Barrierefreies Badezimmer

Wer sein Badezimmer renoviert, sollte es auch bereits in noch jüngeren Jahren nach Möglichkeit so planen, dass es unbeengt ist, frei von Stolperfallen und düsteren Ecken. Denn die Freude am Komfortablen kommt ja schließlich nicht erst im hohen Alter!

Schritt 1 – Entkernen

Die Sanitärobjekte werden entfernt, die Duschwand und der Wannenunterbau abgeschlagen.

Schritt 2 – Fliesen entfernen

Anschließend werden der Boden und die Wände von den Fliesen befreit.

Schritt 3 – Vertiefung verwenden

Die schon vorhandene Vertiefung in der Wand musste für das neue Montageelement mit …

Schritt 4 – Spülkasten vergrößern

… Unterputzspül­kas­ten noch etwas vergrößert werden.

Schritt 5 – Leitungen erneuern

Sämtliche durch das Badezimmer führenden Leitungen werden erneuert.

Schritt 6 – Leitungen für die Dusch­armatur

Die Leitungen für die Dusch­armatur sind jetzt an der anderen Wand der Ecke.

Schritt 7 – Rohboden, Dämmstreifen

Auf dem Rohboden wird eine Folie ausgelegt, zu den Wänden hin Dämmstreifen eingebaut.

Schritt 8 – Wand verspachteln

Die ziemlich ramponierte Wand wird verfüllt und mit Rohbauspachtel egalisiert.

Schritt 9 – Armierungsgittermatten

Die Folie wird mit Armierungsgittermatten belegt, darauf wird ein neuer Estrich aufgebracht.

Schritt 10 – Verlegung der Fliesen

Die ersten der 30 mal 60 cm großen Fliesen werden an die Wand geklebt.

Schritt 11 – Duschbank aufmauern

Die Duschbank wird aufgemauert und der gesamte Spritzwasserbereich abgedichtet.

Schritt 12 – Edelstahl-Kantenprofile

An allen verfliesten Außenecken kommen hochwertige Edelstahl-Kantenprofile zum Einsatz.

Schritt 13 – Die Duschwand

Die Duschwand wird mit einem „Wasserfall“ aus anthrazitfarbenen Kleinfliesen gestaltet.

Schritt 14 – Platz für Trennwände

Die Bereiche für die kleinen Trennwände bleiben an Wand und Boden ausgespart.

Schritt 15 – Elektrofußbodenheizung

 Die Heizmatten der Elektrofußbodenheizung werden auf dem Boden ausgelegt.

Schritt 16 – Trennwände verfliesen

Die Trennwände werden aufgemauert und verfliest. Sie teilen den Raum und dienen auch als Stützen. 

Schritt 17 – Heizmatten einarbeiten

Die Dünnbettheizmatten werden beim Verliesen des Bodens in die Kleberschicht eingearbeitet.

Schritt 18 – Kleinformatige Fliesen, ideal

Kleinformatige Fliesen sind ideal zum Auslegen des Gefällebodens der Dusche. Sie …

Schritt 19 – Gleicher Mörtel

… werden mit dem gleichen Mörtel ausgefugt wie die 60 mal 60 cm großen Bodenfliesen.

Schritt 20 – Hänge-WC anbringen

Das Hänge-WC wird an die Unterkonstruktion geschraubt , die Drückerplatte montiert.

Schritt 21 – Waschtisch + Armatur

Dann sind der 57 cm breite Waschtisch und die wandhängenden Schränke an der Reihe.

Schritt 22 – Heizkörper anbringen

Der weiße Planheizkörper wird unter dem jetzt weiß lackierten Fenster angeschlossen.

Schritt 23 – Tür grundiert

Die braune Holztür wird weiß grundiert und dann endlackiert.

Schritt 24 – Trennschreibe anbringen

Schließlich wird die Festteilscheibe für die Duschabtrennung angeliefert und montiert.

Weitere Informationen

Sicher – zu Neubauzeiten galt dieses Badezimmer als absolut schick: Fliesen mit farblich angepassten Fugen, das Gelb der Sanitärobjekte, ein großer Spiegelschrank aus Plastik, Badewanne und 
Dusche zugleich und letztere sogar mit einer Schiebetür.

In der Dusche war es düster und das Ein- und Aussteigen aufgrund der hohen Duschtasse nicht ungefährlich.

Dank hochwertiger Materialien und guter Pflege war das Bad noch immer technisch gut in Schuss. Und dennoch war es jetzt an der Zeit, etwas zu verändern. Erstens war der Geschmack der Bewohner  längst schon ein anderer, 
zweitens hatten sich die Nutzergewohnheiten ziemlich verändert.

Geduscht hat man täglich, aber die Badewanne wurde schon lange nicht mehr zum Baden genutzt. In der Dusche aber war es düster und man hatte das Gefühl, eingesperrt zu sein. Heiß duschen wurde immer zum unfreiwilligen Dampfbad und das Ein- und Aussteigen durch die schmale Lücke war aufgrund der hohen Duschtasse nicht ungefährlich.

Also wollte man bei der Planung des neuen Bades lieber auf eine Badewanne verzichten, dafür ein gutes Duschkonzept und vor allem viel Bewegungsfreiheit bekommen. Weitere Neuerungen sind eine elektrische Fußbodenheizung, die den barfuß Laufenden die Fliesen erwärmen, dann das große Einzelwaschbecken – da das Bad ohnehin nie gleichzeitig von mehreren Personen genutzt wird – sowie ein Bidet. Dieses befindet sich gegenüber vom WC, das mit einem Deckel mit Absenkautomatik ausgestattet ist, hinter der zweiten neunzig Zentimeter hohen Wand.

Zwei Waschenbecken waren unnötig und die Toilette wird nun durch eine kleine Trennwand vom Waschbereich getrennt.

Die kleinen Wände gliedern den Raum auf unaufdringliche Weise, dienen auch als Stütze und können bei Bedarf noch mit Haltegriffen ausgestattet werden.
Die matten Bodenfliesen haben eine rutschhemmendere Oberfläche als glänzende es hatten. Der Duschboden ist dank seines hohen Fugenanteils ganz besonders sicher. Das senkrechte Band aus Mosaikfliesen an der Duschwand setzt einen tollen Akzent an der sonst strahlend weiß verfliesten Wand und bringt die schicke Armatur zur Geltung.

Mit einem modischen Farbtupfer wollte man vermeiden, dass der Raum eine kalte Atmosphäre bekommt. Diesmal aber so, dass man ihn theoretisch ganz leicht wieder loswerden könnte, indem man einfach die Schränke im Farbton Burgund gegen andere tauscht.

Obwohl die Sanitärobjekte an den nahezu gleichen Stellen wie zuvor platziert wurden, mussten viele Rohre und Leitungen neu verlegt werden. Beim Abschlagen der Fliesen litten Wände und Boden, sodass sie ausgebessert beziehungsweise neu aufgebaut werden mussten.

Von der einst so erstrebenswerten Holzdecke hat man sich getrennt und dafür viel mehr Helligkeit bekommen. Die Wände sind aus gutem Grund nicht vollflächig verfliest. Sie sind, außer bei der Dusche, ab einer Höhe von 120 Zentimeter genau wie die Decke verputzt. Eingesetzt wurde ein konservierungsmittelfreier, schadstoffgeprüfter Silikatputz, der bei hohem Feuchteanfall viel Wasser aus der Raumluft aufnimmt und später langsam wieder abgibt. Zudem beugt dieser mineralische Innenputz dank seiner hohen Alkalität der Schimmelbildung vor.

Die anfänglichen Bedenken, die 140 mal 200 Zentimeter große Duschabtrennung aus Einscheiben-Sicherheitsglas sei nur mit großem Aufwand sauber zu halten, haben sich nicht bewahrheitet – das Glas ist innen nämlich nanotechnisch versiegelt.

Verwendete Produkte: Einhand-Mischbatterien von Dornbracht. Kopfbrause von Regenwerk. Handbrause von Kludi. WC-Einheit von Geberit. Waschtisch, Unter-, Seiten- und Hochschrank von Keramag. Hygiene-Heizkörper von Kermi. Ablaufrinne von I-drain. Miniradio von Berker. Ausführender Betrieb: Sanitär- und Heizungsprofi Dillmann. Festteilscheibe für Duschabtrennung mit Montage von Glock-Glasduschen.

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