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Mauerwerksanierung

25.11.2011

Selbst für die Messung der Bauteilfeuchte gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Schadensfall eingesetzt werden.Was kann ich denn eigentlich gegen die aufsteigende Feuchtigkeit tun?“ lautet eine der häufigsten Fragen, die einem Sachverständigen im Zusammenhang mit feuchtem Mauerwerk gestellt werden. Zunächst gilt es jedoch diese Frage wiederum zu hinterfragen: „Ist es denn wirklich aufsteigende Feuchtigkeit?“.

Denn beim Thema Mauerwerksfeuchtigkeit geht es in erster Linie um die richtige Diagnose der Feuchteursachen und deren Kombinationen, dann um die sachgerechte Analytik sowie die Bewertung.

Vier Hauptursachen für Feuchtigkeitsverteilung

Theoretisch sind alle Feuchtigkeitsprobleme am Mauerwerk auf vier Ursachen zurückzuführen. Seitlich eindringendes Wasser führt  zu höheren Feuchtigkeitswerten im Außenbereich des Mauerwerks, kapillar aufsteigende Feuchtigkeit bringt dagegen die höchsten Messwerte im mittleren Bereich des Mauerquerschnitts hervor.

Ein spannender Sonderfall: Die durch bauschädliche Salze hervorgerufene hygroskopische Feuchtigkeit. Denn hinter dem landläufig Mauersalpeter genannten Schaden verbirgt sich eines der am weitesten verbreiteten und stark schädigenden Mauerwerkssalze, das Calciumnitrat. Dieses Salz ist stark hygroskopisch, hat also das Potenzial, weiteres Wasser in das Kristallgitter einzulagern. Am Ende einer Vielzahl chemischer Vorgänge kommt es zur Absprengung von Putz.

Diesen Mechanismus setzen auch Sulfate, Carbonate und Chloride in Gang. Es geht hier also um mehr als nur einen problematischen Vertreter. Bei der hygroskopischen Feuchte kann zwar auch nur ein Teilbereich des Mauerwerks feucht sein, in der Praxis wird es sich aber zumeist um eine zerstörerische Kombination mit seitlich eindringender oder kapillar aufsteigender Feuchte handeln.
 
Nachdem der Schimmelbefall professionell beseitigt war, wurde eine Innenabdichtung aufgetragen. Sie soll dazu beitragen, den Keller dauerhaft trocken zu halten. IsotecDie vierte Ursache von Feuchtigkeit am und im Mauerwerk ist schließlich die Kondensation an den kalten Stellen des Innenraums, also durch den Übergang von der dampfförmigen in die flüssige Phase. Sie bedingt höhere Messwerte in den raumseitigen Bereichen der Wand.

Oftmals sind Kondensationsprobleme auf die Wirkung von Wärmebrücken zurückzuführen. Geometrische Wärmebrücken beispielsweise führen aufgrund der kleineren raumseitigen Oberfläche im Vergleich zur größeren außen liegenden Auskühlungsfläche der Wand zu niedrigen Oberflächentemperaturen, die das Entstehen von Feuchtigkeit als Grundlage für Schimmelbildung begünstigen.

Vor Ort bei der Begutachtung von feuchten Wänden finden sich oftmals Kombinationen der vier Hauptursachen. Aus der Vielzahl der möglichen Ursachen (-kombinationen) wird deutlich, dass eine professionelle und von Verkaufsinteressen unabhängige, fachlich und sachlich richtige Diagnose und Analytik der Anfang einer erfolgreichen Sanierung ist.

Was sich hier in einem schönen Satz so einfach liest, birgt in der Praxis doch einige Tücken. Hilfreich sind hier Normen und Regelwerke, die zum Thema Mauerwerksfeuchtigkeit in Deutschland allerdings rar sind. Die sogenannte Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) empfiehlt folgendes in der Praxis bewährte Vorgehen:

  1. Bauwerksbesichtigung 
  2. Bestands- und Schadensplan (Untersuchungsmethoden und Kosten)
  3. Analyse (Auswahl geeigneter Untersuchungsmethoden) 
  4. Bewertung 
  5. Instandsetzungsplanung.

Was bedeutet dies?
Bei der Begutachtung vor Ort sind neben den Baustoffspezifika – ein Ziegelstein verhält sich gegenüber Feuchtigkeit und Salzen eben anders als ein Mauerwerk aus Schieferstein – alle bisher benannten Hintergrundfakten zu berücksichtigen. Durch eine orientierende Messung der Bauteilfeuchte kann man sich dem Problem nähern. Wichtig ist, die Grenzen der jeweiligen Messmethode zu kennen.

Beispiel: In der Feuchtigkeit des Mauerwerks gelöste Salze ändern die Leitfähigkeit des Wassers, die angezeigten Messwerte dürfen nicht zu einer Bewertung herangezogen werden. Eine gute Methodik, die Bauteilfeuchte zu ermitteln, basiert auf Bohrkernen oder Stemmproben aus dem Mauerwerk – möglichst auch über den Querschnitt, also mindestens bis in die Mitte der betreffenden Wand. So lässt sich ein gutes Abbild der Feuchte- und Salzverteilung einer Wand erzeugen.

Bei der Auswahl der Proben ist eine Kenntnis der Charakteristika der einzelnen Baustoffe hilfreich. Ist eine Probe der Mörtelfuge oder des Steinmaterials zielführend? Welchen Stein analysiere ich überhaupt? Die Kombination dieser Methoden mit dem Blick auf die Schadsalze ermöglicht eine sichere und umfassende Beurteilung.

Fazit: Wer Feuchtigkeit im Mauerwerk wirksam bekämpfen möchte, muss einen ausgewiesenen Fachmann mit der Diagnose beauftragen. Dieser wird dann die notwendigen Maßnahmen auf der Basis einer sachverständigen Analyse vorschlagen.        

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