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Thermografie - rundum dicht?

19.11.2012

Wenn Dachflächenfenster perfekt eingebaut sind, halten sie die Wärme im Haus. RotoEnergiesparen wird immer wichtiger. Wer seine Immobilie energetisch sanieren möchte, der braucht zunächst eine fundierte Bestandsaufnahme, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Ein hilfreiches Verfahren ist dabei die sogenannte Thermografie. Sie erlaubt den sprichwörtlichen Blick hinter die Fassaden und unter die Dachdeckung eines Hauses und offenbart dabei bislang unbekannte Energielecks, zum Beispiel im Bereich der Dachfenster und an den Gauben.

Mit einer Wärmebildkamera wird ein Gebäude von außen oder innen aufgenommen. Die Kamera erkennt dabei unterschiedliche Oberflächentemperaturen und setzt sie farblich um: die warmen und heißen Zonen in Gelb- und Rottöne, die kühlen in blaue Töne.

Voraussetzung: Temperaturdifferenzen. Ideale Zeit für thermografische Aufnahmen ist der Winter, dann wird das Gebäude von innen beheizt und alle Energielecks zeichnen sich als rote Flecken in der Thermografieaufnahme ab.

Bei der Thermografie kommt es auf die Expertise an. Mit ein paar Fassadenaufnahmen ist es nicht getan. Zu einer aussagekräftigen Thermografie gehören Außen- und Innenaufnahmen. Erst gemeinsam ergeben sie ein Gesamtbild und legen Mängel offen. Ein klassisches Beispiel für Fehlinterpretationen ist das Dach. Die Thermografien von außen zeigen oft eine durchgehend blaue Dachfläche.

Das heißt zunächst: Das Dach scheint gut gedämmt, es entweicht keine Wärme. Erst die Thermografie von innen bringt die Wahrheit ans Licht: An den Fensterecken und Gauben zeigen sich dunkle Stellen. Das heißt für den Thermografen: Dort dringt kalte Zugluft von außen ein, oder in der Dämmung gibt es Schwachstellen. 

Wie unterscheidet der Hausbesitzer fachlich fundierte von weniger seriösen Angeboten?
Der Preis liefert den ersten Anhaltspunkt: Statt hundert Euro kostet eine seriöse Thermografie-Untersuchung inklusive schriftlicher Auswertung und Bericht um die 500 bis 600 Euro – je nach Aufwand. Die Untersuchung besteht auch nicht nur aus vier Hausansichten, von jeder Seite eine, sondern wird je nach Gebäude individuell zusammengestellt. Ein Kubus lässt sich mit weniger Thermografie-Aufnahmen beurteilen als ein aufwendiges Gebäude mit Balkonen und Gauben.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal für seriöse Thermografie-Angebote ist die Beratung.
Ein guter Thermograf erläutert die Ergebnisse seiner Thermografie schriftlich und mündlich und überlässt die Konsequenzen aus der Untersuchung immer dem qualifizierten Energieberater. Der erarbeitet ein Sanierungsgutachten für das gesamte Haus, in das er neben anderem die Ergebnisse der Thermografie einbezieht.

Hausbesitzer sollten immer skeptisch werden, wenn ihnen eine sehr preiswerte Thermografie angeboten wird von jemandem, der auch Fenster oder Wärmedämmmaterialien verkauft.

Mit Thermografie lassen sich auch Wärmebrücken an Balkonen, Heizungsnischen und Rollladenkästen lokalisieren. Feuchte Wände können sich als kühle Punkte auf dem Thermogramm abzeichnen. Gut eignet sich das Verfahren zur Beurteilung von verputztem Fachwerk oder zum Aufspüren von Fehlstellen in der Dämmung sowie rund um Dachfenster und Gauben. Die Thermografie macht die Probleme sichtbar und ist der erste Schritt zur Sanierung.

Dem Energieleck auf der Spur:<br />
Wärmebildkameras zeigen die Schwachstellen.Thermografie von außen
Diese Thermografie von außen erscheint in satten Blautönen.

Der Blauton signalisiert Kälte: Hier geht offenbar keine Wärme über die Dachfläche verloren.

 

Das Dach scheint gut gedämmt und auch luftdicht. Die roten Streifen im Fenster der Gaube sind übrigens harmlos.

 

Es handelt sich dabei um übliche, aber erkennbare Wärmebrücken durch die Sprossen im Zwischenraum zwischen den beiden Scheiben der Wärmeschutzverglasung.

 

Auch die Alu-Abstandshalter im Randbereich (für den richtigen Abstand und Verbund der Scheiben) zeichnen sich als systembedingte Wärmebrücken ab.

 

Erfahrene Thermografen lassen es nicht bei dieser Außenaufnahme bewenden.

Sie wissen: Nur mit einer zusätzlichen Innenaufnahme lässt sich die Luftdichtigkeit wirklich überprüfen.

 

Eine professionelle Thermografie offenbart Energielecks im ganzen Haus.

Thermografie von innen

Ein ganz anderes Bild als die Außenthermografie, die wir auf der letzten Seite präsentiert haben, malt die Aufnahme von innen: Die warmen Oberflächen werden in Rot- und Gelbtönen angezeigt. Das ist hier in Ordnung. An den Fensterecken und Gaubenwangen allerdings sind dunkle Stellen zu sehen.

 

Das heißt für den Thermografen: Dort dringt kalte Zugluft von außen ein. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn hier verliert das Haus Energie. An solchen Stellen schlägt sich außerdem Feuchtigkeit nieder.

 

Bleibt sie unbemerkt, bildet sich dort Schimmel – Auslöser für Asthma, Allergien und zahlreiche entzündliche Erkrankungen des Organsystems.