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Gesund wohnen

10.01.2011

Die Wahl der richtigen Baustoffe hat einen großen Einfluss auf das gesunde Wohnklima und den Wohlfühlfaktor in den eigenen vier Wänden.

Über eine spezielle werkseitige Beschichtung reduziert und neutralisiert die neue Gipsfaser-Platte "Fermacell greenline" gesundheitsschädliche Stoffe wie Formaldehyd. Foto: Xella Die Modernisierung von Immobilien hat Hochkonjunktur. Allerdings werden bei der Sanierung oftmals nur die Energie-Aspekte berücksichtigt – und die Baubiologie kommt zu kurz. So können vorhandene Probleme verstärkt werden, zum Beispiel indem die Schadstoffbelastung im Innenraum durch die Ausdünstungen moderner Baustoffe steigt.

Dabei können Hausbesitzer durch den Einsatz natürlicher Materialien auf einen Streich Energie sparen, Belastungen minimieren und das Wohnklima verbessern.

Mit Beginn des Baubooms in den 50er Jahren hielten in Häuser und Wohnungen manche synthetischen Baustoffe Einzug, deren Schädlichkeit erst 20 Jahre später in vollem Umfang bekannt wurde.

Traurige Berühmtheit erlangten unter anderem Asbest, Formaldehyd und verschiedene Holzschutzmittel. Sie werden inzwischen als höchst gesundheitsschädlich eingestuft.

Klare Vorstellungen bei der Materialwahl: Der natürliche Baustoff Holz lässt sich beim Innenausbau in vielen Bereichen einsetzen. Foto: BHWRund 90 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1977 – also vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung – gebaut und sind sanierungsbedürftig.

Der Verband der Baubiologen geht davon aus, dass sich in etwa 80 Prozent der deutschen Altbauten gesundheitlich äußerst bedenkliche Baustoffe finden lassen.

Diese oft hochgiftigen Altlasten in Tapeten, Lacken, Farben, Klebern und Kunststoffen können dann zu Unwohlsein, Kopfschmerzen, auch zu Schleimhautentzündungen oder Atemwegserkrankungen führen.

Setzen Sie auf natürliche Baustoffe. Foto: BHWBaustoffe sollten bei der Herstellung, Nutzung und späteren Beseitigung keine Schadstoffe an die Umgebung abgeben.

Grundsätzlich sollte auf Produkte verzichtet werden, die allergieauslösende Substanzen wie zum Beispiel Kunstharze und chemische Lösungsmittel wie Xylol enthalten.

Setzen Sie vom Dach bis in den Keller auf natürliche oder zumindest unbedenkliche Baustoffe.

 

 

Ihren Kindern zuliebe: gesund wohnen! Foto: KnaufDie Bezeichnung „Baubiologe“ ist in Deutschland nicht geschützt, deshalb sollte auf die Zugehörigkeit des Experten zu einem seriösen Berufsverband geachtet werden.

Wer eine schnelle, kompetente Beratung sucht, wird beim „Gesünder-Wohnen-Telefon“ des Berufsverbands deutscher Baubiologen e.V. fündig (Tel. 08 00/200 10 07, montags bis freitags, von 9.00 bis 17.00 Uhr). Hier wird auch der Kontakt zu einem örtlichen Baubiologen vermittelt.

Natürliche Baustoffe  von A bis Z
Dämmstoffe: Zellulose, Holzfaser, Flachs, Kork, Hanf, Kokosfaser, Blähton, Schafwolle, Hobelspäne, Roggen, Schilfrohr
Innenputz: Baumwollputz, Flüssigtapete, Lehmputz, Kalkputz
Naturfarben: Naturharz-Dispersionsfarbe, Silikatfarbe, Kasinfarbe, Kalkfarbe
Böden: Kork, Linoleum, Massivholz, Fertigparkett, Wolle-, Naturfaser- und Naturhaarteppich

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