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Smart wohnen

11.10.2011

Die stylischen Wandsender "Smoove" steuern Rollläden, Markisen oder Außenjalousien mit sensitiver Technik in die gewünschte Richtung. (Somfy)Hausbauer und Renovierer sind nur so von Energiespartechnik umzingelt: Wärmepumpen oder Brennwertheizgeräte mit sehr hohen Wirkungsgraden, Solarthermieanlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung, Fotovoltaikanlagen zur Stromproduktion, das alles ist heutzutage Standard.

Und wegen immer dichter werdender Gebäudehüllen sind Häuser zunehmend mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung ausgestattet, die vor allem durch die Wärmerückgewinnung hilft, die Energiekosten zu senken. Hinzu kommen bauliche Komponenten wie Wärmeschutzfenster und Rollläden.

Angesichts so vieler Bestandteile ist es nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten. Wie stellt man sicher, dass die segensreiche Technik auch tatsächlich ihre optimale Wirkung entfaltet? Genau das ist der Punkt, an dem intelligente Steuertechnik gefragt ist. Intelligenz kommt dann ins Spiel, wenn diese Einzelbestandteile miteinander kommunizieren und sich gegenseitig Befehle erteilen.

Das setzt wiederum die Programmierbarkeit dieser Komponenten voraus. Erst die Verknüpfung einzelner Funktionen bringt dem Bauherrn mehr Sicherheit und mehr Komfort. Erst das entsprechende Reagieren der Heiztechnik bringt die erwünschte Energieeinsparung.

Bedienoberflächen sind nutzerfreundlich
Aber ist nicht die Bedienung dieser Steuerung wiederum sehr kompliziert? Nein, denn im Idealfall sind die Abläufe so programmiert, dass die Bewohner mit der Technik gar nicht oder kaum in Berührung kommen. Und sollte doch einmal eine Umstellung oder Umprogrammierung notwendig sein, dann stehen dem Hausbesitzer Bedienoberflächen zur Verfügung, die er im Alltag sowieso ständig nutzt: Computer, Handy, Fernbedienung oder ein fest installierter Wandbildschirm (Touchscreen).

Dazu ein Beispiel: Die Bewohner eines Hauses sind im Skiurlaub. Während der Abwesenheit läuft die kontrollierte Lüftung auf niedrigster Stufe. Die Heizung ist in den Urlaubsmodus versetzt, in allen Räumen herrscht eine Temperatur von 18 Grad Celsius. Weil das zum Wohnen aber zu wenig ist, fährt die Familie auf der Heimfahrt die Heizung hoch. So ist es bei der Ankunft der Familie schön warm. Und es reicht vollkommen, dass die Lüftung erst nach Ankunft eine Stufe höhergestellt wird. Und am nächsten Tag läuft die Haustechnik wieder nach den eingestellten Programmen.

Bei der Anwendung "RWE SmartHome" handelt es sich um ein System, mit dem elektrische Geräte, LIcht oder Heizung  für einen effizienteren Energieverbrauch via Internet am PC, Smartphone oder iPad gesteuert werden.Positiver Zusatzeffekt dieser smarten Technik: Mit ihrer Hilfe lässt sich ein Haus sicherer machen: Denn auch die Beleuchtung im Haus lässt sich programmieren und steuern. Damit das Haus während des Urlaubs nicht unbewohnt wirkt, gehen z.B. bei Dämmerung Lampen an und die Jalousien werden heruntergefahren – jeden Abend zu einem verschiedenen Zeitpunkt (Anwesenheitssimulation).

Zur Intelligenz der Systeme gehört, dass der Anwender auch gleich erkennen kann, dass seine Befehle ausgeführt wurden.Und auch der Komfortgedanke ist nicht zu unterschätzen. Wer sich beim Verlassen des Hauses fragt, ob das Dachfenster tatsächlich geschlossen ist, rennt nicht mehr die Treppe(n) hoch, um nachzuschauen, sondern bedient bequem den Touchscreen an der Flurwand oder schaut auf seinem Mobiltelefon nach. Wir werden alle immer älter, deshalb wird der Komfort-Aspekt auch an Bedeutung gewinnen. Im besten Fall führt die Technik dann dazu, dass Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.

Auch kleine Lösungen haben ihren Charme
Für die Realisierung einer intelligenten Haussteuerung stehen Bauherren oder Renovierern verschiedene Varianten zur Verfügung. Welches System gewählt wird, hängt davon ab, was es leisten soll und was es kosten darf. Wer nicht gleich das ganze Haus ausrüsten will, kann auch auf kleinere Insellösungen zurückgreifen. So kann per Fensterkontakt sichergestellt werden, dass die Fenster geschlossen sind, wenn die Heizung in Betrieb ist beziehungsweise dass die Heizung sich automatisch ausschaltet, wenn ein Fenster geöffnet wird.

Der Heizenergiebedarf eines Hauses kann mit Hilfe von Rollläden und Jalousien um bis zu zehn Prozent gesenkt werden, wie Messungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik ergeben haben. Allerdings können diese Werte nur erzielt werden, wenn die Verschattungen intelligent gesteuert immer im richtigen Moment hoch- bzw. runtergehen. Motorisierte Rollläden sind auch deshalb ein Segen für die Energiebilanz, weil dann die Gurtöffnung – eine klassische Wärmebrücke – wegfällt.
 
Klein, rund und voller Know-how: Der Funkhandsender "Skitter io" kann zwei Wohnszenarien speichern. (Somfy)Energie sparen kann man auch im Sommer
Beim Energiesparen denken die meisten Bauherren und Renovierer an Wärmeverluste vor allem im Winter. Doch auch im Sommer lässt sich viel Energie sparen. Die Zahl der Klimageräte hat stark zugenommen, vor allem seit es immer mehr heiße Sommer gibt. Denn werden großzügig verglaste Räume nicht verschattet, heizen sie sich auf. Das heißt, intelligent gesteuerte Verschattungen führen zu einem wesentlich geringeren Kühlungsbedarf. Im Idealfall wird eine Klimatisierung sogar gänzlich überflüssig.

Ein weiterer Energiesparfaktor sind Haushaltsgeräte. Diese verbrauchen nicht nur wesentlich weniger Strom als noch vor ein paar Jahren, sie lassen sich – mit entsprechender Elektronik – auch in die Haustechniksteuerung einbinden. So kann sichergestellt werden, dass die Spülmaschine immer nur dann läuft, wenn der Stromtarif günstig ist. Oder die Dunstabzugshaube passt ihre Leistung während des Kochens selbstständig immer wieder dem tatsächlichen Bedarf an.

Außer bei Energie lassen sich mit Hilfe intelligenter Haustechnik Einsparungen auch im Umgang mit anderen wertvollen Ressourcen erzielen, z. B. Wasser. Keinesfalls Zukunftsmusik, sondern heute schon möglich: Über das Internet lassen sich Wetterprognosen in das System einbinden. Sind Regenschauer oder Gewitter angekündigt, erhält das Steuerungssystem den Befehl, den Rasensprenkler nicht anzuschalten.

Es gibt also viele Möglichkeiten, ein Haus zum „Smart Home“ zu machen. Bauherren und Renovierer sind gut beraten, möglichst ein offenes System zu installieren, das Erweiterungsmöglichkei-ten bietet. Denn damit lässt sich nicht nur Energie sparen, sondern ein Haus auch zukunftssicher machen.   

 

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System und Kosten

 

  • Systeme: Um sein Haus richtig „smart“ zu machen, kann der Bauherr auf
    verschiedene Systeme zurückgreifen: von der einfachen Insellösung bis
    hin zum allumfassenden, hochflexiblen Installationsbus.
  • Kosten: Da jeder Fall anders ist, gibt es keine Pauschallösungen.
    Entsprechend schwanken auch die Kosten für die diversen Varianten
    zwischen zirka 5 000 und 70 000 Euro.
  • Große Lösung: Für große luxuriöse Häuser bietet sich ein Bus-System
    auf EIB/KNX-Standard an. Basis dieser Technologie ist eine Datenleitung
    („grünes Kabel“), die parallel zur Stromleitung verlegt wird. Die
    Grund-installation für ein EIB-System schlägt etwa mit 3 000 bis 4 000
    Euro zu Buche. Weitere Komponenten (Verschattung, Heizung, Licht, Alarm etc.)
    sind dann jederzeit modular nachrüstbar. Auch Multimedia- und IT-Lösungen sowie Haushaltsgeräte können hier eingebunden werden.
  • Kleine Lösung: Für kleine oder mittlere Einfamilienhäuser reicht in
    der Regel ein Funksystem aus. Damit lassen sich Lichtszenen,
    Verschattung, Alarmanlage, Fenster und bei manchen auch die Heizung
    steuern. Auch hier gibt es eine Vielfalt an Systemen.