renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren
Newsletter

Smarthome Grundlagen

14.04.2016

Hand aufs Herz: Leben Sie ohne Smartphone, Tabletcomputer oder Notebook? Eben! Diese Geräte sind allgegenwärtig und multifunktional geworden. Ein Handy dient nur noch am Rande zum Telefonieren. Es wird zum Surfen genutzt, als Musik- und Videoplayer oder zum Verwalten des Terminkalenders. Wenn ein Leben ohne Handy kaum mehr vorstellbar ist, warum sollte man damit nicht auch Funktionen im eigenen Haus steuern? Zum Beispiel die Heizung absenken oder die Rollläden herunterfahren.

Die Alarmanlage „Secvest“ bietet neben elektronischem und mechanischem Einbruchschutz, Videoverifikation und App-Steuerung. (Abus)

Was noch vor kurzem als Hobby für Technikfreaks verspottet wurde, gewinnt immer mehr Anhänger. Gerade mit der Verbreitung der Smartphones und ihren Apps ist in den letzten drei Jahren das Interesse an Smarthome stetig gewachsen.

Die Vorteile eines intelligenten Steuerungssystems liegen auf der Hand. Durch die Analyse der Nutzung des Hauses können die einzelnen Funktionen aufeinander abgestimmt werden und somit der optimale Energieverbrauch erreicht werden. Weitere wichtige Punkte sind Komfort und Sicherheit. So nennen denn auch einer Forsa-Umfrage zufolge, die von der Deutschen Energieagentur (dena) in Auftrag gegeben wurde,  als Anschaffungsgrund die Befragten am häufigsten die effizientere Nutzung und damit das Einsparen von Energie und Kosten. Ein weiterer wichtiger Grund ist der Komfort im Alltag.

Auch interessant: Was bringt ein smartes Heizgerät? >>

Gegen ein Plus an Komfort ist nichts einzuwenden, und gegen Energiesparen und mehr Sicherheit (vor Einbrechern, Feuer- und Wasserschäden) schon gleich gar nicht.

Intelligente Technik ist kein Selbstzweck

Die intelligente Technik ist also kein Selbstzweck, sondern soll dem Anwender ganz konkreten Nutzen bringen. Konkret heißt das: Ein Smarthome ist dann smart, wenn es seinen Bewohnern die Alltagsroutinen abnimmt. Und ein ausgereiftes System kann dem Hausbesitzer eine Menge abnehmen.

Allerdings verunsichert die Vielzahl der auf dem Markt gehandelten Systeme viele Bauherren. Und die Kosten? Die werden von vielen Interessenten noch als ein Hauptgrund gesehen, von der Installation eines intelligenten Steuerungssystems Abstand zu nehmen. Der Umfrage zufolge sprechen gegen den Kauf in den Augen der Verbraucher insbesondere die Anschaffungskosten (26 Prozent), danach folgen mangelnder Bedarf an (neuen) Geräten generell (13 Prozent) sowie der Wunsch, unabhängig zu bleiben und weiterhin selbst aktiv Energie zu sparen (13 Prozent). Erst dahinter folgen Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit (9 Prozent).

Wird dank intelligenter Technik ein Stromüberschuss erzeugt, lässt sich dieser umweltschonend nutzen. (Weberhaus)

Der Haustechnikexpert Clemens Brachtendorf, Geschäftsführer eines Unternehmens für Gebäudesystemtechnik in Düsseldorf, argumentiert in Bezug auf die angeblich hohen Kosten: „Hierbei wird nicht berücksichtigt, dass durch die wesentlich erweiterte Funktionsvielfalt und das Zusammenspiel aller Verbraucher Möglichkeiten entstehen, die in einem konventionellen System nicht oder nur durch wesentlich höhere Kosten möglich wären.“

Komfort ist nicht gleich Bequemlichkeit

Außerdem müssten „die Erweiterungsmöglichkeiten und Anpassungsfähigkeit des Systems“ bedacht werden. Zudem seien fast alle Systeme modular aufgebaut, so dass Hausbesitzer die Möglichkeit haben, nach der Grundinstallation mit der Zeit weitere Funktionen nachzurüsten und so die Kosten auf einen längeren Zeitraum zu verteilen.

Der Komfortaspekt wird gemeinhin mit Bequemlichkeit gleichgesetzt und deshalb etwas unterschätzt. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass eine leicht handhabbare Haustechnik kranke, behinderte und ältere Menschen in die Lage versetzen kann, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit allen psychischen, familiären und volkswirtschaftlichen Vorteilen.

Auch außer Haus haben Hausbesitzer jetzt die volle Kontrolle über ihre Alarmanlage: Ob Anlage aktivieren oder das Licht an- und ausschalten – die Alarmanlagen-App „BuildSec“ macht´s möglich. Einzige Voraussetzung ist – neben der installierten Anlage – ein internetfähiges Smartphone oder Smartpad. (Telenot)

Die Eurokrise und extrem niedrige Zinsen haben zu einem Run auf Immobilien geführt – in der Hoffnung dass das „Betongold“ seinen Wert behält oder sogar steigert.

Dies wird aber nur der Fall sein, wenn die Immobilie über eine entsprechende Ausstattung verfügt. Und dazu gehört heute eine intelligente Haussteuerung. Das haben auch Bauträger erkannt – sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern als auch beim Geschosswohnungsbau. Michael Krödel, Professor an der Hochschule Rosenheim und Spezialist für Gebäudeautomation und Datenverarbeitung, ist vom Siegeszug intelligenter Haussteuerung überzeugt. „Heute können wir uns ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Morgen gilt das auch für die Automatisierung in Räumen und Gebäuden.“

Smarthome-Messe „Das intelligente Haus” >>