugt mit leichter Verarbeitung. Es ist ein modernes Baumetall, das durch seine besonderen Materialeigenschaften immer häufiger zur Verwendung kommt. Es handelt sich um eine Legierung, die zum größten Teil aus Zink und zu einem kleinen Teil aus Kupfer und 
Titan besteht.

Durch die industrielle Fertigung entstehen unterschiedliche Bleche, Bahnen und Formen, die sich bei der Dachdeckung sehr einfach verarbeiten lassen. Gleichzeitig erreicht Zink eine hohe Wetterbeständigkeit und ist nahezu wartungsfrei.

Reet-Dächer sind vor allem in Nordeutschland und in Küstennähe zu finden.Reet-Dächer bieten eine hervorragende Dämmung, sind dicht und sturmsicher, leicht und bei einfacher Pflege dauerhaft haltbar. Wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber Feuer und Funkenflug sind sie genehmigungspflichtig und unterliegen zudem besonderen Brandschutz- und Versicherungsbedingungen. Die Eindeckungsarten werden in genähte und gebundene Deckungen unterschieden. Vor allem in Norddeutschland und in Küstennähe gibt es noch qualifizierte Handwerker.

Jeder Weg zum neuen Dach ist gepflastert mit einzelnen Arbeitsschritten, die sich in den Gesamtkosten sehr unterschiedlich auswirken. Denn die benötigten Arbeitsstunden verteilen sich beim Dachdecken auf die einzelnen Schritte sehr ungleich.

Beispiel: Ein normales Hausdach mit einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern kann innerhalb weniger Stunden gedeckt sein. Im Gegensatz dazu sind Schönheitsarbeiten aufwendig, wie auch der Zuschnitt der Materialien bei verwinkelten Konstruktionen.

Handelt es sich um eine Dachsanierung, so muss das alte Dach vorher komplett abgedeckt werden. Danach erfolgen die Unterkonstruktion sowie der Transport der Materialien auf Dachhöhe. Damit das Dach einen wichtigen Beitrag zur Energiebilanz des Hauses beiträgt, spielt die gewählte Dämmung eine wichtige Rolle.

Tipp: Geschickte Bauherren sparen sich einen gewissen Prozentsatz der Kosten, da sie beim Entfernen der alten Eindeckung die Handwerker unterstützen können – nur unter Anleitung eines Fachmanns!

Ein komplett gedecktes Dach besteht nicht nur aus den einzelnen Ziegeln oder Platten. Hier gibt es deutlich mehr Zubehör, das in die Kalkulation mit einbezogen werden muss. Diese Arbeitsschritte sind fürs neue Dach immer nötig: Aufbau der Unterkonstruktion, Holzverschalung und Traglattung, Anschluss von Regenrinnen und der Dachentwässerung, Eindecken mit den vorgesehenen Materialien, letzte Schönheitsarbeiten (First verputzen, Schornstein einbinden).

Weitere Infos zum Thema Dach finden Sie in der Zeitschrift Althaus modernisieren 10/11-2014 »»

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