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Feuchter Schimmelkeller! Und jetzt?

27.01.2017

Schimmel im Keller. Foto: pixabay.com

Schimmel in Kellerwänden kommt leider sehr oft vor. Die Ursachen: undichtes Bauwerk oder eine schwache Luftzirkulation. Bildquelle: pixabay.com ©PublicDomainsPictures (CC0 1.0).

Feuchte Keller sind ein Alarmsignal

Ganz einfach: Ursache und Wirkung – wo Feuchtigkeit ist, lässt der Schimmel nicht länger auf sich warten. Durch feuchte Wände steigt die Luftfeuchtigkeit, dann folgt meist ein modriger Geruch, und als nächstes sprießt der Schimmel. Und Schimmel ist auf Dauer gar nicht gut: das Umweltbundesamt hebt hervor, dass eine Gesundheitsgefährdung davon abhinge, wie groß der Schimmelbefall sei und wie lange man ihm ausgesetzt gewesen war. Nicht jeder Schimmel ist per se gesundheitsschädlich, aber für ältere Menschen, Asthmatiker und Allergiker besonders problematisch.

Schimmelpilz. Foto: fotolia.com

Nicht jeder Schimmelpilz ist gefährlich. In erster Linie sind Asthmatiker, Allergiker und ältere Menschen gefährdet. Bildquelle: fotolia.com ©by-studio (CC0 1.0).

Bücher, Utensilien in Pappkartons oder Kleidung sollten – wenn der Schimmel schon da ist –dann auf jeden Fall nicht mehr im Keller gelagert werden, denn der Schimmel kann sich von der Wand über die genannten Gegenstände noch mehr verbreiten und sogar durch neue chemische Reaktionen mutieren und gefährlicher werden.

Ergo, erst mal den Keller ausräumen oder dafür sorgen, dass möglichst keine Gegenstände direkt auf dem Boden und nah an den Kellerwände stehen. Ganz wichtig dabei: die schon vom Schimmel befallenen Sachen umgehend aus dem Raum entsorgen.

Ursachen für Feuchtigkeit und Gegenmaßnahmen

Dann folgt der nächste Schritt – die Diagnose. Grundsätzlich gibt es für Feuchtigkeit im Keller zwei Ursachen. Erklärung Nummer eins – undichtes und kaltes Bauwerk. Die Baustoffe des Bauwerks ziehen in diesem Fall Feuchtigkeit aus dem umgebenden Erdreich. Das heißt, wenn keine vertikale und horizontale Abdichtung beim Fundament des Hauses vorhanden ist, bleiben die Kellerwände nicht trocken. Das ist zumeist die ungünstige, teure Variante, denn das Bauwerk muss kurz- oder langfristig mit teilweise erheblichem Aufwand abgedichtet werden. Eine günstigere Möglichkeit als Gegenmaßnahme: Modifikationen durch spezielle Innenabdichtungen und Abdichtungsanlagen.

Außerdem: auch Fenster, Türen und Klappen auf Nässe prüfen und abdichten. Des Weiteren: ebenso auf Risse in Boden und Wände achten und verschließen.

feuchter Keller. Foto: pixabay.com

Oftmals sind  baubedingte Ursachen für feuchte Keller verantwortlich. Am meisten betroffen sind alte Häuser, denn früher wurden aufsteigende Wände nicht korrekt abgedichtet. Bildquelle: pixabay.com ©fradellafra (CC0 1.0).

Die zweite Erklärung: die Feuchtigkeit wird durch feuchte warme Luft verursacht, die an den kühlen Wänden kondensiert, da in Kellerräumen oftmals wegen dem Fehlen von Fenstern keine optimale Luftzirkulation vorherrscht. Die Gegenmaßnahmen: Zunächst, die Luft im Keller zirkulieren lassen. Wie? Entweder die Verbindungstüren offen stehen lassen oder  Ventilatoren aufstellen.

Vorsicht: Was man auf keinen Fall machen sollte: der Keller darf auf gar keinen Fall bei hohen Außentemperaturen gelüftet werden, sonst wird das Problem noch verstärkt. Beim Lüften sollte die Außenluft kälter sein als die Temperatur im Kellerraum. Deshalb sind feuchte Keller oftmals ein Sommerproblem.

Die Ursache: Taupunktunterschreitungen. Wenn der Keller unbeheizt ist, kann die warme und feuchte Außenluft, die durch das Lüften eindringt, an kalten Wänden zu Tauwasserbildung führen. Eine Präventiv-Maßnahme: regelmäßiges Heizen, auch im Sommer.
Kommt ein automatisches Lüftungssystem im Keller zum Einsatz, muss darauf geachtet werden, dass es auch die aktuelle Feuchtigkeit und Temperatur korrekt misst und tatsächlich nur zu den Zeiten lüftet, in denen der sogenannte Taupunkt nicht unterschritten wird  – deshalb sollte ein Zeitschalt-Uhr integriert sein. Die Folge: Die Feuchtigkeit setzt sich nicht mehr ab.

Und außerdem:  die Luft ist so zu behandeln, dass sie Feuchtigkeit verliert und abbaut. Wie gelingt das? Durch das Aufstellen eines Luftentfeuchters, der das Kondenswasser sammelt. Achtung: Der Wasser-Auffang-Behälter des Entfeuchters ist in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, da sich dort schnell mehrere Liter Wasser ansammeln können.  

Und weiter?

Wenn die Schimmelpilze schon da sind, folgt nun die „Cleaning-Phase“, die parallel zu den oben genannten Schritten verlaufen sollte. Zur Schimmel-Entfernung eignen sich entweder die Hausmittel Isopropylalkohol, Wasserstoffperoxid und Brennspiritus, aber auch handelsübliche Anti-Schimmel-Entferner – wie biozidhaltige Sprays.

Egal für welches Mittel man sich entscheidet, ganz wichtig bleibt es weiterhin, die Luftzirkulation – also das Lüften – zu gewährleisten.  Achtung: die Schutzkleidung – Vinyl-Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz und Schutzanzug - nicht vergessen.
Anschließend steht eine akribische Reinigung an. Der Keller sollte mit Staubsauger und Wischmop gereinigt werden, um alle restlichen abgetöteten Schimmel-Sporen zu entfernen.

Dann folgen die langfristigen Sanierungsmaßnahmen: Boden, Wand und Decke sind zu sanieren. Die einfachste Methode: Wärmedämmung mit Dämmplatten.

Die komplexeren Methoden: das Problem von außen lösen, indem der Sperrbeton nachgerüstet wird, oder Drainagen neu saniert oder neu angelegt werden, oder aber auch Bitumabdichtungen nachgerüstet werden.
Das A und O der nachhaltigen Prävention ist es demnach,  langlebige Abdichtungssysteme und eine zuverlässige Wärmedämmung für den Keller am Start zu haben.

Falls man das Problem nicht als Eigenheimbesitzer, sondern als Mieter hat, sollte man den Mietvertag noch mal checken. Nach Darstellung des Mieterbundes gehören Fragen nach der Verantwortlichkeit bei Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilz zu den häufigsten Streitthemen in Mietverhältnissen. Grundsätzlich sei es aber Sache des Vermieters.

Die wichtigsten Steps der To-do-List

  • Als Mieter Rücksprache mit dem Vermieter halten
  • Keller ausräumen
  • Vom Schimmel befallene Gegenstände entsorgen
  • Erste Diagnose erstellen: Ist undichtes Bauwerk oder die schwache Luftzirkulation Schuld?
  • Fenster, Türen und Klappen prüfen und abdichten.
  • Ebenso auf Risse in Boden und Wände achten
  • Die Luftzirkulation stimulieren
  • Einen elektrischen Luftentfeuchter aufstellen
  • Schutzkleidung anziehen, bevor toxische Anti-Schimmel-Mittel zum Einsatz kommen
  • Den Schimmel mit Anti-Schimmel entfernen.
  • Die Luftzirkulation erneut stimulieren
  • Akribische Reinigung des Kellers
  • Langfristige Präventionsmaßnahmen ergreifen durch Abdichtungssysteme und Wärmedämmung
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