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Kerndämmung

25.04.2012

Zu Einblasen und zur Sichkontrolle müssen erst einmal Löcher gebohrt werden.Kerndämmung eignet sich hervorragend zur nachträglichen Wärmedämmung von Altbauten. Ein gutes Beispiel liefert die energetische Sanierung eines 140 Jahre alten Wohnhauses im niedersächsischen Lauenhagen mit einem Dämmstoff aus Polystyrol-Partikelschaum-Granulat (EPS), der speziell für die maschinelle Hohlraumfüllung von zweischaligem Mauerwerk entwickelt wurde.

Aufgrund seines hervorragenden Fließverhaltens – die Körnung des Granulats hat einen Maximaldurchmesser von 6 Millimeter ­– passt sich das Material problemlos selbst noch so verwinkelten Konstruktionen an und bildet eine fugenlose Dämmschicht beliebiger Dicke.

Die hydrophobe Beschaffenheit des Granulats gewährleistet, dass die Dämmschicht stets trocken bleibt – selbst bei Schlagregen und nasser Außenschale. „Bei dem dreistöckigen Altbau in Lauenhagen galt es, eine 10 Zentimeter dicke Hohlschicht zu dämmen, die sich über die unteren beiden Stockwerke auf einer Wandfläche von insgesamt rund 370 Quadratmeter 
erstreckte“, erklärt Burkhard Hülsenbeck, der Eigentümer des ausführenden Unternehmens „Die Dämmprofis“ aus Wölpinghausen.

Per Endoskop überprüft der Profi die Hohlräume und macht sich ein Bild vom Zustand des Mauerwerks.Mauerwerksprüfung auf Leckagen
Vor Beginn der Einblasarbeiten überprüften Hülsenbeck und sein Mitarbeiter – maschinelle Kerndämmung wird in der Regel von Zweierteams durchgeführt – das Mauerwerk mittels Blower-Door-Messung und Nebelgenerator auf Risse und Leckagen. „Die Dichtheit des Mauerwerks muss sowohl innen als auch außen gewährleistet sein, schließlich soll die Dämmung ja nirgends rausrieseln.

Die individuelle Überprüfung des Mauerzustands ist bei jedem Objekt ein ganz zentraler Schritt, denn kein Gebäude gleicht dem anderen. Vor allem im Altbaubereich“, betont Hülsenbeck. Besonderes Augenmerk wird bei der Überprüfung auf Fenster- und Türanschlüsse gelegt, hier zeigen sich am häufigsten Schwachstellen. Genereller Rat des Dämmprofis: „Aufgrund der vermeintlichen Rauchentwicklung empfiehlt es sich, vor dem Einsatz des Nebelgenerators die örtliche Feuerwehr zu informieren.“

Bohren der Einblasöffnungen
Die Einblasöffnungen mit einem Durchmesser von 30 Millimeter bohrten die beiden Techniker an jeweils mindestens fünf Stellen pro Wandfläche und Geschoss. Unterhalb der Fenster wurde jeweils eine zusätzliche Einblasöffnung gesetzt. „Bohrungen unterhalb der Fenster sind vorgesehen, weil es hier zu einer Trichterbildung des Dämmstoffs kommen kann und somit unverfüllte Bereiche entstehen würden“, erklärt Hülsenbeck. Über Messungen entlang der  Bohrlöcher ermittelten die Techniker zugleich die mittlere Dämmschichtdicke zur Berechnung des benötigten Dämmmaterialbedarfs.

Nun wird der konisch zulaufende Einblasvorsatz auf den Förderschlauch gesteckt und justiert.Kontrolle der Hohlräume
Im nächsten Schritt überprüften die Techniker die Beschaffenheit der Hohlräume mit einem Endoskop. „Wenn die optische Überprüfung mit dem Gerät nicht ordentlich durchgeführt wird, kann das unangenehme Folgen bedeuten. Hier zeigt sich nämlich, ob sich in den Hohlräumen Mörtelreste oder Bauschutt befinden. Diese würden nach dem Einbringen der Dämmung Wärmebrücken bilden und müssen daher vor der Befüllung entfernt werden.“

Zum anderen gibt die optische Überprüfung Aufschluss über den Zustand der Verankerung der beiden Wandschalen und somit über die Stabilität des Mauerwerks. Für das Überprüfen der Mauerdichtheit und die Kontrolle der Hohlräume benötigte das Team knapp 1,5 Stunden.

 

Ein Mann bedient das Einblasgerät per Funk und hält dabei die Düse in die Bohröcher, während ein zweiter an der Maschine steht und für Materialnachschub sorgt.Einblasen der Dämmung
Das Einblasen der Dämmung in den Lauenhagener Altbau erfolg

te mit einer kraftstrombetriebenen Einblasmaschine mit leistungsstarker Turbine. Sie ist mit der Einblasdüse über einen bis zu 60 Meter langen, flexiblen Schlauch verbunden.

Die Rollen sind bei diesem Arbeitsschritt klar verteilt: ein Techniker führt die Einblasdüse und reguliert per Funk die Durchflussmenge, während der andere die Einblasmaschine mit Nachschub versorgt. Sind alle Hohlräume gefüllt, werden schließlich die zunächst provisorisch verschlossenen Bohrlöcher schlagregendicht vermörtelt.

 

 

Nach erfolgter Dämmung werden die Bohrlöcher mit Zementmörtel schlagregendicht verschlossen.Kosten, die sich rasch rechnen
Insgesamt nahm die Dämmung weniger als zwei Arbeitstage in Anspruch. Rund 37 Kubikmeter Kerndämmung wurden verarbeitet. Die Dämmung brachte eine u-Wert-Verbesserung des Mauerwerks von 1,058 auf 0,263 W/m2K.

„Das entspricht einer Verbesserung der Wärmedämmung um das Vierfache. Die Investition in Höhe von zirka 9 500 Euro wird sich innerhalb weniger Heizperioden rechnen“,

so Hülsenbeck.

 

 

 

 

 

 

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