Sicherheitstechnik fürs Eigenheim

Sicherheitstechnik fürs Eigenheim

In Deutschland geschieht etwa alle drei Minuten ein Einbruch in ein Haus oder eine Wohnung. Dabei leben die Menschen in der Überzeugung, dass Einbrecher überwiegend nachts tätig sind. Doch jeder zweite Einbruch geschieht bei Tag. Einbrecher kundschaften im Vorfeld häufig aus, wann die Bewohner regelmäßig ihr Haus verlassen, beispielsweise um zur Arbeit oder zum wöchentlichen Einkauf zu starten, dann schlagen sie zu. Deshalb ist es wichtig und sinnvoll, das Eigenheim rund um die Uhr zu schützen. Denn ein Einbruch ist für viele nicht nur ein materieller Verlust. Vor allem haben Einbrüche psychische Folgen, weil sich die Betroffenen nicht mehr sicher fühlen in ihren eigenen vier Wänden. Um das Eigenheim zu sichern, stehen verschiedene mechanische Schutzmaßnahmen zur Verfügung. Einfache Verhaltenstipps können die Sicherheit noch weiter erhöhen.

Widerstand lässt Einbrecher aufgeben

Aus Angst entdeckt zu werden versuchen Einbrecher es nicht allzu lange an einer Terrassentür oder einem Fenster. Wenn sie nach etwa drei bis fünf Minuten keinen Erfolg haben, geben die meisten auf und suchen sich ein leichteres Opfer. Dann sind vielleicht ein paar Kratzer an der Tür oder dem Fenster zu sehen. Die Installation von mechanischem Einbruchschutz, der Diebe abschreckt, kostet meist nicht viel. Mit einer Investition von 1500 bis 2500 Euro lässt sich ein Neubau bereits mit einbruchhemmenden Türen und Fenstern sichern. Stabilere mechanische Schutzsysteme in Kombination mit elektronischen Systemen sind etwas teurer.

Sicherheitsklassen geben Auskunft

Fenster und Türen sind in verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt. RC steht für Resistance Class. Die Einteilung reicht von RC 1 mit geringem Schutz bis RC 6 für hohen Schutz. RC 6 kommt normalerweise bei Bankgebäuden zum Einsatz. Bei RC 2 haben Fenster Sicherheitsglas, bei RC 3 ist Einbruchschutz eingebaut, der auch versierten Einbrechern Widerstand leistet. Dabei sind die Fenster mit innen liegenden Pilzkopfzapfen ausgestattet, die beim Verschließen in stabile Stahlschließbleche greifen, die fest mit dem Rahmen verschraubt sind. Aufhebeln ist damit fast unmöglich. Erhöhten Einbruchschutz bieten auch abschließbare Fenster. Schlösser im Griff verhindern, dass sich die Mechanik im Inneren bewegen lässt. Es gibt sogar Systeme, die ein gekipptes Fenster sichern.

Türen und Fenster immer schließen

Damit es Einbrecher nicht so leicht haben, ist es notwendig, beim Verlassen des Hauses die Türen zu verschließen und nicht einfach nur zuzuziehen. Nicht abgeschlossene Türen können Einbrecher mit normalem Werkzeug einfach aufhebeln. Das gilt auch für Fenster. Selbst in Kippstellung sind sie keine Herausforderung für einen Dieb. Auch normale Türen mit normalen Schlössern sind für Einbrecher, die das entsprechende Werkzeug haben, keine große Herausforderung. Damit Diebe es nicht zu einfach haben, gibt es spezielle Sicherheitsschlösser, zusätzliche Sicherungen und einbruchhemmende Türen.

Elektronische Systeme sind eine sinnvolle Ergänzung

Haustüren mit Mehrfachverriegelung bieten mehr Sicherheit. Diese Türen sind mit Mechaniken ausgestattet, die sich beim Abschließen gleich an mehreren Stellen fest mit dem Rahmen verbinden. Zusatzriegel und Sicherungsketten können die Sicherheit noch erhöhen. Dieser mechanische Einbruchschutz lässt sich mit elektronischen Systemen sinnvoll ergänzen. Schon ganz einfache Maßnahmen, wie Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder können eine abschreckende Wirkung erzielen.

In Neubauten installieren heute fast alle Bauherren eine Türsprechanlage. So lässt sich ohne Öffnen der Tür feststellen, wer draußen steht. Automatische Systeme verriegeln die Tür, sobald sie ins Schloss fällt. Nur von innen lässt sie sich noch wie gewohnt und ohne Schlüssel öffnen. Damit kann niemand mehr vergessen abzuschließen. Bei Funk-Verriegelungssystemen, zum Beispiel an der Garage, ist es wichtig, dass sich der Code nicht so einfach knacken lässt. Maximale Sicherheit bieten Alarmanlagen, die mit Videokameras, Bewegungsmelder, Tür- und Fenstersensoren und direkt mit dem Smartphone oder einem Sicherheitsdienst verbunden sind. Diese funkbasierten Systeme lassen sich leicht um Wasser- und Feuermelder ergänzen.

Sicherheitsausstattung richtet sich nach dem Bedarf

Smarthome-Systeme lassen sich je nach Bedarf mit Sicherheitskomponenten erweitern. Damit lassen sich Beleuchtung und elektrische Rollläden programmieren, um Anwesenheit zu simulieren. Sind Kameras eingebunden, ist es auch von unterwegs möglich, mit einer Smartphone-App zu sehen, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Die Planung eines solchen Sicherheitssystems sollten Profis übernehmen, genau wie den Einbau auch. Es gibt wohl einfache Systeme, die jeder selbst installieren kann. Doch sie lassen sich leicht manipulieren und wiegen die Bewohner dann in einem falschen Gefühl von Sicherheit.

Dachfenster und Balkontüren sicher machen

Der Balkon oder das Dachfenster sind nicht ganz so einfach zu erreichen wie Türen und Fenster im Erdgeschoss. Oft sind sie deswegen nur unzureichend oder gar nicht gegen Einbruch gesichert. Erfahrene Täter wissen das und klettern nach oben, beispielsweise unter Zuhilfenahme einer Leiter oder Mülltonne, oder einfach über Mauern oder das Garagendach. So erreichen sie relativ einfach diese scheinbar schwer erreichbaren Türen und Fenster und haben dann leichtes Spiel, um ins Haus zu gelangen. Häufig stehen die notwendigen Hilfsmittel frei auf dem Grundstück herum.

Daher rät die Kriminalpolizei Leitern und andere Kletterhilfen stets nach Gebrauch wegzuschließen. Zudem ist es sinnvoll, auch Balkontüren mit Zusatzschlössern zu sichern wie die Terrassentüren auch. Für Dachfenster gibt es ebenfalls Zusatzschlösser, die sich auch nachträglich noch installieren lassen. Diese Maßnahmen erhöhen den Einbruchschutz für das Eigenheim ganz enorm.

Licht- und Kellerschächte nicht vergessen

Auch Lichtschächte und Kellerschächte geraten beim Thema Einbruchschutz häufig in Vergessenheit. Doch die Gitter lassen sich sehr leicht aufhebeln und Einbrecher können sogar vor Blicken sicher geschützt ins Haus eindringen. Sind die Kellerschächte betoniert, sind stahlarmierte Glasbetonsteine als Abdeckung ebenso gut geeignet wie Rollrostsicherungen. Bei älteren Schächten gibt es spezielle Abhebesicherungen für die Gitterroste, die sich auf vier Seiten im Mauerwerk verankern lassen. Bei Kellerfenstern kommen die gleichen Schutzmaßnahmen infrage wie bei normalen Fenstern auch.

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