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Intelligentes Wohnen

27.09.2012

Digitales Sat-TV kommt ohne Kabel aus. Für die Übertragung nutzt die Firma Devolo die Stromleitung des Hauses – so wird jede Steckdose zum Antennenanschluss und das TV-Programm kann in jedem Raum empfangen werden. Multimedia macht Hausautomation attraktiv
Dass auch das Home Entertainment in die Hausautomation einbezogen werden kann, könnte die intelligente Technik für breite Schichten interessant machen. Denn die parallel existierenden Bereiche Haustechnik, Computer und Unterhaltungselektronik verschmelzen immer mehr. TV, Kinofilme oder Musik werden zwar noch per CD, DVD, Radio- und TV-Sender empfangen, doch werden Inhalte (sog. „Content“) immer mehr aus dem Internet heruntergeladen („Streaming“). Egal also, ob man den neuesten Song seiner Lieblingsband hören will, das Licht im Haus ausschalten oder die Rollläden herunterfahren will – all das lässt sich per Smartphone oder Tabletcomputer bewerkstelligen. Die Suche nach der richtigen Fernbedienung hat sich somit (weitgehend) erledigt.

Interessant ist Hausautomation für das Thema Energiesparen. Auch hier kann intelligente Gebäudetechnik viel bewirken. Eine vom Industrieverband Technische Textilien, Rollladen, Sonnenschutz (ITRS) in Auftrag gegebene Studie hat bemerkenswerte Ergebnisse gebracht. Die durchgeführten Berechnungen ergaben, dass automatisierte Rollläden und Sonnenschutzsysteme bei Fenstern, die der aktuellen Energieeinsparverordnung entsprechen, acht Prozent der eingesetzten Heizenergie einsparen. Bei Gebäuden mit älteren Fenstern wurden sogar Einsparungen von bis zu 44 Prozent ermittelt. Entscheidend hierbei ist, dass die Verschattungen immer im richtigen Moment hoch- bzw. runtergehen.

Anderes Beispiel: Licht. Mit Hilfe von Präsenzschaltern schalten sich Lampen nur bei tatsächlichen Bedarf ein. So können bis zu 25 Prozent der benötigten Energie eingespart werden. Dabei reagieren intelligente Schalter über infrarotgesteuerte Sensoren zu betimmten Tageszeiten auf menschliche Körperwärme und erkennen, ob künstliches Licht benötigt wird. Zusätzlich ermöglicht ein Zentralschalter per Knopfdruck das Steuern von Licht im kompletten Haus sowie von Herd und Kaffeemaschine.

Beim Energiesparen denken die meisten Bauherren und Renovierer an Wärmeverluste im Winter. Doch auch im Sommer lässt sich durch intelligente Haustechnik viel Energie sparen. Die Zahl der Kleinklimageräte hat stark zugenommen. Denn werden großzügig verglaste Räume nicht rechtzeitig verschattet, heizen sie sich schnell auf. Melden jedoch Sonnensensoren und Temperaturfühler, dass ein gewisser Lichteinfall bzw. eine bestimmte Raumtemperatur überschritten wurde, fahren die Jalousien oder Rollläden herunter. Das führt auf Dauer zu einem wesentlich geringeren Kühlungsbedarf. Im Idealfall wird eine Klimatisierung dann sogar gänzlich überflüssig.

Verschattung ist wichtig für den sommerlichen Wärmeschutz. Beim Funksystem „io-homecontrol“ kann sie auch per Tabletcomputer bedient werden. VeluxEnergie sparen im Haushalt
Ein weiterer Energiesparfaktor sind Haushaltsgeräte. Diese verbrauchen nicht nur wesentlich weniger Strom als noch vor ein paar Jahren, sie lassen sich – mit entsprechender elektronischer  Ausstattung – auch in die Haustechniksteuerung einbinden. So kann sichergestellt werden, dass die Spülmaschine immer nur dann läuft, wenn der Stromtarif günstig ist. Oder wenn die Photovoltaikanlage auf dem Hausdach gerade besonders viel Strom produziert.

Mehr Sicherheit
Weiterer großer Vorteil der Hausautomation: Sie machen – im Zusammenspiel mit guter mechanischer Sicherung – ein Gebäude sicherer. Man kann auch auf Dienstreise oder im Urlaub kontrollieren, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Oder man programmiert einen Beleuchtungsablauf. Damit das Haus während des Urlaubs nicht unbewohnt wirkt, gehen z. B. bei Dämmerung Lampen an und die Jalousien werden heruntergefahren – jeden Abend zu einem verschiedenen Zeitpunkt.

Es gibt also viele Gründe, ein Haus zum „Smart Home“ zu machen. Bauherren sind gut beraten, sich schon früh in der Planungsphase um Elektrotechnik und Hausautomation zu kümmern. Sinnvoll ist dabei auch eine vorausschauende Elektroinstallation durch Fachleute. Und es sollte möglichst ein offenes System installiert werden, das Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Denn damit lässt sich nicht nur Energie sparen, sondern ein Haus auch zukunftssicher machen.