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Die wichtigsten Dämm-Fakten

07.04.2017

Energetische Sanierung. Foto: Bauder

Fakt ist: Die energetische Sanierung mit Wärmedämmung hat dreifachen Nutzen. Der Energieverbrauch sinkt, der Wert des Eigenheims steigt, die Umwelt wird entlastet. Vor allem über ungedämmte Dach- und Fassadenflächen geht unnötig viel Energie verloren. Foto: Bauder

Die Wärmedämmung ist in den letzten Jahren durch negative und teils unseriöse Berichterstattung zunehmend in Verruf geraten. Besitzer von Bestandsimmobilien sind verunsichert: Sollen sie dämmen oder die Sache sein lassen?

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Die Realität liefert die Antwort: Viele positive Sanierungsbeispiele zeigen, dass die Wärmedämmung in der Praxis funktioniert, wenn sie nach einer eingehenden Analyse der energetischen Schwachstellen des Hauses fachgerecht und qualitativ hochwertig ausgeführt wird. Hausbesitzer reduzieren dadurch ihre Energiekosten, entlasten die Umwelt von Emissionen, verbessern den Wohnkomfort und steigern den Wert ihrer Immobilie.

Mit Hanf gedämmt. Foto: Caparol

Mit Hanf gedämmt: Die Nürnberger Gartenstadt-Siedlung ist jetzt auf Stand. Foto: Caparol

Der Zusammenhang zwischen Wärmedämmung und einem niedri­geren Energieverbrauch lässt sich so erklären: Wärme strebt nach Aus­gleich. Solange die Innenräume eines Gebäudes eine höhere Temperatur aufweisen als die Außenluft oder das Erdreich, wird Wärme durch die Gebäudehülle von innen nach außen geleitet. Diese Wärme­leitung führt in der Fachsprache zu „Transmissionswärmeverlusten“ des Gebäudes und diese treten verstärkt bei Gebäuden ohne Wärmedämmung auf.

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Um diese Wärmeleitung zu verringern, ergreifen Bauherren Maßnahmen zur Wärmedämmung. Die energetische Sanierung sollte so ausgelegt sein, dass durch die Ge­bäudehülle – Dach, Wände, Böden und Decken – möglichst wenig Heizwärme verloren geht. Baustoffe, die diesen Wärmefluss „eindämmen“, nennt man Wärmedämmstoffe. Hinzu kommt: Dämmstoffe bilden eine wesentliche Voraus­setzung für nachhaltige und schimmelfreie Gebäude. Sie reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Und: Sie bieten auch sommerlichen Wärme­schutz, indem sie verhindern, dass sich Gebäude bei großer Hitze zu stark aufheizen. Bauherren haben Freiheit bei der Wahl ihres Dämm­stoffes. Allerdings ist bei bestehenden Gebäuden die Einhaltung von U-Werten bei bestimmten Bauteilen vorgeschrieben. Der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt, ist das Maß für den Wärmedurchgang durch ein Bauteil. Je niedriger der Wärmedurchgangs­koeffizient liegt, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft des eingesetzten Materials.

Polyurethan-Hartschaum. Foto: Industrieverband Polyurethan-Hartschaum

Polyurethan-Hartschaum zeigt seine Stärken unter anderem bei der Aufsparrendämmung. Die Platten hüllen die Dachkonstruktion vollflächig ein, sodass eine wärmebrückenfreie Dämmebene entsteht. Foto: Industrieverband Polyurethan-Hartschaum

Es gibt unterschiedliche Arten von Wärmedämmstoffen, die sich durch  Material, Dämmvermögen, Schall- und Brandschutz, Verarbeitbarkeit, Preis und Diffusionsoffenheit unterscheiden. Welcher Dämmstoff verwendet wird, legen Hausbesitzer häufig nach eingehender Diskussion mit einem Fachmann, also ihrem Energieberater, Handwerker oder Architekten fest. Häufig spielen wirtschaftliche und bauphysikalische, aber auch emotionale Gründe eine entscheidende Rolle.

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Die umfassende Dämmung einer Bestandsimmobilie ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. Sanierungswillige Hausbesitzer erhalten deshalb als Anreiz zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wirtschaftlich lohnt sich eine Verbesserung des Wärmeschutzes vor allem dann, wenn für ohnehin anstehende Reparaturen wie die Beseitigung von Putzrissen oder die Entfernung beschädigter Dachziegel ein Gerüst aufgestellt werden muss. Wann sich eine Maßnahme letztlich amortisiert, hängt von der erzielten Minderung des Energie­verbrauchs sowie maßgeblich auch von der Entwicklung der Energiepreise ab, und diese schwanken stark: Kosteten 100 Liter Heizöl am Jahresanfang 2016 nur rund 36 Euro, sind es aktuell rund 57 Euro: ein satter Anstieg um 63 Prozent innerhalb nur eines Jahres! Und: Historisch betrachtet lagen die Ölpreise schon wesentlich höher.

PU-Dämmstoffe. Foto: Puren

In den 1970er-Jahren wurden in Deutschland viele Flachdachbungalows gebaut, die jetzt saniert werden müssen. Für Flachdach- und Gefälledachkonstruktionen gibt es hochwertige PU-Dämmstoffe. Foto: Puren

Fazit: Wer die Gebäudehülle dämmt, macht sich unabhängig von künftig steigenden Energiepreisen. Auf der Habenseite steht zudem der höhere Wert des sanierten Ge­bäudes. Die Kehrseite: Grundsätzlich ist die Tendenz zu beobachten, dass Gebäude immer dichter werden. Aus energetischer Sicht ist das sinnvoll, denn je weniger Leckagen, desto weniger Heizenergie entweicht über Wärmebrücken ungewollt nach draußen. Dichte Bauteile verringern aber den Luftaustausch. Haus- und Wohnungsbesitzer sollten deshalb mehrmals am Tag stoßweise lüften, um Feuchtigkeit und unerwünschte Stoffe aus der Innenraumluft zu entfernen oder eine automatische Lüftungsanlage installieren lassen.

(aus der Zeitschrift Althaus modernisieren 4/5-2017)

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