
Hydraulischer Abgleich – viele Hausbesitzer haben diesen Begriff schon irgendwo einmal im Zusammenhang mit Heizungsoptimierung, Energie- oder Kosteneinsparung gehört. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich? Wir zeigen Ihnen anhand eines realen Praxisbeispiels, was genau dahintersteckt.
Optimierung einer bestehenden Ölheizung
Die Eigentümer eines freistehenden Hauses aus den 1990er-Jahren haben ihre Ölheizung durch den Einbau einer Solarthermieanlage ergänzt, wodurch der Ölverbrauch bereits reduziert wurde. Um die Effizienz weiter zu steigern, empfahl der Heizungsbauer einen hydraulischen Abgleich. Eine Studie zeigt, dass etwa 85 % der Heizungsanlagen nicht optimal eingestellt sind, was zu unnötig hohem Energieverbrauch und ungleichmäßiger Wärmeverteilung führt.
Der hydraulische Abgleich: Ablauf und Nutzen
Das Ziel des hydraulischen Abgleichs ist es, das Heizsystem so einzustellen, dass jeder Heizkörper genau die benötigte Wassermenge erhält. Dies verhindert eine Über- oder Unterversorgung und sorgt dafür, dass auch weit entfernte Heizkörper warm werden. Der Abgleich senkt nicht nur den Pumpenstromverbrauch, sondern erhöht auch den Wirkungsgrad der gesamten Heizung, was wiederum CO2-Ausstoß, Energieverbrauch und Kosten reduziert.
Der Prozess beginnt mit einer Bestandsaufnahme und der Berechnung des Wärmebedarfs für jeden Raum. Auf dieser Grundlage berechnet der Fachbetrieb den optimalen Heizwasserbedarf. Notwendig sind voreinstellbare Thermostatventile, die im vorliegenden Fall durch neue, moderne Modelle ersetzt wurden. Diese können drahtlos über ein zentrales Steuergerät bedient werden, was den Komfort erhöht.
Amortisation der Investition
Die Kosten für den hydraulischen Abgleich liegen für ein Einfamilienhaus bei 600 bis 1000 Euro. Zusätzlich wurden neue, elektronisch geregelte Hocheffizienzpumpen und drahtlose Thermostate installiert. Allein der Abgleich kann laut Experten rund 110 Euro pro Jahr einsparen. Durch den Austausch der alten Pumpen können weitere 75 bis 100 Euro jährlich an Stromkosten eingespart werden. Die Investition amortisiert sich somit in überschaubarer Zeit.
Schritt für Schritt Anleitung
Schritt 1 – Demontage

Schritt 2 – Neues Ventil

Schritt 3 – Vergleich altes gegen neues Ventil

Schritt 4 – Abdichten des Gewindes

Schritt 5 – Thermostatventil aufdrehen und anbringen

Schritt 6 – Wasserdurchflussmenge einstellen

Schritt 7 – Neuer Regler

Schritt 8 – Verbindungsadapter anschließen

Schritt 9 – Adapterring fixieren

Schritt 10 – Batterien einlegen

Schritt 11 – Funkthermostat fixieren

Schritt 12 – Montierter Funkthermostat

Schritt 13 – Konfiguration des Bedienteiles

Schritt 14 – Zusammenschalten mehrere Thermostate

Schritt 15 – Raumthermostat fixieren

Schritt 16 – Einlesen der Thermostate

Schritt 17 – Heizkörperthermostate einlesen

Schritt 18 – Netzwerk-Test

Schritt 19 – Einweisung

Weitere Informationen
Voreinstellbare Thermostatventile RA-N, elektronische, funkbasierte Heizkörperthermostate Living connect, zentrales Bediengerät Danfoss link, Berechnungssoftware für hydraulischen Abgleich DanBasic V, alles von www.danfoss.de.
Hocheffizienzpumpen: Stratos Pico 30/1-6, Stratos Pico 25/1-4, Yonos Pico 25/1-4, www.wilo.de.
Wir danken dem Installationsbetrieb Ludwig Streit, Meitingen, für die freundliche Unterstüzung bei den Fotoaufnahmen.
PDF Download: Hydraulischer Abgleich
