Effiziente Wärmespender
Viele Jahre lang begleitete die Heizkörper das Image eines notwendigen Übels. Hausbesitzer betrachteten früher die meist wenig ansehnlichen Produkte als Fremdkörper im Wohnraum und versuchten, sie in Nischen, hinter Verkleidungen oder Vorhängen zu verbergen.
Radiator: Gussglieder werden zu Rundröhren
Standardmäßig wurden zu Beginn des Zentralheizungszeitalters sogenannte Radiatoren bzw. Gliederheizkörper aus Gusseisen und später aus Stahl eingesetzt. Sie setzen sich aus wasserdurchflossenen Einzelgliedern gleicher Größe zusammen, die sich je nach Bedarf koppeln lassen.
Aufgrund der vielfältigen, schmalen Abmessungen eines Einzelglieds lässt sich so ein Radiator sehr gut an den Wärmebedarf eines Raumes anpassen. Außerdem lassen sich bei schwierigen Platzverhältnissen die einzelnen Glieder so koppeln, dass zum Beispiel eine halbrunde Form oder ein rechtwinkliger Knick entsteht.
Diese Vorteile des sogenannten DIN-Radiators wurden auf die optisch ansprechenderen Röhrenradiatoren übertragen. Sie besitzen kleinere und abgerundete Glieder oder flache Rohre bzw. Lamellen und sind in funktionalen und designorientierten Bauformen lieferbar.
Außerdem haben die Hersteller – nicht zuletzt auch wegen der steigenden Beliebtheit der Fußbodenheizung – reagiert und ein umfangreiches Angebot an Heizflächen entwickelt, das hinsichtlich Qualität, Design und Funktionalität keine Wünsche offen lässt.
Flächenheizkörper am beliebtesten
In der Bauherrengunst ganz weit vorn liegen die verschiedenen Arten von Flächenheizkörpern, worunter Produkte und Begriffe wie Platten-, Plan-, Flach- Profil- und Kompaktheizkörper fallen. Sie werden teilweise in großen Stückzahlen produziert und sind deshalb relativ preisgünstig. Zudem überzeugen sie durch ihr niedriges Gewicht und durch die geringe Wassermenge, weshalb sie schnell auf unterschiedliche Wärmeanforderungen im Raum reagieren können.
Allen Flächenheizkörpern ist gemeinsam, dass sie aus einer oder mehreren hinterein-ander angeordneten Platten bestehen, die vom Heizwasser durchströmt werden. Durch zusätzliche, auf der Rückseite dieser beschichteten Platten angebrachte Lamellen lässt sich die Wärmeleistung auf engem Raum erhöhen.
Flächenheizkörper gibt es mit völlig glatter Oberfläche oder mit Profilierung. Sehr häufig werden preiswerte Stahl-Kompaktheizkörper eingebaut, die mit einer oberen und zwei seitlichen Abdeckungen sowie mit einer hochwertigen Lackierung versehen sind. Zur Ausstattung gehört meist noch eine integrierte Thermostatventil-garnitur mit einer unsichtbaren, weil unter der Verkleidung laufenden Verrohrung.
Beim Werkstoff setzen die meisten Hersteller auf Stahl. Alternativ bieten einige auch Aluminium- und Edelstahl-Ausführungen an, die aber deutlich teurer sind. Die beiden Materialien verfügen über eine höhere Wärmeleitfähigkeit und sind vor allem korrosionsbeständiger, weshalb sie gerne in Feuchträumen, wie Sauna, Schwimmhalle oder Wintergarten installiert werden.
Der Trend zum „Wohnheizkörper“ ist unübersehbar. Das bedeutet, dass sich die speziell designten Heizelemente markant, harmonisch oder dezent in die jeweilige Möbel- und Gestaltungswelt des Wohnraums einfügen. Aber auch an bestimmte räumliche Gegebenheiten, wie Dachschrägen, Raumteilung etc. lassen sich bestimmte Modelle maßgerecht anpassen. Einige Hersteller bieten darüber hinaus spezielle, teilweise von Künstlerhand gestaltete Heizkörper an, die dann schon einmal weit über tausend Euro kosten können. Dafür hat man dann im Wohnzimmer einen attraktiven Blickfang, der gleichzeitig noch Wärme abgibt.
Wohnheizkörper sind trendy
Insbesondere im Garderoben-, Flur- und Küchenbereich zeigen sich einige Heizkörpermodelle von ihrer praktischen und kreativen Seite, indem sie sich etwa mit Kleider- und Hutablagen, Einzelhaken, Spiegel, Beleuchtungselementen bestücken lassen. Die Grundidee dieser Variationen kommt aus dem Badezimmer. Neben einem design-orientierten Äußeren, passend zur Badeinrichtung, haben die Heizkörper dort eine wesentliche Aufgabe zu erfüllen: Platz für Hand- und Badetücher zum Vorwärmen sowie zum Trocknen.
Die Klassiker unter den Badheizkörpern ähneln Leitern bzw. Sprossenwänden. Heute gibt es Modelle mit optisch und funktionell erweiterten und optimierten Aufhänge- und Ablagemöglichkeiten. So sind beispielsweise die Rohre nach vorn gebogen oder seitlich offen, um ein leichtes Einschieben der Handtücher zu ermöglichen.
Optisch ansprechende Elemente sind integrierte Thermostatventile sowie Befestigungen und mittig ausgeführte Heizungsanschlüsse, die hinter Blenden verborgen sind. An kühlen Tagen außerhalb der Heizsaison kann ein Elekt-oheizelement für Wärmekomfort im Bad sorgen.
Wohin eigentlich mit dem Heizkörper?
Die Größe eines Heizkörpers ergibt sich aus der benötigten Heizleistung, die der Fachmann für jeden Raum einzeln berechnen muss. Montiert werden die Wärmespender vorzugsweise an der Außenwand unterhalb der Fensterfläche auf deren gesamter Breite.
Gibt es mehrere Fenster, sollte möglichst unter jedem ein Heizkörper sitzen – zumindest aber in den Bereichen, wo sich sehr häufig Personen aufhalten, damit später auch kälteempfindliche Naturen nicht frösteln. Denn die Heizkörper erwärmen die von den Fenstern herabfließende kältere Luft. Außerdem können sie die Wärmeabstrahlung des Menschen an die kalte Fensterfläche kompensieren.
Diese Empfehlungen sprechen Experten übrigens auch für Niedrigenergiehäuser aus. Sollte es dort bis zum Boden verglaste Flächen geben, darf vor die Glasscheibe nur ein Wärmespender mit Strahlungsschirm auf der Rückseite montiert werden. Optisch sehr gut geeignet sind für diese Fälle sogenannte Konvektoren und Radiavektoren, die sehr niedrig sind und dennoch viel Heizleistung erbringen. Und es gibt auch im Boden eingelassene Systeme.
In Anbetracht der Vielfalt an Wohn- und Designheizkörpern, die es in zahlreichen Farben und mit nützlichen Zusatzausstattungen gibt, sollten sich Bauherrn und Modernisierer Zeit für eine bedarfsgerechte Produktwahl nehmen.

