Wohnen mit Holz

Ein naturnahes, skandinavisches Flair entstand dank der natürlichen, wenig behandelten Materialien wie Holz, Beton und Sichtestrich. Foto: Velux

Holz in Wohnräumen, ob Boden, Wand, Decke oder als gestalterisches Material kann sehr modern und innovativ wirken.

Ein Zufluchtsort im Grünen, wo man dem Trubel des Stadtalltags entgehen und wirklich entspannen kann – das wünschten sich Johanna Plank und David Lemberger seit sich ihr Nachwuchs angekündigt hatte ganz besonders. Im nahegelegenen Waldviertel – die Fahrzeit von Wien aus beträgt weniger als eine Stunde – fanden sie ein Grundstück mit traumhafter Aussicht auf einen Stausee. Das Gelände an einem steilen Nordhang stellte allerdings bezüglich der Bebaubarkeit eine echte Herausforderung dar.

Mit Hilfe eines Architekten entwickelte sich das Projekt und das Briefing stand unter dem Oberbegriff „Minimalinvasiver Ansatz“. Ein möglichst geringer Eingriff in die umgebende Natur und ökologische Materialien sollten im Vordergrund stehen. Und vor allem sollte sich das Thema Holz außen wie innen klar zu erkennen geben.

Holz nicht nur für Scheunen und Stallungen

Vorbild für die Kubatur und Farbigkeit des Gebäudes waren die typischen Waldviertler Scheunen und Stallungen. Der schwarze Farbton der Lärchenholzaußenschale wurde beispielsweise durch eine mittelalterliche Handwerkstechnik erzeugt: Das Ankohlen. Diese dunkle Schalung zieht sich als homogene Außenhaut über Wände und Dach des monolithischen Baukörpers ohne Dachüberstand. Er ruht auf einem Kellergeschoss aus hellem Sichtbeton, das sich in den Hang hineinschiebt. Vor allem die konstruktiven Baustoffe – Holz und Beton – die auch im Inneren sichtbar blieben, schaffen eine ursprüngliche, aber moderne Wohnatmosphäre. Das Holz ist im Farbton naturbelassen geblieben.

Helle Wohn- und Wohlfühlatmosphäre dank Holz

Während die Holzoberflächen sowie der Estrich im Erdgeschoss dann nur noch geschliffen und geölt wurden und so eine samtige Anmutung bieten und freundlich hell wirken, weisen die Sicht-Betonwände bewusst die raue Struktur der Schalungsbretter auf – was gerne als weitere Umsetzung des Themas Holz interpretiert werden kann.

Der Innenraum ist clever aufgeteilt. So ist die hangseitige Haushälfte zweigeschossig: Sie beinhaltet das Entree mit Stauraum und Duschbad sowie den Elternbereich mit integriertem, offenen Bad und WC. Die Galerie darüber dient als Rückzugszone und bietet Schlafplätze für Gäste. In der talseits gelegenen Haushälfte erstreckt sich der Luftraum bis unters Dach. Ein großes Panoramafenster öffnet den Koch-,Ess- und Wohnbereich zum See und eine zweiflügelige Tür erschließt die Terrasse.

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