Umbau eines schlichten Hauses

Der Umbau des schlichten Hauses erfolgte unter den beiden Kriterien Angemessenheit und Einfachheit. Wo sich heute der Hauseingang befindet, stand früher ein kleiner Stall. Foto: www.bernhardmuellerfoto.de

Wer im Großraum Karlsruhe eine interessante Immobilie erwerben will, muss erst viel Geduld aufbringen, und dann schnell zuschlagen – wie die Käufer dieses jetzt so schmucken Hauses.

Im Internet hatten die Bauherren das Immobilieninserat gefunden und sofort Kontakt mit dem Makler aufgenommen. So konnten sie das Haus als erste besichtigen, mussten sich dann aber auch schnell entscheiden. Allein schon wegen des Grundstücks lohnte sich der Kauf, so rar sind Bauplätze in der südwestlich von Karlsruhe gelegenen Stadt.

Auf ihren Architekten stießen sie über Veröffentlichungen in Zeitschriften. Ein Vor-Ort-Termin wurde vereinbart. Den 
renommierten Planer reizte das Projekt, und er hatte auch gleich konkrete Vorstellungen: „Der Umbau für die dreiköpfige Familie sollte Überlegungen zu Angemessenheit und Einfachheit folgen. Da die Bauherrschaft weitreichende Eigenleistungen erbringen wollte, galt es, unnötig komplizierte Details zu vermeiden. Insgesamt sollte sich das Haus auch nach dem Umbau unauffällig in die homogene Straßenansicht einfügen.“

Ausgangspunkt war ein typisches Selbstversorger-Siedlungshaus aus den 1950er-Jahren. Kleinteiliger Grundriss, kleine Fensteröffnungen, und kein vernünftiger Anschluss an den Garten. Die Bausubstanz war in gutem Zustand, allein die Dachkonstruktion erwies sich als zu filigran für die künftige Nutzung, zumal ein sehr guter energetischer Standard mit entsprechenden Dämmstärken angestrebt wurde. Also entstand ein komplett neuer Dachstuhl.

Der Zugang ins Haus erfolgt über den ehemaligen Stallanbau. Für die Neuorganisation des Erdgeschoss-Grundrisses fand Professor Baurmann eine pfiffige Lösung: Eingestellte Wandscheiben brechen den zellenartigen Grundriss auf und ermöglichen fließende Raumfolgen.

Wie beim Dach, war auch bei der Behandlung der Außenfassade das Thema „energetisch optimieren“ äußerst wichtig. Vollwärmeschutz sorgt für optimale Dämmung, einheitliche, deutlich größere Fensterformate verleihen der Fassade 
Ruhe und Harmonie.    

Fotos und Text: Bernhard Müller

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