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Trockenmauern im Garten

10.12.2018

Hier zeigen wir Ihnen Beispiele von Mauern, bei deren Aufbau keine Vermörtelung der Steine stattfindet. Meist werden Trockenmauern mit Natursteinen errichtet. Es gibt aber auch bestimmte Systeme mit Betonsteinen. Und es gibt auch bereits vorgefertigte Mauerelemente mit Naturstein-Ansicht.

Trockenmauern lassen sich gut an Hanggrundstücken einsetzen. Foto: BGL

Trockenmauern sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern leisten auch einen wichtigen ökologischen Beitrag.Foto: BGL

Trockenmauern kommen ohne Mörtel aus. Dennoch sind sie aufgrund des Gewichts und der Verkantung der großen Steine stabil. Vorausgesetzt, das Fundament ist standfest und die Steine wurden gekonnt arrangiert. Landschaftsgärtner sind hier die besten Ansprechpartner. Sie verfügen nicht nur über die entsprechende Technik, sondern auch über Maschinen, mit denen sich die teilweise sehr großen Findlinge und Brocken bewegen lassen. „Gerade für Gärten mit Hanglagen bieten sich Trockenmauern an“, erklärt Gerald Jungjohann vom Bundesverband Garten, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), „denn mit ihnen können sogar zusätzliche Pflanzflächen auf verschiedenen Stufen geschaffen werden. Zugleich staut sich bei starken Regenfällen hinter ihnen kein Wasser, das gegen das Bauwerk drückt. Stattdessen fließt der Regen durch die unversiegelten Fugen und versickert in den Hohlräumen.“ Als Material eignen sich fast alle Steinarten. Wer sich einen rustikalen, natürlichen Charme im Garten wünscht, sollte Natursteine aus der Region, zum Beispiel Basalt, Sand- oder Kalkstein, wählen. Diese sind in der Regel naturbelassen oder nur grob behauen und erschaffen mit ihrer Unebenmäßigkeit ein schönes Erscheinungsbild.

Einen eindrucksvollen Effekt erzielen Strahler, die das Mauerwerk am Abend beleuchten. Das bietet sich vor allem in Bereichen an, wo eine Treppe oder Sitzbank in die Mauer integriert ist – von dort kann man das Licht- und Schattenspiel wunderbar bestaunen und sich bis in die Nacht ohne Stolpergefahr aufhalten. Ein in die Mauer eingelassener Brunnen, der munter plätschert, schafft zusätzlich eine erfrischende Atmosphäre. „Trockenmauern können auch freistehend gebaut werden“, so Jungjohann. „Diese sollten jedoch (in Abhängigkeit vom Material) maximal 1,20 Meter hoch und mindestens 30 Zentimeter breit sein. Dann sind sie ausreichend stabil und wirken harmonisch.“ Eine freistehende Mauer kann sich zum Beispiel elegant durch den Garten schlängeln und ihn in kleinere Bereiche einteilen. Oft dienen Trockenmauern aber auch als niedrige Grundstücksgrenze, ähnlich der traditionellen Verwendung, wie wir sie von Wiesen und Feldern her kennen.

Trockenmauern malerisch bepflanzt

Trockenmauern sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern leisten auch einen wichtigen ökologischen Beitrag. Da ihre Fugen nicht versiegelt sind, finden viele tierische Bewohner in ihnen Rückzugsorte. Gerade wärmeliebende Reptilien, wie Eidechsen, nehmen das Mauerwerk gerne an, da sich die Steine im Sommer tagsüber erhitzen und während der Nacht die Wärme wieder an ihre Umwelt abgeben. Insekten, wie Wildbienen oder Erdhummeln, freuen sich über eine grüne und blühende Bepflanzung.

Trockenmauern lassen sich attraktiv bepflanzen. Foto: BGL

 Hinter Hangmauern staut sich kein Wasser. Die Fugen bieten Lebensraum für kleine Lebewesen, zudem ist eine Bepflanzung mit auf die Mauer abgestimmten Pflanzen möglich. Foto: BGL

Darüber hinaus festigt das Wurzelwerk die Trockenmauer zusätzlich. „Am besten machen sich Gartenbesitzer bereits im Vorfeld Gedanken, ob sie die Mauer begrünen möchten“, empfiehlt Jungjohann vom BGL. „Dann können die Fugen schon bei der Anlage mit Erde befüllt und bepflanzt werden. Im Nachhinein ist das zwar auch noch möglich, aber erheblich aufwändiger.“

Die Bodenverhältnisse sind von der Mauerkrone über die Fugen bis hin zum Mauerfuß sehr unterschiedlich. Dies ermöglicht eine abwechslungsreiche Bepflanzung. Landschaftsgärtner wählen für die Mauerkrone oder im Hintergrund gelegene Beete beispielsweise ausladende Polsterstauden, wie das rosa blühende Kissen-Seifenkraut (Saponaria ocymoides), die weiße Bergsandblume (Arenaria montana) oder den Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum). Diese breiten sich mit der Zeit wie ein Kissen aus und hängen malerisch vor der Mauer herab. Für die Fugen im mittleren Bereich der Natursteinmauer empfehlen sich verschiedene Sedumarten, wie Mauerpfeffer (Sedum spec.) oder Hauswurz (Sempervivum spec.). Die Dickblattgewächse kommen mit den dortigen kargen Bedingungen gut zurecht und benötigen nur wenig Wasser.

Mauern aus Beton

Betonsteine werden industriell aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser angefertigt. Aus dem Frischbeton können Steine in jeder Größe und Form hergestellt werden. Es werden für den Bereich Mauerbau zahlreiche Systeme mit Elementen unterschiedlicher Formate und Optik angeboten. Manche dieser Betonstein-Systeme können bis zu einer gewissen Höhe und unter Einhaltung genauer Verarbeitungshinweise auch als Trockenmauer errichtet werden.

(aus der Zeitschrift Bauen & Renovieren 11/12-2018)