10 elastische Bodenbeläge

Die Meister Design-Varianten life und pro bestehen bis hin zur Trägerplatte aus PVC-freiem Kunststoff. Beide sind wasserfest. Life wird geklickt und ist als 130-cm-Kurzdiele und Großfliese erhältlich, pro – nur als Diele – ist extradünn und wird vollflächig verklebt. Die 18 Dekore umfassen klassische Eiche-Nachbildungen ebenso wie trendige Vintage-Oberflächen. Foto: Meisterwerke

Elastische Bodenbeläge werden in immer unterschiedlicheren Erscheinungsformen angeboten. Das betrifft die Materialien, den Produktaufbau, die Formatvarianten wie auch die Verlegeweisen.

Mit der Zunahme an unterschiedlichen Lösungen für die Bodenbeläge wird der Markt immer unübersichtlicher. Ein klassischer elastischer Bodenbelag ist beispielsweise Linoleum. Auch dieses Produkt besteht aus einer Vielzahl von Ausgangsstoffen. Leinöl, Harze, Trockenstoffe, Holz- und Korkmehl, Kalksteinpulver, Weiß- und Buntpigmente sowie Jutegewebe sind die Rohstoffe für Linoleum. Am Ende eines ausgeklügelten Produktionsprozesses steht der klassische Bodenbelag, der durch Intarsien oder Friese individuell gestaltet werden kann. Bei den Bodenbelägen im privaten Bereich spielt Linoleum allerdings kaum mehr eine Rolle, allenfalls als Produkt Linoleum-Fertigparkett. Fast schon immer waren PVC-Böden ein günstigeres Konkurrenzprodukt, oft sogar mit Vorteilen in der Materialeigenschaft.

Neben den althergebrachten PVC-Böden gibt es bereits lange auch sogenannte CV-Beläge. Cushioned Vinyls sind geschäumte PVC-Produkte, meist mit strukturierter Oberfläche und „weichem“ Gehkomfort. Ein besonderes Produkt ist weiterhin der Kautschukbodenbelag. Allerdings sind diese Bodenbeläge heute kaum mehr aus Natur-, sondern aus Synthesekautschuk. Beliebt sind Korkböden – als Korkparkett (massive oder furnierte Fliesen) oder Korkfertigparkett (Kork auf Trägermaterial im Dielen- oder Fliesenformat). Allerdings weniger mit der natürlichen Kork­optik, sondern mehrheitlich bedruckt mit einer Dessinierung in Holz-, Naturstein, Fliesen- Fantasie- oder Betonoptik. 

Moderne Drucktechnik hat dazu geführt, dass man einem Boden kaum mehr ansehen kann, was sich unter der sichtbaren Oberfläche befindet. Dazu kommt das Problem, dass die Hersteller nicht nur permanent neue Materialzusammensetzungen und -aufbauten entwickeln. Sie erfinden ständig neue, teils nicht gerade aufschlussreiche Bezeichnungen für ihre Produkte. So handelt es sich bei den sogenannten Designbelägen meist einfach um mehrschichtige (Multylayer) PVC-Böden, bei LVT-Böden (Luxury Vinyl Tiles) um hochwertige Bodenfliesen aus PVC. Es werden inzwischen sogar „Vinylböden ohne Vinyl“ beworben!

Wer also wissen will, was er sich wirklich mit einem Boden ins Haus holt, sollte sich intensiv im Fachhandel erkundigen und neben den bunten Broschüren auch die technischen Merkblätter durchlesen.

(aus der Zeitschrift: Bauen & Renovieren 9-10/18)

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