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Fußbodenheizung: Elektrisch temperiert

06.03.2017

Fußbodenheizung. Foto: AEG

Foto: AEG

Der größte Vorteil einer elektrischen Fußbodentemperierung basiert auf der besonders schnellen Reaktion: Kurze Aufheizzeiten ermöglichen den auf den Nutzer abgestimmten Betrieb. Auf diese Weise sorgt zum Beispiel ein AEG Thermo Boden im Bad und im Essplatzbereich für besonderen Wärmekomfort. Der Fitness- oder Hobbyraum im Kellergeschoss eines Einfamilienhauses lässt sich nahezu spontan nutzen – nur etwa 15 bis 20 Minuten beträgt die Aufheizzeit. 

Die Verlegung einer AEG Flächentemperierung ist einfach. Trotzdem müssen selbst erfahrene Profis bei der Ausführung einige Punkte genau beachten, denn nur so ist sichergestellt, dass das formstabile Heizmatten-System, auf das es eine 10-Jahres-Garantie gibt, auf Dauer zuverlässig und wartungsfrei arbeitet. Wie die fachgerechte Verlegung erfolgt, soll hier am Beispiel eines AEG Thermo Boden Comfort Turbo unter Fliesen Schritt für Schritt dargestellt werden.

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Zu Beginn der Verlegung positioniert der Fachmann den Bodentemperaturfühler so, dass er genau mittig zwischen zwei Heizleitern liegt, und zwar auf gleicher Höhe wie die Heizmatte. Hierbei ist besondere Sorgfalt angesagt, damit es später nicht zu Funktionsstörungen kommt. Dies kann nämlich passieren, wenn der Fühler zu nah am Heizleiter positioniert ist oder sich zu weit von ihm entfernt befindet.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

Foto: AEG

An der markierten Stelle wird ein Schlitz für das Fühlerrohr in den vorhandenen Estrich eingearbeitet und anschließend das Fühlerrohr mit der aufgestecken Fühlerhülse eingelegt. Im nächsten Schritt folgt die Verlegung der Heizmatten. Hierbei wird das selbstklebende Trägergewebe mit den eingewebten Heizleitern auf allen zu beheizenden Flächen direkt auf dem Estrich ausgerollt, beginnend in der Nähe des Fußbodentemperaturreglers. Durch Einschneiden des Trägergewebes lässt sich die Heizmatte um bis zu 180 Grad umklappen. Grundsätzlich müssen Fachhandwerker darauf achten, dass kein Heizleiter durchtrennt oder beschädigt wird. Auch dürfen sich die Heizleiter nicht überkreuzen – der Abstand beträgt 50 Millimerer – und sollten nicht über Dehnfugen verlegt werden. 

Im nächsten Schritt wird der Fliesenkleber vollflächig aufgetragen und auf Höhe der Heizleiter vorsichtig abgezogen, damit es zu keinen Verletzungen durch Kelle oder Zahnspachtel kommt. Dabei müssen die Heizleiter vom Fliesenkleber vollständig umhüllt und somit gut eingebettet sein. Anschließend kann die Verlegung der Fliesen, Mosaik- oder Natursteinplatten erfolgen.

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Um die beste Wärmeleitung zu erreichen, muss der Oberbelag möglichst ohne Lufteinschlüsse verklebt werden. Während der gesamten Installation muss immer wieder der Durchgangswiderstand der Heizmatte gemessen werden. Zuletzt wird der Fußbodentemperaturregler an der Wand platziert und ans Heizmattensystem angeschlossen. Eine Absicherung über einen 30 mA-Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) ist zwingend erforderlich. Auf schraubbare Türstopper muss verzichtet werden.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

1. Auf dem vorbereiteten Untergrund verlegt der Fachmann zuerst den Bodentemperaturfühler an der zuvor ermittelten Position.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

2. Durch das Einschneiden des Trägergewebes lässt sich die Heizmatte an den gewünschten Stellen um 180 Grad umklappen.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

3. Das Trägergewebe mit den eingewebten Heizleitern ist selbstklebend. Es wird auf allen zu beheizenden Flächen ausgerollt.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

4. Der Fliesenkleber wird hohlraumfrei voll­flächig aufgetragen. Die Heizmatten dürfen dabei nicht beschädigt werden.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

5. Man arbeitet sich abschnittsweise voran und legt jeweils die Fliesen oder Natusteinplatten vorsichtig ins Kleberbett ein.

Fußbodenheizung. Foto: AEG

6. + 7. Der Durchgangswiderstand der Heiz­matte wird parallel überprüft. Zuletzt wird der Fußbodentemperaturregler angeschlossen.

Für die trockene Installation direkt unter Parkett und Laminat entwickelte die AEG Haustechnik das System Thermo Boden Comfort Parkett. (100 W/m²). Andere Varianten gibt es für unterschiedliche Bodenbeläge, wie etwa Kork, Linoleum, PVC, Nadelvlies und andere textile Beläge. Einzige Bedingung: Das Material muss den Hinweis „Geeignet für Fußbodenheizung“ tragen. 

Speziell für geflieste Nass- und „Barfuß“-Bereiche ist die Spezialmatte Wellness. Mit einer Heizleistung von 
200 W/m² bei ebenfalls drei Millimeter Aufbauhöhe ist diese Dünnbett-Heizung en
ergieintensiver und ermöglicht damit ein besonders 
rasches Erwärmen des Fußbodens. Mit der Schutzart 
IP X8 ist das System absolut sicher in allen Nassbereichen.

Ganz nebenbei übernimmt die Fußbodentemperierung in Nassbereichen eine weitere wichtige Funktion: Stock- und Schimmelbildung werden durch rasches Abtrocknen des Bodens vermieden. Für geflieste Duschbereiche gibt es ein vorkonfektioniertes Flächenheizelement, das als Sonderformat mit einer Aussparung für den Wasserauslauf versehen ist.

(aus der Zeitschrift Bauen & Renovieren 3/4-2017)