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Optische Modernisierung mit Holzfassade

21.02.2017

Holzfassade. Foto: Kitzlinger

Fotos: Kitzlinger Haus

Nichts bleibt, wie es einmal war. Und Veränderung gehört ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Auch zu einem Hausleben – denn die Außenansicht eines Hauses bleibt vor Veränderungen ebenfalls nicht verschont. Zum einem wirken Witterung und Sonne auf die Fassade ein, zum anderen verändern sich jedoch auch die Sehgewohnheiten. 

Was einmal modern war, kommt unweigerlich mit der Zeit in die Jahre. Neue Gestaltungsvarianten etablieren sich und neue Architekturstile prägen und beeinflussen den Betrachter. Eine Fassadenumgestaltung ist also stets eine Fassadenmodernisierung, zuweilen auch eine Fassadenrenovierung, schlimmstenfalls eine Fassadensanierung.

Bei unserem Wohnhaus – einem schmucken Haus aus Holz – war also auch die Zeit gekommen, an der Gebäudehülle etwas zu tun. Neben dem rein gestalterischen Ansatz ist hier auch von einer  Renovierung die Rede, da die ehemalige Profilholzschalung doch witterungsbedingte Gebrauchsspuren zeigte. Und zudem sollte auch in Sachen Sonnenschutz ein neuer Weg gegangen werden.

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Was war nun die Ausgangssituation? Die Wetterschutzbekleidung sowie die Schiebeläden bestanden aus breiteren, querverlegten Profilhölzern, ausgeführt in Stülpschal-Optik – also mit leichter Schrägstellung der Holzprofile. Die Gebäudeaußenecken waren mit Abdeckleisten geschlossen. Ansonsten war kein Sonnenschutz vorhanden.

Musterhaus Eingang. Foto: Kitzlinger Haus

Eine weiße, teilverglaste Haustür sorgt nun für ein stimmiges Entree. Pfiffige und sinnvolle Idee zudem: Die Hausnummer prangt nun in großen Ziffern auf der Seitenplatte – gut sichtbar von der Straße beziehungsweise vom Zugangsweg her. Die Dachentwässerung erfolgt raffiniert über einen Gefälleaufbau, der sich hinter der Blende versteckt. Foto: Kitzlinger Haus

Zum Austausch kamen dann modern-schmale Fichtenholzleisten in glatter Frontausbildung sowie mit einer markanten Fugenbetonung. Letztere resultiert übrigens aus der besonderen Profilgeometrie. Die Profile weisen Überblattungen auf – also keine Nut-Feder-Verbindung – sodass sich dadurch die vertieften Fugenbereiche ergeben können. 

Mit ihrer leicht grau eingefärbten Lasierung erzeugen die neuen Profile eine äußerst elegante Optik, ohne rustikal zu wirken, und geben der Fassade eine wohltuende Leichtigkeit. Zudem verhindert diese Oberflächenbehandlung auch das schnelle natürliche Vergrauen und zögert dieses deutlich hinaus.

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Neuer Sonnenschutz raffiniert integriert

Im Zuge des Wechsels der Gebäudehülle rüstete man aber auch noch den Sonnenschutz nach. Geschickt integriert in die neue Fassade können nun moderne Aluminium-Raffstoren (Außenjalousien) für eine flexible Innenraumbeschattung sorgen, bei gleichzeitiger moderner Anmutung von außen.

Damit die Raffstorenkästen hinter der neuen Profilholzschalung untergebracht werden konnten, musste man die bestehende Traglattung etwas aufdoppeln. Zugleich sorgte man beim Anpassen der Unterkonstruktion für eine solide Montagesituation für die später wieder anzubringenden Schiebeläden. Hier sorgen nun dicke Bretter für einen sicheren Halt der Laufschienen.

Apropos Schiebeläden: Auch diese sollten an der modernisierten Fassade eine zusätzliche Rolle übernehmen. Einerseits dienen sie wie bislang der Schließung der hohen Fenster (Sicherheit, Einbruchschutz, Abdunkelung), andererseits sollten sie nun auch gestalterisch etwas bewirken – und zwar deutlich.

Musterhaus Nacht. Foto: Kitzlinger Haus

Dank der etwas offeneren Fugenausbildung erfährt die Fassade auch nachts in beleuchtetem Zustand eine erfrischende Leichtigkeit. Die sanfte Abtönung der Holzprofile erzeugt eine wertige Gebäudeoptik. Foto: Kitzlinger Haus

Aus diesem Grund hat man auf die ursprüngliche Uniformität von Fassade und Fensterläden verzichtet und stattdessen einen glatten Plattenwerkstoff gewählt, der mit seinem spachtelartigen Oberflächenbild ganz neue Akzente setzt. Und auch durch den dunkleren Farbton heben sich die Läden schön vom Holz ab.

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Eine letzte pfiffige Veränderung erfuhren auch die Fenster, vor allem die in den oberen Geschossbereichen: Hier wurde die Leistenschalung einfach darüberhinweg verlegt – mit Lücken, versteht sich! Funktion und Wirkung? Einerseits Brüstungselemente für die bodentiefen Fenster, andererseits optische Hingucker sowohl bei Tag als auch besonders bei Nacht.

Nach erfolgter Maßnahme steht das Wohnhaus nun wieder da wie neu. Dem Material Holz treu geblieben, haben sich dann doch wesentliche Dinge im Detail zum Moderneren gewendet. Die frische Optik etwa, die markanten Fensterläden und die ausgewogene Proportionalität der Profile sorgen für eine deutlich erlebbare Aufwertung. Und das Bestandsgebäude ist als solches ebenfalls noch gut nachvollziehbar.
(aus der Zeitschrift Bauen & Renovieren 1/2-2017)

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