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Umbau: Neue Offenheit

18.04.2016

Fotos: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)

Wenn sich Bauherren mit gutem Geschmack und klaren Vorstellungen mit einem erfahrenen Architekten zusammentun, ist das für manches alte Haus ein Glücksfall. Gar vor dem Abriss bewahrt wurde vermutlich dieses von öffentlicher Hand zum Verkauf angebotene, zuletzt viele Jahre als Kindertagesstätte genutzte Gebäude. Bauträger hatten schon ihr Interesse an der Immobilie bekundet, das gute Stück hätte dann wohl einem Mehrfamilienhaus weichen müssen.

So weit ist es nicht gekommen. Eine dreiköpfige Familie erhielt den Zuschlag, und der Pfullinger Architekt Dieter Ulrich Rehm durfte einmal mehr zeigen, welche Reserven in alten Gebäuden schlummern. Gemeinsam erarbeitete man eine Strategie, um vernünftige, den Wünschen der Auftraggeber entsprechende Strukturen zu schaffen. Zunächst standen das Entkernen, also etwa das Entfernen der Einbauten an, die sich durch die vorherige Nutzung ergeben hatten. Es bestätigte sich, dass die Bausubstanz in weiten Teilen gut erhalten war, baujahrtypische Feuchteschäden, speziell im Sockelbereich und über dem Gewölbekeller, konnten durch entsprechende Maßnahmen beseitigt werden.

<b>Unten:</b> Die große Hebeschiebetür und das vorgelagerte Terrassendeck verlängern den Wohnraum ins Freie. Statt kleinteilig, präsentiert sich diese Ebene heute lichtdurchflutet und bestens an den Garten angebunden. <b>Oben links:</b> Dieselbe Situation und typisch für Häuser dieses Baujahrs: relativ kleine Fenster- und Türöffnungen. <b>Oben rechts:</b> Eine statisch notwendige Stahlkonstruktion bildet den soliden Rahmen für die schweren Türelemente. Stahl-Unterzüge und -stützen sorgen für die Lastabtragung.
Die Kleinteiligkeit der Grundrisse wurde vor allem im Erdgeschoss durch das Entfernen von Zwischenwänden aufgelöst. Eine breite Hebeschiebetür mit vorgelagerter großzügiger Terrassenfläche bindet jetzt auch den Garten an. Unter dem gut gedämmten und stilecht mit Biberschwanzziegeln gedeckten Walmdach entstand eine separat nutzbare Wohneinheit mit großer Gaube – hier kann sich der Filius, wenn er älter ist, sein eigenes Reich einrichten. Insgesamt wurde bis hin zur Wiederverwendung der originalen Klappläden viel Sorgfalt darauf verwandt, den Charakter des Hauses zu bewahren.

Bildergalerie

Der Vorbau musste neu fundamentiert und überarbeitet werden. Davor ist jetzt eine Garage angeordnet. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Eine Natursteinmauer sorgt für Privatsphäre. Begrünen mit Rankpflanzen ist geplant. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Der voll ausgestattete Küchenbereich bietet Kochkomfort und inspirierende Ausblicke.  Erhalten gebliebene Elemente wie die Treppe mit ihren Eichetritten korrespondieren reizvoll mit den neuen Einbauten und Materialien. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Ein nachträglich eingestellter, mit Klin-kerriemchen verkleideter Block trennt Essbereich und Küche. Den Esstisch überspannen Teile der für die Statik nötigen, feuerfest verkleideten Stahlkonstruktion. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Die nach innen versetzte Galeriekante lässt den Raum über der Treppe großzügiger wirken. Die alte Treppe wurde sorgfältig aufbereitet. Bodenbelag: Eichedielen. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Ein großes Bad stand ganz oben auf der Wunschliste. Die Grund- fläche des separaten Duschbereichs misst fünf Quadratmeter. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
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