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So werden Räume schadstofffrei schön

10.08.2015

Die wasserbasierten Farben von "Little Greene" sind annähernd geruchsfrei und VOC-frei, für die Ölfarben werden pflanzliche Öle verwendet. www.littlegreene.comEine geplante Renovierung ist eine gute Gelegenheit, sich ganz grundsätzlich Gedanken über gesundes Wohnen zu machen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die bisher in Ihrem Zuhause eingesetzten Materialien seit ihrer Verlegung bis zum jetzigen Zeitpunkt ihre schädlichen Inhaltsstoffe größtenteils ausgedünstet haben.

Aber Sie möchten sich bestimmt mit einer arbeits- und zeitintensiven Renovierung nicht gleich wieder die nächsten Schadstoffe ins Haus holen. Denn die Ausdünstungen von Farben, Tapeten und Bodenbelägen, genauso wie von Möbeln und Heimtextilien haben direkte Auswirkungen auf die Raumluft. Sie emittieren, was sich wiederum als belasteter Hausstaub niederschlägt. Diese Emissionen können nicht nur bei allergieanfälligen Menschen zu starken Beeinträchtigungen führen.


Moderne Bautechnik und energetische Anforderungen verstärken das Problem noch: Durch die dichtere Bauweise gibt es in sanierten Altbauten mit neuen Fenstern, Außentüren und verbesserter Fassadendämmung eine wesentlich geringere Luftwechselrate mit der Außenluft als im unsanierten Altbau – Ausdünstungen können kaum noch entweichen. Da ist es sehr empfehlenswert, von vorneherein wohngesunde Materialien schadstofffrei einzusetzen.

Bestandsanalyse

Am Anfang des Renovierungsprojekts steht eine Bestandsanalyse, um herauszufinden, ob Sie lediglich eine Farbauffrischung  durchführen oder grundsätzliche Änderungen realisieren möchten. Wenn Ihr Zuhause mit weichmacherhaltigen PVC-Böden oder Vinyl-Tapeten ausgestattet ist, sollten Sie die Chance ergreifen, diese zu entsorgen und durch wohngesunde Baustoffe zu ersetzen. Eventuell müssen bei einer Renovierung auch erst Bauschäden und deren Ursachen beseitigt werden. Hier sollten Sie für Klarheit sorgen.

Teilweise tun sich erst beim Entfernen von Tapeten oder hinter Möbeln verschimmelte Wandstellen auf. Die Ursache – übermäßige Feuchte – muss genauso professionell und nachhaltig beseitigt werden wie das verschimmelte Bauteil selbst. Material-, Luft- oder Staubproben helfen, einen Schaden und die Vorgehensweise zu seiner Beseitigung genau zu bestimmen.

Schön und Wohngesund

Es gibt verschiedenste Baustoffe, die angenehme und ästhetische Oberflächen schaffen und die dekorativ, zeitlos und dabei wohngesund sind. Farben mit hohem pH-Gehalt wirken schimmelhemmend, Pilzsporen können sich nicht darauf festsetzen. Sie sind besonders gut für Allergiker geeignet. Trotzdem sollte natürlich kein akuter Schimmelbefall vorliegen, denn das Darüberstreichen würde die Ursache nicht beseitigen. Zu dieser Gruppe der Farben mit hoher Alkalität gehören Silikat- und Kalkfarben. Reine Silikat- und Sumpfkalkfarben sollten nur von Fachleuten verarbeitet werden, da besondere Vorkenntnisse nötig sind, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Es gibt aber auch gebrauchsfertige Dispersionssilikatfarbe und gefüllte Kalkfarbe mit Marmormehl-Zusatz zur Verbesserung der Deckkraft, die ohne Probleme von Heimwerkern verarbeitet werden können. Nicht alle Untergründe sind geeignet, dies sollte vorher geprüft werden. Und es ist auf jeden Fall ratsam, eine Probefläche zum Testen anzulegen.

Auch Dispersionsfarben können wohngesund sein. Ganz grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Farben und Lacke keine Lösemittel enthalten, die nach dem Verdunsten Gesundheit und Umwelt als flüchtige organische Verbindungen (VOC) stark belasten. Wasserlösliche Produkte, die kaum oder gar keine organischen Lösemittel enthalten, sind empfehlenswert. Auch Konservierungsstoffe wie Formaldehyd oder Isothiazoline, deren Zusatz vermeiden soll, dass wasserhaltige Farben schimmeln, gelten als gesundheitlich bedenklich. 

Das Überstreichen einer Raufasertapete, eventuell mutig in Farbe, gehört zu den leichteren Übungen beim Renovieren, auch deren vorheriges Verkleben. Und mit gemusterten Tapeten, selbst sparsam und gezielt eingesetzt, kann man Wohnräumen leicht einen ganz neuen Look verpassen. Auch bei den Tapeten kommt es darauf an, was drin ist. Volldeklaration und Prüfsiegel geben Aufschluss darüber, ob die verwendeten Materialien und Druckfarben auf Schadstoffe geprüft und dementsprechend empfehlenswert sind.

Dasselbe gilt für Fußböden: Es steht eine riesige Bandbreite an Materialien zur Verfügung wie beispielsweise unversiegeltes Holz, Laminat, Linoleum, Kautschuk, Kork. Dazu verschiedenste  keramische Fliesenbeläge, Stein, Beton oder auch Teppichböden – emissionsarm und wohngesund sollten sie sein. Im Sinne der Wohngesundheit gilt es aber, nicht nur auf die schönen Materialien zu achten, die letztendlich sichtbar sind, sondern ebenso auf das, was sich darunter befindet.

Unter der schönen Oberfläche

Denn auch bei den für die Vorbereitung und Verarbeitung benötigten Ausgleichsschichten, Spachtelmassen, Haftgründen, Klebstoffen oder Tapetenkleistern wollen Sie eventuelle schädliche Ausdünstungen in den Raum vermeiden. Hilfe bei der Orientierung bieten Label wie „Der blaue Engel“, „Emicode“ und weitere.

Wer natürlich gesund bauen und wohnen will, kommt nicht umhin, sich so so gut wie möglich zu informieren und alles kritisch zu hinterfragen. Jeder Bauherr setzt sich seinen eigenen Maßstab für das, was ihm wichtig ist. Je genauere Erkundigungen über Materialien Sie vorher einziehen und in Bezug zu Ihrer persönlichen Wohnsituation und Ihrem Leben setzen, desto mehr Freude werden Sie später an der fertig gestellten Renovierung haben.  


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