Was ein Smarthome ausmacht: mehr Komfort, höhere Sicherheit

Was ein Smarthome ausmacht: mehr Komfort, höhere Sicherheit
Foto: Siegenia

Was ist eigentlich ein intelligentes Haus und bringt es mehr Komfort und Sicherheit – oder stellt sogar eher ein Sicherheits-Risiko dar? Wir erklären, welche Anwendungen tatsächlich den Unterschied machen zwischen einem Haus mit herkömmlicher Technik und einem echten Smarthome und wie das Ganze möglichst sicher wird.

Vom internetfähigen Fernseher, der fernregulierbaren Heizung oder der Sicherheitskamera mit Zugriff via Smartphone: Das Interesse an intelligenten Produkten für ein smartes Zuhause wächst kontinuierlich. Gleichzeitig steigt die Sensibilität gegenüber Sicherheitsrisiken bei vernetzten Geräten. Gemäß einer Bitkom-Umfrage finden 89 Prozent der Befragten einen vom Hersteller garantierten Schutz der smarten Geräte vor Hacker-Angriffen wichtig.

So verspricht ein Smarthome zwar klar mehr Komfort und auch Sicherheit fürs Zuhause, etwa durch mögliche Anwesenheits-Simulationen, birgt aber auch Risiken hinsichtlich der Datensicherheit.

Grundsätzlich muss ein Smarthome nicht mit dem Internet verbunden sein, wenn kein Zugriff von außen per Smartphone gewünscht ist – das ist immer noch die sicherste Variante. Am besten wird ein System komplett aus einer Hand von einem Smarthome-Experten zusammengestellt und installiert. 

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Aber was verwandelt eigentlich ein lebloses Objekt wie ein Haus in ein intelligentes Zuhause? Dabei geht es nicht in erster Linie um Technik. Nicht die Vernetzung von möglichst vielen Geräten allein macht ein Haus schlau. Erst die optimale Kombination und Automatisierung verschiedener Funktionen bringt einen erhöhten IQ in die eigenen vier Wände.

Deshalb geht es hier weniger darum, welches System das Haus steuert, sondern welche Erleichterungen die Technik im Alltag bringt und wie gut diese auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt sind. Während junge Paare vielleicht in jedem Raum einfach die Playlist aus iTunes abspielen können möchten, legen Familien mit Kindern oder ältere Menschen eher Wert auf eine komfortable Rollladenbedienung oder den Panik-Schalter neben dem Bett.

Grundlegende Funktionen im smarten Zuhause

Zur Basisausstattung eines smarten Neubaus gehören in der Regel eine zentral schalt- und steuerbare Beleuchtung sowie motorische, ebenfalls zentral betriebene Rollläden oder Jalousien. Wer Dachflächenfenster hat, der öffnet und schließt auch diese meist motorisch über eine zentrale Steuerung.

In einer für Smarthome vorbereiteten Installation lassen sich all diese Komponenten der Haustechnik per Bus-System oder Funk zentral über jeden beliebigen Taster im Haus schalten. Man kann also einzelne oder zusammenhängende Verbraucher den verschiedenen „Schaltstellen“ an der Wand frei zuordnen und diese Zuordnung bei Bedarf auch wieder ändern.

So lässt sich etwa neben dem Bett ein Taster programmieren, der beim Schlafengehen alle Jalousien im Haus herab und nach dem Aufwachen auf Knopfdruck wieder hochfährt. Für solche Komfortfunktionen ist in vielen Smarthome-Installationen, etwa mit KNX-Bustechnik oder dem Enocean-Funkstandard, nicht einmal ein spezieller Heimserver notwendig.

Automatische Szenen mit Heimserver steuern

Ein solcher Server ergänzt die zentrale Kontrolle von Leuchten, Rollos und weiteren Geräten um Automatisierungen. Basisleuchten im Haus sollen bei Sonnenuntergang angehen, Rollos im Sommer tagsüber geschlossen und die Heizung bei Abwesenheit herabgesenkt werden? All das wird im Smarthome-Server programmiert und bei Bedarf auch verändert – der erste Schritt zu einer wirklich smarten Heimsteuerung. Neben Komfortaspekten gehören Sicherheitsfunktionen zu den häufigsten Anwendungen. Ein Smarthome-System ersetzt zwar keine klassische Alarmanlage, bietet aber einige Funktionen, um ungebetene Gäste wirkungsvoll abzuschrecken. 

Dazu zählt etwa die Betriebsart „Abwesend“. Ist sie im Heimserver aktiviert, dann rüstet sich das Smarthome gegen potenzielle Eindringlinge. Der Server kann dann beispielsweise einen virtuellen Bewohner aktivieren, indem er bei Dunkelheit die Lichter in verschiedenen Räumen immer mal wieder ein- und ausschaltet.  

Fensterkontakte, die sonst eher während des Lüftens die Heizung herunterregeln, warnen die Bewohner beim Verlassen des Hauses, falls noch ein Fenster offen steht. Und sie verwandeln sich danach in Alarmsensoren. Wird jetzt ein Fenster geöffnet, schickt der Server auf Wunsch beispielsweise eine SMS an die abwesenden Bewohner oder ein abschreckender Alarmton wird aktiviert. 

Bewegungssensoren dienen im Normalbetrieb dazu, das Licht im dunklen Flur oder am Hintereingang zum Haus einzuschalten, sobald sich dort jemand aufhält. Auch sie helfen bei der Alarmierung – idealerweise zusammen mit einer Netzwerk-Kamera, die mögliche Eindringlinge gleich live aufnimmt. Vorteil: Der Nutzer bekommt nicht nur einen Alarm auf sein Smartphone geschickt. Er sieht auch dazu, ob tatsächlich ein Einbruch droht oder nur die Katze aus der Nachbarschaft ums Haus streunt.

Mehr Spaß und Stimmung im vernetzten Zuhause

Wer ein neues Haus mit Smarthome-Ausrüstung plant, der sollte durchaus daran denken, ein Multiroom-Musiksystem zu integrieren. Das spielt überall im Haus die Musik ab, die man gerade hören möchte – egal ob vom CD-Player im Wohnzimmer, aus dem Smartphone-Speicher oder von Streaming-Musikdiensten wie Spotify. Werden auch TV-Bildschirme ins System eingebunden, kann der Nachwuchs den angefangenen Film auf jedem anderen Fernseher im Haus weiterschauen, wenn die Eltern sich im Wohnzimmer unterhalten möchten.

Doch die Anlage kann noch mehr: Ist sie mit dem Smarthome-System verbunden, dann kann sie sich automatisch leiser schalten, wenn jemand an der Tür klingelt. Einige Systeme geben sogar Warn- und Statusmeldungen über eine mit dem Smarthome-Server verbundene Musikanlage wieder und verbinden so Heimsteuerung und Entertainment.

Schlaue Hausgeräte helfen Energie zu sparen

Auch Kaffeemaschinen, Backöfen und sogar Armaturen lassen sich vernetzt steuern – teilweise via Amazon Alexa sogar per Sprachsteuerung. Die Anbindung an Smarthome-Systeme steckt aber noch in den Kinderschuhen. Für vernetzte Geschirrspüler, Trockner und Waschautomaten gibt es eine sinnvolle Integration ins vernetzte Haus mit Solardach: Sie lassen sich über die „Smart Start“- Funktion dann automatisch starten, wenn die PV-Anlage überschüssigen Strom produziert. Somit erleichtert das Smarthome nicht nur das Energiesparen, sondern auch die sinnvolle Nutzung selbst erzeugten Solarstroms. (Text: Reinhard Otter)

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