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Schutz vor Blitzschäden

20.07.2011

Heute sind auch auf dem Computer zu Hause wichtige Daten und Dokumente gespeichert. Kaum vorstellbar, dass all diese Daten buchstäblich mit einem Schlag verloren sein können. Doch das kann schneller passieren, als einem lieb ist. Denn jeder Quadratkilometer in Deutschland wird bis zu vier Mal im Jahr vom Blitz getroffen. Beschädigt ein Blitzeinschlag die elektrische Anlage im Haus, können elektronisch gespeicherte Daten in Sekundenschnelle unwiderruflich zerstört sein.

Der Fachmann montiert hier als erste Schutzeinrichtung  den Blitzstromableiter.Selbst Blitzeinschläge in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern finden ihren Weg leicht über die Leitungen ins Haus und können dort Überspannungsschäden verursachen. Diese legen empfindliche Geräte wie Computer, Drucker, aber auch Fernseher oder Telefon endgültig lahm.

Da Schäden am Leitungsnetz des Gebäudes, also Strom-, Telefon- und Datenkabel, Gebäudetechnik sowie Mess- und Regelsysteme oft nicht zum Schutzumfang der Hausratversicherungen gehören, bleibt der Immobilienbesitzer alleine auf den Kosten sitzen.

Zu Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag kann es selbst dann kommen, wenn ein äußerer Schutz durch einen Blitzableiter vorhanden ist. Bannen kann diese Gefahr ein modernes Überspannungsschutzsystem aus drei hintereinander geschalteten Schutzeinrichtungen, die entstehende Überspannungen auf ein niedrigeres und für die elektronischen Geräte unkritisches Niveau heruntersetzen.

Der Blitzstromableiter – nicht zu verwechseln mit dem Blitzableiter auf dem Dach – wird vom Fachmann am elektrischen Hausanschlusskasten installiert und ist in der Lage, sehr hohe Blitzteilströme zur Erde abzuleiten. Die verbleibende Überspannung im Leitungsnetz reduziert in einer zweiten Stufe eine Überspannungsschutzeinrichtung im Stromkreisverteiler. Am Ende der Kette steht der so genannte Fein- oder Endgeräteschutz zum Beispiel in Form von professionellen Überspannungsschutzsteckern, die direkt vor empfindliche Geräte geschaltet werden.

Der Elektrofachmann baut die Systeme in wenigen Stunden und ohne Schmutz und Staub ein. Die weit verbreitete Meinung, dass Überspannungsschutzstecker als alleiniger Schutz ausreichen, ist allerdings ein Trugschluss. Die Steckdosenleiste alleine ist nicht in der Lage, die gesamte zerstörerische Energie bei einer Überspannung abzuleiten. Dazu sind alle drei Schutzstufen notwendig.

Eine Verpflichtung zum Einbau eines Überspannungsschutzes gibt es für private Gebäude noch nicht. Hauseigentümer und Modernisierer sollten bedenken, dass es in der Regel günstiger ist, ein  Überspannungsschutzsystem einbauen zu lassen, als nach einem Blitzeinschlag die Kosten für den Schaden tragen zu müssen.

Weitere Infos

Bei Hausratsversicherungungen ist oft die Absicherung gegen Blitzschäden nur über eine Zusatzvereinbarung möglich. In sehr vielen Haushalten befindet sich heute modernste Elektronik im Wert von 10 000 Euro oder mehr, da lohnt es sich schon, diese hochempfindlichen Geräte abzusichern. Die Kosten für einen umfassenden Überspannungsschutz von Gebäuden betragen für ein Einfamilienhaus etwa 1000 Euro, für Wohnungen rund 500 Euro.



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