Fenster-Deko mit Energiespar-Effekt

Auch mit modernem Sonnenschutz an den Fenstern eines Hauses lässt sich Energie effektiv einsparen – von den 46 Prozent des Energieverbrauchs im Wohngebäude bis zu 25 Prozent!

Die Wirkweisen von Sonnenschutz im Winter

Im Winter wird die Wärmeenergie der einstrahlenden Sonne genutzt und gehalten. Dann bringt die Sonne 60 Prozent mehr Energie auf die senkrechten Scheiben als im Sommer, da der Einstrahlwinkel nur zwischen 18 und 30 Grad liegt (gegenüber 60 Grad im Sommer). Im Winter wird die Sonne also bei geöffnetem außenliegendem Sonnenschutz für den Energieeintrag genutzt, die Sonnenstrahlen unterstützen die Heizung. Der innenliegende Sonnenschutz wird als Blendschutz eingesetzt und macht die einfallende Sonnenenergie nutzbar.

Der innenliegende Sonnenschutz dient auch der höheren Behaglichkeit. Geschlossene Anlagen können die aus dem beheizten Raum kommenden Infrarotstrahlen reflektieren, während eine von innen her ungeschützte, weil kalte Fensterscheibe diese Infrarotstrahlung verhindert.

Einspar-Effekte auch in der Nacht

Nachts wird durch Schließen des äußeren Sonnenschutzes die Wärme besser im Raum gehalten. Beste Lösung also für die Winternacht: Die außenliegende Schutzanlage sowie die innenliegende Fensterdeko sind geschlossen, wodurch auf den beiden Scheibenseiten zwei stehende Luftschichten entstehen. Stehende Luftpolster zwischen Fenster und dicht geschlossenem Sonnenschutz sorgen für Wärmedämmung. Das Luftpolster verhindert die Zirkulation der Luft und somit den Wärmetransport durch Konvektion. Dieses Prinzip funktioniert sowohl bei außenliegendem als auch bei innenliegendem Sonnenschutz.

Am deutlichsten ist dieser Effekt im Außenbereich beim Rollladen und im Innenbereich bei schienengeführten Rollos oder Verdunkelungsanlagen. Bei der Kombination von Rollladen und innenliegendem Sonnenschutz kann bis zu zehn Prozent der Heizenergie eingespart werden.

Ältere Gebäude mit unbeschichteter Isolierverglasung oder Einfachverglasung verlieren oft viel Wärme über die Fenster. Eine spezielle „low-e“-Beschichtung in Form einer aufgedampften Aluschicht für innenliegende Sonnenschutzrollos wirkt wie ein Hitzespiegel. Die Wärme des Innenraums wird wieder in den Raum zurückreflektiert. Möglichst dunkle Sonnenschutzbehänge dienen tagsüber nicht nur als Blendschutz, sondern absorbieren auch die Solarstrahlung und geben Wärme in den Raum ab.

Besonders nachts verlieren Gebäude, die ungeschützt gegen den klaren, kalten Himmel strahlen, viel Energie (physikalisches Prinzip des „Strahlungsaustausches von Körpern“). Innen oder außen montierte Sonnenschutzsysteme wirken hier wie ein Schirm und verringern den Strahlungsaustausch deutlich. Fazit: Ausschließlich die Kombination von innenliegendem und außenliegendem Sonnenschutz kann also diese unterschiedlichen Energieströme am Fenster steuern und energieeffizient nutzen.

Energieeinsparpotenzial und Produktvariante

In umfangreichen Tests des Fraunhofer-Instituts wurden die energetischen Einsparpotenziale ausgewählter Produktgruppen als zusätzlicher Wärmeschutz während der Nacht untersucht. Getestet wurden dabei Rollo, Plissee, Wabenplissee, Flächenvorhang und Vertikallamellen. Bei allen Produkten konnte ein zusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand erzielt werden – je nach Produkt zwischen 0,12 und 0,36 m2K/W. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) – ein Maß dafür, wie viel Wärmeenergie je Zeiteinheit durch einen Quadratmeter eines Bauteils hindurch geht – wurde deutlich verbessert. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung.

Beste Ergebnisse erzielte hierbei nun das Kammerplissee mit einer Reduzierung des U-Werts um 50 Prozent! Basis der Messung war eine Isolierverglasung mit dem Ug-Wert 2,8  W/m2K: Reduktion des U-Werts also auf 1,4 W/m2K.  Über Simulationsrechnungen wurde dann ermittelt, dass bei einem Einfamilienhaus eine Verringerung des Jahresnutzwärmebedarfs um bis zu 7 Prozent möglich ist. Somit wurde bewiesen, dass der innenliegende Sonnenschutz auch im Winter ein enormes Energieeinsparpotential besitzt.

Sonnenschutz im Sommer

Im Sommer können Räume ohne modernen Sonnenschutz schnell überhitzen. Sonnenstrahlen dringen durch die Scheiben und wandeln sich in Wärmeenergie. Die Luft heizt sich auf. So kann eine Zeitspanne von 13 Tagen Sommersonne ohne Sonnenschutz bei einem Gebäude mit starker Südausrichtung eine Raumtemperatur von bis zu 42 Grad Celsius verursachen. Mit innenliegendem Sonnenschutz werden durch hochreflektierende Oberflächen die Energiedurchlasswerte am Fenster um bis zu 22 Prozent verbessert, d. h. es dringen nur noch 60 Prozent der Sonnenwärme in den Raum ein (Basis DIN 4108  Glas G = 0,72, U = 1,6).

Werden Räume mit Klimaanlagen gekühlt, sind mit innenliegendem Sonnenschutz ebenso Energieeinsparungen möglich, da die Klimaanlage gedrosselt werden kann. Untersuchungen zeigen, dass moderne Sonnenschutzsysteme den Kühlenergiebedarf bis zu 85 Prozent reduzieren können.

Insgesamt ist durch modernen Sonnenschutz eine Energieeinsparung von bis zu 25 Prozent möglich. Und die ESCORP-EU25-Studie der Europäischen Sonnenschutz-Organistation belegt, dass durch das Energiesparpotenzial im Sommer und Winter der Energieverbrauch in Europa so stark gesenkt werden kann, dass sich 111 Millionen Tonnen CO2 einsparen ließen.
Der Wirkungsgrad von Rollläden und Sonnenschutzprodukten ist letztendlich aber auch vom Nutzerverhalten abhängig: Werden sie nicht rechtzeitig betätigt, sind Energieverluste nicht zu vermeiden. Ein optimaler Wirkungsgrad lässt sich somit am besten mit Motorantrieb und automatischer Steuerung erreichen.

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