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Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus?

31.07.2012

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Alternative Energiequellen für die Wärmepumpe: A) Wärmequelle Luft; B) Wärmequelle Grundwasser; C1) Wärmequelle Erdreich (Sonde); C2) Wärmequelle Erdreich (Erdwärmetauscher)

Die meisten Althausbesitzer denken laut einer aktuellen Umfrage beim Sanieren zunächst an die Wärmedämmung. Das ist aber eine der teuersten Möglichkeiten, ein altes Haus auf heutigen Effizienzstandard zu trimmen. Wer nicht so tief in die Tasche greifen kann oder möchte, aber trotzdem Energie sparen will, der sollte in erster Linie über die Optimierung seiner Heiztechnik nachdenken.

Denn die richtige Heiztechnik spielt bei der Sanierung eines Hauses eine zentrale Rolle. Dabei sind, trotz einiger Einschränkungen, gerade Wärmepumpen heute durchaus Stand der Technik.
Entscheidend: Bauherren und Modernisierer sollten sich allerdings gut beraten lassen, denn letztlich ausschlaggebend für die Auswahl der richtigen Wärmepumpe sind nicht nur der Anschaffungspreis, sondern vor allem auch die baulichen Gegebenheiten – die Wärmepumpe muss vor allem zum Haus und Grundstück passen!
Viele Bauherren lassen sich von der Werbung zu Fehlkäufen verführen. Sie entscheiden sich nach dem Prospekt für Anlagen, die angeblich 60 oder 70 Grad Celsius heiße Vorlauftemperaturen erzeugen. Das klingt gut, aber die Werbung verschweigt geflissentlich andere Aspekte, wie etwa die Arbeitszahl oder die Leistungszahl, die erst zusammen mit den Vorlauftemperaturen Aufschluss über die wahre Effizienz der Anlage geben. Käufer gehen dann von falschen Voraussetzungen aus und wundern sich, wenn die Wärmepumpe nicht so effizient arbeitet, wie im Prospekt beschrieben.

Damit das nicht passiert, ist das A und O bei der Auswahl der Heiztechnik die ausführliche Energieberatung vor Ort. Nur so erfahren Sie als Immobilienbesitzer, welches System für Ihr Haus das beste ist.
Fällt dabei die Entscheidung grundsätzlich pro Wärmepumpe, hat der Bauherr die Wahl zwischen vier Typen: Luft/Wasser-, Sole/Wasser-, Wasser/Wasser- oder Abluft-Wärmepumpen (zur Trinkwarmwasserbereitung). Alle Modelle eignen sich für Ein- und Zweifamilienhäuser – mit wenigen Einschränkungen: Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe etwa sollte wegen der Geräuschentwicklung Abstand zum Nachbarn halten. Die für die Sole/Wasser-Wärmepumpe notwendigen Bohrungen müssen fünf Meter Grenzabstand einhalten. Und ein Wasser/Wasser-Modell braucht natürlich eine geeignete Wärmequelle.

Wie effizient die Wärmepumpen arbeiten, das hängt neben der Technik auch von den Anschaffungs- und den Nebenkosten ab. Ein normales Einfamilienhaus benötigt im Durchschnitt pro Jahr 9000 bis 10 000 Kilowattstunden Heizenergie. Luft/Wasser-Wärmepumpen kosten in der Anschaffung rund 1300 Euro pro Kilowatt (kW) benötigter Heizleistung. Sole/Wasser-Modelle schlagen mit etwa 2000 Euro pro Kilowatt zu Buche – einschließlich der Wärmequelle, also etwa der Bohrung oder der Verlegung des benötigten Flächenkollektors im Garten. Eine sogenannte Wasser/Wasser-Wärmepumpe liegt preislich ebenfalls bei rund 2000 Euro pro Kilowatt, wobei hier eventuell weitere Kosten für den Bau eines Saug- und Schluckbrunnens einkalkuliert werden müssen.

Die Abluft-Wärmepumpe (zur Trinkwarmwasserbereitung) rangiert preislich je nach Hersteller zwischen 3500 und 4000 Euro pro Kilowatt einschließlich des benötigten Kanalnetzes. In den Preisen sind alle Anschlusskosten auf der Wasserseite enthalten. Hinzu kommt die Elektrik mit weiteren 1000 bis 1500 Euro, etwa für den notwendigen zweiten Zählerschrank.
Wärmepumpen eignen sich gut für Gebäude mit einem Heizleistungsbedarf unter 8 bis 10 Kilowatt. Idealerweise sollte die gewonnene Wärme dann auch über eine Fußbodenheizung verteilt werden. Sie benötigt nur niedrige Vorlauftemperaturen. Unter Umständen funktioniert das auch im sanierten Altbau. Sind die Fassaden erst einmal gedämmt, erweisen sich die alten Heizkörper in der Regel als überdimensioniert. Sie lassen sich dann aber mit geringeren Temperaturen noch gut zur Wärmeverteilung nutzen.

Die Amortisierung der Wärmepumpe hängt vom Einzelfall ab. Das muss vorher ausgerechnet werden: Bei einer Heizlast von zehn Kilowatt kostet die Luft/Wasser-Wärmepumpe rund 13 000 Euro, die Betriebskosten liegen bei 1100 Euro. Ein Vergleich: Gasbrennwerttherme für 4500 Euro bei jährlichen Betriebskosten von 1800 Euro. Aus der Differenz der Heizkosten von 700 Euro pro Jahr muss die Mehrinvestition erwirtschaftet werden. Das heißt, nach etwa zwölf Jahren amortisiert sich die Anlage, wobei die Zinsen für die Mehrinvestition noch nicht berücksichtigt sind.

Mehr als 350 000 Wärmepumpen heizen mittlerweile in Deutschland. Nicht nur Eigenheime, sondern in zunehmenden Maße auch Mehrfamilienhäuser und Nichtwohngebäude werden mit Luft, Wasser oder Erdwärme beheizt. Lobbyarbeit für diese Heizform betreibt der Bundesverband Wärmepumpe. Unter www.waermepumpe.de finden Sie die Hinweise auf die wichtigsten Aktionen rund um die Wärmepumpe und auch gute Tipps zu Fördermöglichkeiten.


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