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Warmes Wasser bei Bedarf

09.05.2012

Klein aber oho: elektronisch geregelte Klein-Durchlauferhitzer sind eine kostengünstige und optisch ansprechende Lösung zur energieeffizienten Warmwasserversorgung. (Clage)Das Gäste-WC auf der Wohnetage gehört im Neubaubereich und bei hochwertigen Renovierungen zum Baustandard. Doch oft entfällt der Warmwasseranschluss am Handwaschbecken aus Wirtschaftlichkeitsgründen. Denn in Relation zur seltenen Waschbecken-Nutzung ist die lange Wasserleitung, hinsichtlich der Installationskosten und wegen der späteren Wärmeverluste, zu teuer. Aber auch beim nachträglichen Einbau eines Badezimmers im Dachgeschoss sind Elektro-Durchlauferhitzer und -Warmwasserspeicher echte Problemlöser. Ohne allzu großen Installationsaufwand sorgen die Geräte sofort für warmes Wasser in Dusche, Badewanne und am Waschbecken. Aufgrund der kurzen Leitungswege reduzieren sich die Wärmeverluste auf ein Minimum.

Was leisten die kompakten Durchlauferhitzer?
Zwei Hauptvorteile zeichnen Durchlauferhitzer aus: Sie sind sehr kompakt gebaut und heizen die benötigte Wassermenge erst dann auf die eingestellte Wunschtemperatur auf, wenn ein konkreter Bedarf besteht. Wird irgendwo am angeschlossenen Warmwassernetz eine Armatur geöffnet, erwärmt das Heizelement im Geräteinneren automatisch und sofort das einströmende kalte Wasser auf die eingestellte Wunschtemperatur. Strom wird also nur verbraucht, wenn warmes Wasser entnommen wird.

Die Auslauftemperatur wird von drei Faktoren beeinflusst: von der Wasserdurchflussmenge, von der Kaltwasser-Zulauftemperatur und von der Geräte-Heizleistung. Letztere bestimmt auch die maximal zur Verfügung stehende Warmwassermenge. Je nach Bedarf versorgen Durchlauferhitzer eine oder mehrere Entnahmestellen. Erhältlich sind dazu unterschiedliche Geräteausführungen mit Nennleistung von 12 bis 27 Kilowatt; die Nennspannung liegt bei 400 Volt. Die Warmwassergeräte lassen sich aufgrund ihrer kompakten Abmessungen (zirka 50 cm hoch, 25 cm breit und 10 cm tief) sehr flexibel montieren: zum Beispiel an einer schmalen Wand im Bad, unter der Spüle, unterm Waschbecken oder versteckt im Wandschrank – oder sogar im Duschbereich und über der Badewanne (Voraussetzung: Strahlwasserschutz IP 25).

Eine Besonderheit sind sogenannte Klein- oder Mini-Durchlauferhitzer (ab zirka 100 Euro). Mit ihren geringen Abmessungen (etwa 15 cm hoch, 20 cm breit, 10 cm tief) und mit Leistungen von etwa 3 bis rund 7 Kilowatt eignen sie sich sehr gut zum Beispiel zur Versorgung eines Wasch- oder Spülbeckens. Die Minis werden direkt unter (oder über) der Zapfstelle montiert. Praktisch ist bei den kleineren Leistungen bis etwa 6 Kilowatt zudem, dass sich diese Modelle für den Steckdosenbetrieb eignen (230 Volt).

Die kompakten Elektro-Durchlauferhitzer können auch mehrere Entnahmestellen, wie Dusche, Waschbecken und Badewanne mit warmen Wasser versorgen. (Clage)Wodurch unterscheiden sich die Gerätetypen?
Im Angebot der namhaften Hersteller sind unterschiedliche Gerätekonstruktionen: einerseits die hydraulisch gesteuerten Durchlauferhitzer, andererseits die elektronischen Durchlauferhitzer, die es als gesteuerte und geregelte Varianten gibt. Wo liegen die Unterschiede?

Die hydraulisch gesteuerten Modelle (ab zirka 200 Euro) passen ihre elektrische Leistung stufenweise der Wasser-Durchflussmenge an; marktgängig sind bis zu vier Stufen. Die Bedienung erfolgt über einen einfachen Drehschalter. Energiesparende Ausführungen reduzieren ihre elektrische Leistung um bis zu 50 Prozent, wenn nur eine geringe Warmwassermenge gezapft wird.

Komfortabler, dafür aber auch etwas teurer ist der elektronisch gesteuerte Durchlauferhitzer (ab zirka 300 Euro). Die gewünschte Warmwassertemperatur lässt sich im Bereich von etwa 20 bis 60 Grad Celsius meist stufenlos am Temperaturwähler einstellen und bleibt bis zur Leistungsgrenze konstant. Die aktive Steuerung der Heizleistung kompensiert eventuelle Druckschwankungen in der Wasserleitung und vermeidet so unangenehme Temperaturschwankungen.

Mit Wunschtemperatureinstellung, die im Gerätedisplay angezeigt wird, glänzt die elektronisch geregelte Komfortproduktvariante. Im Vergleich zur Steuerung justiert die Elektronik die elektrische Leistungsaufnahme – in Abhängigkeit von Durchflussmenge und den Temperaturen – so exakt ein, dass die eingestellte Warmwassertemperatur möglichst gradgenau und verlässlich erreicht wird. Zudem kann die Regelung auch größere Druckschwankungen problemlos ausgleichen.

Elektro-Durchlauferhitzer-Modelle mit Vollelektronik (ab zirka 400 Euro) offerieren allerhöchsten Warmwasser- und Bedienkomfort. Die Temperatureinstellungen kann man hier nicht nur direkt am Gerät vornehmen, sondern auch mittels Fernbedienung zum Beispiel unter der Dusche stehend. Die Hersteller bestücken ihre Produkte noch mit weiteren nützlichen Funktionen wie Klartext-Bedienmenü und Wassermengen-Automatik. Praktisch ist zudem, dass sich bestimmte Geräte auch zur Nacherhitzung von solar vorgewärmten Wasser eignen.

Eine Energie- und Wassersparfunktion sorgt dafür, dass Elektro-Durchlauferhitzer mit Vollelektronik deutlich effizienter arbeiten, als Geräte mit hydraulischer Steuerung. Häufig amortisierten sich die höheren Anschaffungskosten deshalb bereits nach etwa drei Jahren.

Wandhängende, geschlossene Elektro-Speicher bevorraten ein Wasservolumen bis zu etwa 150 Liter und lassen sich auch zur gleichzeitigen Versorgung meherer Entnahmestellen einsetzten. (Stiebel Eltron)Welche Elektrospeicher-Alternativen gibt es?
Sogenannte drucklose beziehungsweise offene Elektro-Kleinspeicher (5 bis 15 Liter Inhalt) sind zweckmäßig ausgestattet und eignen sich zur preiswerten Versorgung einer Zapfstelle mit warmem Wasser (5-Liter-Speicher ab zirka 90 Euro). Konstruktionsbedingt ist die auslaufende Wassermenge stark gedrosselt, und die Nachheizleistungen (1 bis 3,5 Kilowatt) fallen relativ gering aus. Lieferbar sind sie in Über- und Untertischausführung.

Typische Einsatzorte sind das Spülbecken sowie Einzelwasch- oder Ausgussbecken, die wenig benutzt werden. Die Speicher werden übrigens als „offen“ bezeichnet, weil ihr Wasserinhalt durch ein Überlaufrohr ständig mit der Außenluft in Verbindung steht. Die Wasserentnahme kann deshalb nur über Spezialarmaturen erfolgen, aus denen beim Aufheizvorgang normalerweise das Ausdehnungswasser tropft.

Geschlossene Elektro-Speicher, auch druckfeste Warmwasserspeicher genannt, sind zwar deutlich teurer als die offenen Geräte, doch dafür können sie gleichzeitig mehrere Entnahmestellen versorgen. Außerdem liefern sie bauartbedingt eine größere Warmwassermenge. Wandhängende geschlossene Speicher gibt es zur Einzel- und Gruppenversorgung: als Kleinspeicher mit 5 bis 15 Liter Inhalt (5-Liter-Gerät ab zirka 300 Euro) beziehungsweise als Wandspeicher mit zirka 15 bis 150 Liter Inhalt und optionaler Schnellaufheizmöglichkeit.
 
Alle Speicherarten sind in der Regel wärmegedämmt. Der Wasserinhalt lässt sich, bei regelmäßiger Nutzung, per Thermostat ständig und automatisch auf der eingestellten Temperatur halten.