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Fenster: Qual der Wahl

18.11.2016

Fenster. Foto: Bayerwald

Foto: Bayerwald

Wer bei der Fensterwahl viel Wert auf Natürlichkeit legt, nimmt ein Holzfenster. Die Witterungsbeständigkeit von Holzfenstern kann durch eine äußere Metallschale verbessert, der Wartungsaufwand so deutlich minimiert werden.

Pflegeleicht und ebenfalls schön sind Kunststofffenster, die überwiegend in klassischem Weiß gefragt sind. Wer farbige Modelle oder eine Holzdekor-Oberfläche bevorzugt, kann aus einem riesigen Angebot wählen. In Verbindung mit einer äußeren Metallschale lässt sich sogar die Optik von Metall-Fenstern nachbilden. 

Aluminium-Fenster sind die wahren Profis in Sachen Statik, Funktionalität sowie Gestaltung. Durch Eloxal- oder Lackoberflächen kann nahezu jede Oberflächenfarbe realisiert werden.

Doch wann steht überhaupt ein Fenstertausch an, wenn es nicht um die Optik, sondern um eine Verbesserung der Wärmedämmung geht? Grundsätzlich gilt: Alle Fenster von vor 1995 entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik – die neueren Modelle machen fast alles besser.

Dazu trägt neben den heute erhältlichen sehr effektiven Zweifach-, Dreifach- oder mitunter sogar Vierfach-Wärmedämmverglasungen auch der Rahmen bei: War er bei alten Fenstern oft verzogen und besaß keine oder defekte Dichtungen, ist er heute ein Hightech-Produkt, das zusammen mit der Verglasung ein Bollwerk gegen die mit Sicherheit in Zukunft wieder steigenden Energiepreise bildet.

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Fensterlüftung. Fotos: Weru, Rehau, Hautau

  • 1. Lüften mit Wärmerückgewinnung: Der „AeroTherm-Lüfter“ stellt den notwendigen Luftaustausch nahezu ohne Wärmeverlust mit Hilfe von Keramik im Profil sicher. Durch einen Luftstrom nimmt die Keramik die Wärmeenergie der abziehenden Raumluft auf und gibt sie an die zu-geführte Außenluft wieder ab. Foto: Weru
  • 2. Mühsames Lüften gehört der Vergangenheit an: „Geneo Inovent“ transportiert automatisch Feuchtigkeit nach außen und lässt frische, temperierte sowie gefilterte Luft hinein – rund um die Uhr. Foto: Rehau
  • 3. Fensterlüfter „Ventra“ mit integriertem Wärmetauscher: Die einströmende Luft wird effektiv vorgewärmt. Und ein optionaler Pollenfilter bietet den Bewohnern ein weiteres Plus an Komfort. Foto: Hautau

Dazu kommt noch ein weiterer positiver Zusatznutzen: Das Fenster lässt sich als „Kraftwerk“ nutzen. Wird die Fensterfläche bei der Modernisierung vergrößert, kann die tief stehende Sonne im Herbst, Winter und auch im oft noch sehr kühlen Frühjahr durch die solaren Zugewinne für die kostenlose Erwärmung der Räume genutzt werden. Und das, ohne dass die Wärme wie früher gleich wieder nach draußen entweichen kann.

Um Heizenergie zu sparen, reicht eine immer bessere Dämmung der Gebäudehülle allein nicht mehr aus. Es geht vielmehr darum, auch die Lüftungswärmeverluste des Gebäudes zu reduzieren, was die ständig angepasste Energieeinsparverordnung (EnEV) mittels der Forderung nach einer luftundurchlässigen Gebäudehülle vor allem im Neubau vorschreibt. 

Um einerseits das Ansteigen der Schadstoffkonzentration sowie von Feuchtigkeit und den daraus resultierenden Schimmelpilzbefall zu verhindern und andererseits Energie einzusparen, sind intelligente, nutzergerechte Lüftungskonzepte sinnvoll. 

Die Geheimformel für ein gutes Raumklima lautet „kontrolliert und bedarfsgerecht lüften“. Dies kann auf vielerlei Art und Weise geschehen: klassisch per Hand, mittels in die Fenster integrierter Fensterlüfter oder durch automatisierte Elemente, die kostbare Zeit und noch mehr Geld sparen.

Holzdenkmalfenster. Foto: Kneer-Südfenster

Holzdenkmalfenster erlauben eine authentische Rekonstruktion, die sich an den unterschiedlichen Anforderungen der Denkmalschutzbehörden orientiert. Rundbögen sind ebenso möglich wie Sonderformen mit stilgetreuen Zierprofilen und Kapitellen. Foto: Kneer-Südfenster

Bei Fenstern und Fenstertüren beginnt auch das Thema Sicherheit: Sie müssen stabil und belastbar sein. Wichtig sind die ordentliche Befestigung der Scheibe im Fensterflügel, hochwertige Beschläge und widerstandsfähige Schließeinrichtungen. Dazu kommt die Montage des Fensters im Mauerwerk. Auf einige wesentliche Punkte sollten Bauherren oder Modernisierer achten: Wenn Fenster mit dem Rahmen verschraubte Schließbleche, aufhebelsichere Pilzkopfzapfen in mehreren Ecken und einen drehgehemmten Griff mit Aufbohrschutz besitzen, gelten sie als sicher. Wie sicher sie letztendlich sind, richtet sich dabei nach der Zugriffszeit und dem verwendeten Werkzeug.

Die Widerstandsklassen werden mit „RC“ für „Resistance Class“ bezeichnet. Sie beschreiben die Widerstandsfähigkeit bei Einbruchsversuch. Je höher die Klasse, desto sicherer das Fenster oder die Fenstertür.

Für den Privatgebrauch bieten sich Fenster und Fenstertüren der Resistance Class 2 – kurz „RC 2“ – an. Bei diesen Fenstern und Türen ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion (Rahmen, Beschlag, Verglasung) keinen Schwachpunkt gibt. Wem dies noch nicht genügt, kann höhere Sicherheitsklassen wählen oder sollte auf zusätzliche elektronische Helfer zurückgreifen: die Einbindung in ein modernes Alarmanlagen-system zum Beispiel.

Am besten Fenster zieht es, wenn es nicht sorgfältig montiert wurde. Ein Fenster ist deshalb nur so gut wie seine Montage. Das gilt auch für Haustüren, Wintergärten und Fassaden. Nur wenn die Fugen gut geplant und ausgeführt werden, können Fenster Energie einsparen und den Schall wirksam dämmen. Deshalb sind die fachgerechte Montage und der Anschluss an den Baukörper entscheidend. Denn an der Fensteröffnung treffen sich Gewerke wie Maurer, Schreiner, Stuckateur, Rollladenbauer, Fliesenleger und Maler.

Holz-Aluminium-Fenster. Foto: Unilux

„DesignLine Privacy“, ein passivhaustaugliches Holz-Aluminium-Fenster mit integrierter, fernbedienbarer Jalousie – einfacher lässt sich Diskretion nicht herstellen. Nichts muss konstruiert, aufmontiert oder improvisiert werden. Die Jalousie lässt sich bequem bewegen. Foto: Unilux

Die Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem RAL in Sankt Augustin auch für die Montagearbeiten ein eigenes RAL-Gütezeichen geschaffen. Achten Sie darauf. 

Denn die Montage ist der Schlusspunkt der „Operation Fensterbau“. Eine unsachgemäße Montage ist der häufigste Reklamationsgrund. Es geht Wärme verloren, Lärm und Feuchtigkeit können eindringen. 

Je anspruchsvoller die Eigenschaften von Fenstern, Haustüren oder Wintergärten, desto wichtiger und komplexer ist die Montage. Kleine Fehler können große Folgen haben.

(aus der Zeitschrift Althaus modernisieren 10/11-2016)