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Mit ihm hält Ihre Sanierung dicht: Der Blower-Door-Test

25.08.2016

Wer gerade seine Bestandsimmobilie saniert, sollte das Ergebnis auf Luftdichtheit prüfen. Denn sonst kann Heizenergie durch Wärmeleckagen entweichen, sollten diese nicht rechtzeitig gefunden und professionell abgedichtet werden. Ein probates Mittel ist der Blower-Door-Test.

Je luftdichter das Haus, desto weniger Raumwärme geht verloren

Ein Blower-Door-Test sorgt dafür, dass weniger Heizenergie aus dem Gebäude verpufft. Zwar ist es unmöglich, Wohngebäude zu hundert Prozent luftdicht zu bauen und zu sanieren, aber für den Eigentümer ist es trotzdem ratsam, unkontrolliertem Wärmeverlust entgegenzuwirken. Das Fundament hierfür bilden idealerweise eine genaue Planung mit Fachleuten und eine professionelle Umsetzung des Tests. Neben der Reduzierung von Wärmeverlusten in der Heizphase gibt es noch einen weiteren guten Grund für ein funktionierendes Luftdichtigkeitskonzept: Wärmelecks und Luftundichte können die Substanz einer Bestandsimmobilie mittel- und langfristig schädigen.

Foto: Fotolia_64628952_thingamajiggs_Blower-Door-Test

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Der Test spart Geld und schützt die Bausubstanz

Der auch als Differenz-Messdruckverfahren bekannte Blower-Door-Test stellt fest, ob die Sanierungsmaßnahmen in Sachen Luftdichtigkeit fachgerecht durchgeführt wurden und mängelfrei sind. Im besten Fall wird der Test zusammen mit einer thermografischen Analyse initiiert, die mithilfe eines bildgebenden Verfahrens Temperaturen im Objekt für eine Auswertung bildlich darstellt. Mit dem Blower-Door-Test selbst wird die Gebäudehülle auf Luftdichtheit überprüft. Sind in der Immobilie versteckte Undichtigkeiten und Leckagen vorhanden, kann dies nicht nur zum Wärmeverlust, sondern beispielsweise auch zur Durchfeuchtung von Dämmmaterial und damit mittelfristig zu Schimmel führen. Was die Prüfung auf Undichtigkeiten anbetrifft, so können durch das Aufspüren und Nachbessern unter Umständen bis zu mehrere Hundert Euro jährlich eingespart werden.

Prüfung mit Unterdruck

Beim Blower-Door-Verfahren erfolgt die Prüfung der Dichtheit des Gebäudes, in dem ein Messtechniker im Rahmen der Haustür einen Ventilator installiert und den Rest der Türöffnung abdichtet. Danach wird mit dem Ventilator ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt, der die Luft aus dem Gebäude saugt. Gemessen wird nun, wie viel Luft abgesaugt werden muss, bis die Druckdifferenz zwischen den Innenräumen und der Außenwelt aufrechterhalten wird.

Foto: Fotolia.de 57403520 psynovec

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Gibt es undichte Stellen, muss das Gebläse mehr leisten, gibt es keine, weniger. Im ersten Fall weiß der Eigentümer, dass es Undichtigkeiten gibt – jetzt muss er nur noch wissen, wo: Hier kommt dann die Thermografie zum Einsatz.

Leckagensuche per Wärmebild

Mithilfe der Thermografie – also Wärmebildaufnahmen mit der Kamera – kommen die Fachleute den undichten Stellen und potenziellen Leckagen in der Bestandsimmobilie auf die Spur. Das gelingt ihnen fast das ganze Jahr über, denn das thermografische Verfahren kommt mit einer Temperaturdifferenz von zehn Grad zwischen der Außenwelt und den Innenräumen aus.

Foto: Fotolia_85651390_normankrauss

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Stichwort Baukontrolle: Es ist ratsam, den Blower-Door-Test zusammen mit der thermografischen Analyse bereits dann durchzuführen, wenn die luftdichte Bauteilebene fertiggestellt und während der Sanierung noch begehbar ist. Ist die Sanierung bereits abgeschlossen, lassen sich undichte Stellen wesentlich schwerer orten. Und: Der Test sollte vor der Bauabnahme der Sanierungsmaßnahmen gemacht werden, um so rechtzeitig etwaige Mängel beim Bauunternehmer anmelden zu können.