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Barrierefreie Badgestaltung für die Zukunft

11.09.2017

Menschen möchten möglichst lange in ihrer angestammten Wohnung leben. Schon allein aus diesem Grund werden viele Bäder heute altersgerecht ausgestattet. Doch barrierefreie Badgestaltung ist letztlich keine Frage des Alters, sondern der Komfortansprüche. Bodenebene Duschen beispielsweise schützen nicht nur Senioren, sondern auch Kinder und Eltern vor gefährlichen Stürzen. Die Aktion Barrierefreies Bad gibt einen Überblick, was gerade in Sachen Barrierefreiheit und Komfort angesagt ist.

Grohe Smart Comfort Care Bad

Wer heute ein Bad ausstattet, macht es mit Blick auf vorzugsweise langes Verbleiben in den eigenen vier Wänden zukunftstauglich. Wenn der Alltag zunehmend beschwerlich wird, erweist sich eine für alle komfortable Ausstattung mit zusätzlichen Attributen wie sicher und barrierefrei als wahrer Segen. Beim Baddesign, das den Prinzipien des „Universal Design“ folgt, wird aber nicht nur auf generationengerechte Funktionalitäten geachtet. Auch optische Aspekte wie Modernität und Zeitlosigkeit spielen eine entscheidende Rolle. Foto: Grohe

Universal Design? Das klingt zunächst nach optischen Kompromissen. Dabei kann universelles Design ziemlich schick sein. Gestaffelte oder höhenverstellbare, flache Waschplätze etwa. Sie diskriminieren niemanden, denn an ihnen kann sich jeder unabhängig von körperlicher Konstitution oder Alter problemlos pflegen. Daneben sind sie modern gestaltet und sehen gut aus. Und die Technik, die etwa die höhenverstellbare Variante bewegt, baumelt längst nicht mehr neben dem Siphon, sondern verbirgt sich in der Wand. Gleiches gilt für die WCs, die sich dezent per Knopfdruck an die Größe und die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers anpassen, ohne jedem augenscheinlich verdeutlichen zu wollen: Das hier ist speziell für einen Menschen mit Handicap.

 

Einfach, intuitiv und sicher

Breite Nutzbarkeit ist nur eines von insgesamt sieben Prinzipien, die Produkte im Universal Design auszeichnen. Eine einfache und intuitive Bedienung kennzeichnet das „für alle“-Anliegen ebenfalls. Armaturen mit eindeutigen, großen Symbolen, farblich oder haptisch abgesetzten Griffen sowie Hebeln oder gar Sensoren garantieren eine Benutzung ohne Vorkenntnisse. Simple Ordnungshilfen in Schubladen oder in Schränken deuten an, wo und wie sich Kosmetika, Bürsten, Wattestäbchen und andere Utensilien unterbringen lassen. Gut isolierte Thermostate und die automatische Heißwassersperre dagegen verhindern Verbrühungen.

Kaldewei Puro Waschbecken

Universelles Design? Was nach Kompromiss klingt, kann laut Aktion Barrierefreies Bad ziemlich schick sein. Gestaffelte Waschplätze etwa. Sie diskriminieren niemanden, denn an ihnen kann sich jeder unabhängig von körperlicher Konstitution oder Alter problemlos pflegen. Daneben sind sie modern gestaltet und sehen gut aus, wie hier die Waschbecken „Puro“. Auch noch nach Jahren. Foto: Kaldewei

Abgerundete Ecken und Kanten bei Sanitärelementen reduzieren die Gelegenheiten, sich zu verletzen, ebenso auf ein Minimum. Stabile, fest verschraubte Möbel fallen nicht um, wenn sie plötzlich und unbeabsichtigt als Stütze dienen müssen. Fehlertoleranz nennt man das im Universal Design. Und obschon hinter den Lösungen barrierefreie Aspekte stecken, erinnern sie weder an Alter noch an Handicap. Auch flexibles Möblieren ist einfacher geworden. Ganz anders als die ehemals starren Einbauten rund um einen Waschplatz lassen die modular und häufig vielteilig aufgebauten Möbelprogramme von heute selbst größere Veränderungen in Form von Anpassungen oder Erweiterungen zu. Konsolen, Regale, einfach zu versetzende Hängeschränke oder mobile Rollcontainer mit Stauraum und Polster zum entspannten Sitzen laden zum individuellen Kombinieren mit Spaßfaktor ein. Leichtgängige Schubladen und Klapptüren, die sich über einen sanften Fingertipp öffnen und wieder schließen, sind beinahe schon eine Selbstverständlichkeit im Sortiment der Markenanbieter. Dunkle Ecken wurden aus dem Angebot verbannt. Der Trend geht klar zu weniger tiefen Schränken mit Türen, die auf der Innenseite Halterungen für die Dinge des täglichen Gebrauchs bieten. In jedem Fall schick und vielerorts zu finden: ausziehbare Apothekerschränke, deren Körbe sich auf die Wünsche ihrer großen und kleinen, stehenden oder sitzenden Nutzer einstellen lassen.

 

Sensorische Bedienung

Aber auch das gehört zum Universal Design: die Option, technische Geräte und Komponenten auf verschiedene sensorische Arten bedienen zu können. Die technischen, digitalen Mittel, etwa das Wasser am Waschtisch über einen mündlichen Befehl aus der Armatur fließen zu lassen, sind vorhanden. Ob mit dem Trend der „Smarten Bäder“ Sprach-, Tast- und Lesefunktionen nebeneinander bestehen bleiben, so wie es das Universal Design einfordert, oder das eine das andere ersetzen wird, ist zurzeit nicht vorhersehbar. Dagegen kann man deutlich erkennen, dass mit der Digitalisierung eine ausreichende, auf Bewegung reagierende Beleuchtung in private Bäder einziehen kann. Zugänglichkeit erleichtern zudem energieeffiziente LED-Lichter in Form von Nacht- oder Orientierungsleuchten an Spiegeln, Spiegelschränken und WC-Anlagen. Dass das Bad von Anfang an so groß gebaut werden sollte, um neben Rollatoren und Rollstühlen auch unterstützenden Angehörigen oder Pflegekräften ausreichend Platz zu bieten, hat sich in vielen planenden Köpfen nicht zuletzt dank des Einsatzes von Initiativen wie Aktion Barrierefreies Bad bereits manifestiert.

Hewi S50 barrierefreies Badezimmer

Die Technik, die das höhenverstellbare WC bewegt, ist im Gegensatz zu früher so fortgeschritten, dass sie sich in der Wand verbergen lässt. Foto: Hewi

 

Hewi System Armatur

Ein wichtiges Prinzip ist die einfache und intuitive Bedienung. Armaturen mit eindeutigen, großen Symbolen oder aber farblich sowie haptisch abgesetzten Griffen und Hebeln garantieren eine Benutzung ohne Vorkenntnisse. Foto: Hewi

 

Villeroy & Boch Viseat

„Universal Design“ will Räume zugänglich machen. Die zunehmende Digitalisierung kommt dabei zur Hilfe, kann doch mit ihr eine ausreichende, auf Bewegung reagierende Beleuchtung in private Bäder einziehen. Diese Funktion erfüllen zum Beispiel sensorgesteuerte Bewegungsmelder an Wänden, am Boden oder wie hier am WC. Foto: Villeroy & Boch

Weitere Infos: www.aktion-barrierefreies-bad.de

(aus der Zeitschrift Die neuen Bäder 2017)



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