Wärmepumpe im Altbau: Praxistipps vom Experten

Wärmepumpe im Altbau - Seminar
Bild: Mitsubishi Electric

Wärmepumpen werden auch im Altbau immer beliebter. Damit ein Wärmepumpensystem aber auch in Bestandsgebäuden im Betrieb möglichst energieeffizient und kostensparend arbeitet, sind einige Punkte zu beachten. Denn diese Heiztechnik reagiert sehr sensibel auf Planungs-, Montage und Bedienungsfehler. Vorsorglich haben wir sieben wichtige Planungstipps zusammengestellt – wer ganz spontan ist, kann sich zudem für ein kostenloses Online-Seminar heute Abend (07.12.) zum Thema Wärmepumpe im Altbau anmelden. Mehr Infos gibt es am Ende des Artikels.

1. Voraussetzungen kennen

Während die Wärmepumpe lange nur in Neubauten als rentabel galt, entdecken nun auch immer mehr Altbaubesitzer die sparsame und klimafreundliche Heiztechnik. Sie ermöglicht es, Umweltenergie in nutzbare Heizenergie umzuwandeln und zusätzlich für die Warmwassererzeugung zu nutzen. Besonders wenn es an die Nachrüstung einer neuen Heizung im Altbau geht, ist es allerdings notwendig, die unterschiedlichen Ansprüche und Einsatzgebiete zu berücksichtigen.

Eine wichtige Voraussetzung ist ein gut gedämmtes Gebäude. Besonders effizient ist die Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Tipp: Hausbesitzer, die ihre Vorort-Bedingungen prüfen lassen wollen, erhalten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent für das Expertenhonorar.

2. Geeignete Wärmequelle wählen

Die Wärme zum Heizen und für die Warmwassererzeugung kommt bei der Wärmepumpe aus Grundwasser, Erdreich und Umgebungsluft. Dafür gibt es je nach örtlichen Gegebenheiten und finanziellen Möglichkeiten unterschiedliche Wärmepumpe-Systeme. Während luftbasierte Systeme vergleichsweise günstiger zu haben sind, kosten die auf Erd- bzw. Grundwasser basierenden Anlagen mit besserem Wirkungsgrad wesentlich mehr. Das liegt vor allem an den Kosten für die Erschließung der Wärmequelle, also den Bohrungen für Erdsonden oder dem Bau eines Grundwasserbrunnens, was schnell mehrere tausend Euro schluckt.

Übersicht zu den hauptsächlich in Privathaushalten verwendeten Wärmepumpe-Arten:

1. Luftwärmepumpe (Luft-Wasser-Wärmepumpe)

  • Umgebungsluft als Wärmequelle
  • Luft wird von Ventilatoren eingesaugt
  • Anschaffung und Installation günstiger als bei anderen Wärmepumpe-Arten
  • Aufstellung innen und außen als Monoblock oder als Split-Variante möglich

2. Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe)

  • nutzt Erdwärme mittels Erdkollektoren, Flächenkollektoren oder Erdsonde
  • Tiefenbohrung für Erdsonde: oft genehmigungspflichtig          
  • geeignet für Gebäude mit guter Wärmedämmung und niedrigem Energiebedarf
  • sehr effizient, aber durch umfangreiche Bohrungen teurer

3. Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser-Wasser-Wärmepumpe)

  • Grundwasser als Wärmequelle
  • Wasser wird über Saugbrunnen und Schluckbrunnen gefördert: Bohrungen notwendig
  • aufwendige Planung und Erschließung
  • höchster Wirkungsgrad, auch im Winter sehr effizient, unterliegt kaum Temperaturschwankungen

3. Kombination mit anderen Technologien prüfen: Praxis-Beispiel

Um zu zeigen, welche zusätzlichen Möglichkeiten die Installation einer Wärmepumpe im Altbau bieten kann, wollen wir ein echtes Beispiel einer Baufamilie aus Bayern heranziehen.

Die Vorbesitzer des Hauses in Heilsbronn hatten eine Öl-Heizung zur Wärmeerzeugung und Brauchwassererwärmung genutzt. Im Rahmen des energetischen Sanierungskonzeptes entschieden sich die neuen Besitzer dafür, diese durch eine zukunftsorientierte Wärmepumpe zu ersetzen. Die deutlich bessere Energieeffizienz und die Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen waren weitere wichtige Gründe, die für die Wärmepumpe sprachen. Bei der Auswahl der passenden Wärmepumpe für ihr Haus verglich das Ehepaar die Unterlagen verschiedener Hersteller und entschied sich für ein Modell einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, welches aufgrund seiner Leistungsdaten am besten zum Haus passte.

Die Familie war von der Idee begeistert, die natürliche Energie der Natur zu nutzen und dadurch etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Zudem planten sie die Installation einer Photovoltaikanlage, die dann mit der Wärmepumpe gekoppelt wird. Mit der Vorinstallation aller Anschlüsse hielt sich die Familie außerdem die Option auf einen Kamin offen, der sich dann mit der Wärmepumpe verbinden lässt.

4. Förderungen nutzen

Weil das Heizen mit erneuerbaren Energien klimafreundlich ist und die europäischen Staaten sich zu umfangreichen Klimaschutzmaßnahmen verpflichtet haben, wird es staatlich gefördert. Damit werden die zunächst höheren Investitionskosten für regenerative Heizsysteme erheblich vermindert. Laut eines Vergleichs der Verbraucherzentrale amortisieren sich die Mehrinvestitionen bei vielen Systemen binnen weniger Jahre, bezieht man bei der Kostenbetrachtung die Fördermittel und die Einsparungen beim Brennstoffeinkauf mit ein.

Im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) gibt es für Baufamilien und Sanierer attraktive Fördergelder vom Staat:

  • Für Neubauten sowie für Altbauten, die umfassend saniert werden, gibt es von der KfW-Förderbank zinsvergünstigte Kredite mit Tilgungszuschüssen oder alternativ direkte Investitionszuschüsse.
  • Besitzer eines älteren Gebäudes, die lediglich ihre Heizung erneuern und eventuell einzelne weitere Bauteile energetisch sanieren möchten, können sich diese Einzelmaßnahmen im Rahmen des BEG vom BAFA fördern lassen. Dann werden die kompletten Heizungssanierungskosten in Verbindung mit einer neuen Wärmepumpe standardmäßig mit 35 Prozent bezuschusst. Falls ein Ölkessel ersetzt wird, erhöht sich der Zuschuss um weitere 10 Prozent.

Tipp: Bei einer Sanierung erhöhen sich die KfW- und BAFA-BEG-Fördersätze um 5 Prozent, falls die Wärmepumpe Teil des sogenannten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist.  

5. Auf professionelle Planung und Installation Wert legen

Wichtig für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ist, dass die Fachkraft das System professionell plant, eine hohe Produktqualität einsetzt sowie eine fachgerechte Montage und Inbetriebnahme durchführt – inklusive eines hydraulischen Abgleichs. Zusätzlich hilft eine angepasste und aufmerksame Betriebsweise durch die Nutzer beim Stromsparen. Dabei erleichtern App-gekoppelte Wärmepumpenregler die Einstellung und Bedienung.

6. Aufstellungsort mit Bedacht wählen

Luft-Wasser-Wärmepumpen, welche Außenluft als Wärmequelle nutzen, lassen sich flexibel platzieren. Dort wo umbauter Raum knapp ist, werden die Aggregate platzsparend im Freien aufgestellt: entweder komplett als Monoblock- oder alternativ als Split-Variante, welche aus einer Innen- und Außeneinheit besteht. In beiden Fällen sind lediglich kleine Wanddurchführungen erforderlich. Bei der Außenaufstellung gilt es, die Produkt- und Standortwahl penibel darauf abzustimmen, dass die Nachbarn durch die technologisch bedingten Luftschallemissionen nicht gestört werden – sonst ist der Rechtsstreit, vor allem bei engen Bebauungen, programmiert.

Ein sehr geringes Geräuschbelästigungsrisiko bietet die Innenaufstellung. Hier platziert eine Fachkraft die komplette Wärmepumpe innerhalb des Gebäudes, vor allem im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Dachbodenbereich. Vorteilhaft sind außerdem die Frostfreiheit und die kurzen Leitungswege. Allerdings sind größere Wanddurchbrüche für die Außen- und Abluftführung notwendig. Und der Monteur muss sorgfältig auf die richtige Körperschalldämmung achten.

7. Das große Ganze: die Umsetzung in der Praxis

Nur wenn alle Rädchen ineinandergreifen, arbeitet das gesamte Wärmepumpensystem optimal und ist somit energetisch und ökologisch effizient. Doch wie gelingt das nun genau in der Praxis und welche Wärmepumpe funktioniert in welchem Altbau? Hilfreiche, praxisorientierte Tipps dazu gibt es bei einer Online-Veranstaltung im Rahmen der Inforeihe Heiztrend Interaktiv des Wärmepumpen-Herstellers Mitsubishi Electric – hier werden viele aktuelle Fragen geklärt, z.B. inwiefern Wärmepumpen in Altbauten überhaupt sinnvoll sind und welche baulichen Veränderungen wann notwendig werden.

Wärmepumpe im Altbau: So geht’s!

Wer nachhaltig heizen will, für den sind #Wärmepumpen die erste Wahl. Denn sie punkten nicht nur in Bezug auf ihre #Effizienz – sie setzen auch beim #Klimaschutz neue Maßstäbe.
Wärmepumpen nutzen Strom, um Energie aus der Umwelt zu ziehen. Um 100 % Heizleistung bereitzustellen, benötigen sie nur ein Viertel der Gesamtenergie als elektrischen Strom. Dabei sind Wärmepumpen im Betrieb mit nachhaltig erzeugtem Strom vollkommen #emissionsfrei.
Und das Beste: Wärmepumpen können oft ohne Weiteres auch bei der #Sanierung von Bestandsgebäuden eingesetzt werden.

Weitere Infos zum Thema Wärmepumpe gibt es hier:

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