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Energieeffizientere Fenster

20.11.2018

Wer Energie und Heizkosten sparen will, sollte die alten Fenster im Haus durch neue Modelle ersetzen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Moderne dichte Fenster, effiziente Heiztechnik und eine gedämmte Gebäudehülle können den Energieverbrauch deutlich senken, das hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) ausgerechnet.

Mit Fenstern im Haus Energie- und Heizkosten sparen. Foto: Veka

Foto: Veka

In ihrer Modellrechnung nennt die dena konkrete Zahlen, nach denen sich in der Summe bis zu fünfstellige Beträge Heizkosten in 10 bis 15 Jahren sparen lassen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass bereits nur allein durch den Austausch alter Fenster gegen moderne, wärmegedämmte Fenster-Systeme die Heizkosten signifikant gesenkt werden.

Doch grundsätzlich sollte man sich zuvor Rat vom Fachmann einholen. Idealerweise steht am Anfang einer Modernisierung des Hauses eine Analyse durch eine qualifizierte Energieberatung. Um die Energieverluste zu identifizieren, wird dabei in der Regel die Thermografie eingesetzt. Das „Wärmebild“ des Hauses deckt die Stellen auf, an denen die meiste Wärme nach außen dringt. Das Ziel der Energieberatung ist es, auf Basis der individuellen Bausubstanz eine Liste der dringlichsten Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen beziehungsweise der höchsten Einsparpotenziale zu erstellen.

Energieverlust durch alte Fenster

Generell kann man sagen, dass durch alte Fenster die höchsten Energieverluste entstehen – sie sind etwa vier- bis zehnmal höher als bei Fenstern mit Wärmeschutzverglasung. Bis zu 40 Prozent der Gesamtwärme gehen allein hier schon verloren. Fenster mit moderner Dämmung und Isolierung: Die weitverbreitete Annahme, dass mehrere und auch dickere Glasscheiben mit großen Zwischenräumen die beste Wärmedämmung erzielen, ist falsch. Es ist vielmehr ein komplexes System aus intelligenten, konstruktiven Merkmalen und modernen Materialien, das für beste Dämmwerte sorgt. Kurz gesagt: Hightech entscheidet. Wichtig sind dabei die Profilkonstruktion, der Übergang vom Profil zum Glas, die Art des Glases sowie der fachgerechte Einbau der Fenster.

Wetterschenkel ohne Wartungsfuge gefertigt und in den Flügel integriert. Foto: Kneer Südfenster

Beim "HDF 82 Stil" wird der Wetterschenkel ohne Wartungsfuge gefertigt und in den Flügel integriert. Eine Innovation, die wesentlich zur Verlängerung der Lebensdauer der Holzdenkmalfenster beiträgt." Foto: Kneer-Südfenster

Der Unterschied zwischen Isolierglas und Wärmeschutzglas

Häufig werden das Isolierglas und Wärmeschutzglas verwechselt. Beim Isolierglas handelt es sich um eine Mehrfachverglasung, zum Beispiel Doppel- oder Dreifachverglasung. Das Wärmeschutzglas ist ein Isolierglas, auf dem eine hauchdünne Metallschicht auf die Glasoberflächen aufgebracht ist. Diese Schicht sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass Heizungswärme nicht nach außen gelangt, aber Sonnenwärme hinein. Wärmeschutzglas erzielt also deutlich höhere Energieeinsparungen als Isolierglas. Noch höher ist die Wärmedämmung, wenn die Scheibenzwischenräume mit einem Spezialgas wie Xenon gefüllt sind. In Verbindung mit Dreifachverglasung spricht man hier von Spezial- oder Passivhausgläsern.

Wärmebilder vor und nach dem Einbau neuer Fenster. Foto: epr/Weru

Links: Das Wärmebild zeigt deutlich die schlechte Energiebilanz (rot) im Bereich der Fenster. Rechts: Durch den Einbau dreifach verglaster Fenster sind die roten Wärmebrücken verschwunden. Foto: epr/Weru

Bei modernen Fensterprofilen steckt die Innovation im Inneren. Genau berechnete Kammern und Dichtungsmaterialien sorgen für die hohe Wärmedämmung und gleichzeitig für die statische Stabilität. Von besonderer Bedeutung bei den Profilen ist die Dichtung zwischen Fensterflügel und Rahmen. Sie sorgt für die Regendichtigkeit und die Luftdichtigkeit. Hohe Luftdichtigkeit  bedeutet hohe Wärmedämmwerte. Optimaler Übergang zwischen Profil und Scheibe: Qualitätsfenster zeichnen sich auch durch den Übergang vom Profil zum Glas aus. Hier kommen spezielle Materialien zum Einsatz, die Temperaturverluste, Wärmebrücken und Schwitzwasser minimieren.

Neue Fenster energieeffizient und attraktiv

Wer neue Fenster einsetzen lässt, hat die Möglichkeit, sein Eigenheim bei dieser Gelegenheit auch neu und attraktiv zu gestalten. Beispielsweise durch größere Fensterflächen, große Hebeschiebtüren zur Terrasse oder durch elegante farbige Fensterprofile. Ebenso sollten die Rollladenkästen sowie Beschattungs- und Lüftungslösungen direkt bei der Renovierung berücksichtigt werden.

Auf fachgerechten Einbau achten: Das beste wärmegedämmte Fenster nutzt wenig, wenn es nicht fachgerecht eingebaut wird. Die Gefahr ist groß, dass es zu Wärmebrücken kommt und damit nicht nur die isolierende Wirkung minimiert wird. Zudem kann sich an diesen Stellen Kondenswasser bilden und zur Schimmelbildung führen. Fazit: Hochmoderne Fenstertechnik gehört in die Hände von Fachleuten.   

(aus der Zeitschrift Althaus Modernisieren 10/11-2018)

Fotogalerie

Hinter „Eco Slide“ verbirgt sich ein Schiebebeschlag, der sich für Fenster und Türen eignet und das Leerräumen der Fensterbank beim Lüften überflüssig macht. Foto: Siegenia
Der Lüftungsmechanismus von „ClimaTec 76“ liegt verdeckt im Blendrahmenfalz und ist kaum sichtbar, dafür aber umso wirksamer: Er sorgt für einen kontrollierten Luftaustausch ohne manuelles Lüften und benötigt keine Stromquelle. Foto: Profine
Eine optimierte Wärmedämmung der Profile und großflächige Wärmeschutzverglasungen sorgen fast schon für einen Passivhaus-Standard. Foto: Unilux
Einbruchhemmende Fenster sorgen für einen ruhigen Schlaf. Foto: Weru