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Fassaden-Varianten für alte Häuser

11.07.2017

Wenn Häuser in die Jahre kommen, tut ihnen ein neuer Anstrich gut. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, die Fassaden aufzufrischen – mit und ohne Wärmedämmung.

Foto: Knauf

Ohne Zweifel gehören Putzfassaden in vielen Regionen zum Standard. Was aber tun, wenn sie nicht mehr schön sind? 

Stellt sich bei einer Renovierungsmaßnahme die Frage nach einer zusätzlichen Wärmedämmung nicht, können bereits verputzte Flächen mit einem Renovierungsputz überarbeitet werden und erstrahlen danach wieder für viele Jahre in neuem Glanz. Renovierungsputze eignen sich besonders, wenn eine Fassade für einen bloßen Neuanstrich zu stark beschädigt ist. Wichtig: Bei Putzreparaturen braucht die Energieeinsparverordnung in der Regel nicht berücksichtigt werden, bei einer Putzerneuerung aber wohl. Besprechen Sie die Details vor Auftragsvergabe mit Ihrem Fachmann.

Laut einer Riquesta-Umfrage, durchgeführt in 2015 für das Deutsche Lackinstitut, lieben die Deutschen vermehrt farbige Fassaden. Beige- ,Gelb- und Rottöne wünschen sich 40 Prozent der Befragten an den Hausfassaden. Weiß ist somit nicht mehr die beliebteste Fassadenfarbe. Blau- und Grüntöne sind stark im Kommen.

Viel Wahlfreiheit gibt es bei nachträglich gedämmten Fassaden – es gilt zwischen individuellen Designwünschen und der Eingliederung in ein bestehendes Umfeld abzuwägen. Sogar Putzoberflächen unterliegen einem Modetrend. War es früher üblich, grob strukturierte Putzoberflächen zu haben, wird heute in vielen Fällen eine feine, glatte Oberfläche bevorzugt. 

Neu im Trend sind sogenannte „Kammputze“. Klassisch edel und nie aus der Mode gekommen sind seit jeher die Kratzputze, die durch ihre Dickschichtigkeit ein besonders hohes Maß an Dauerhaftigkeit mitbringen. In welcher Farbe sich die renovierte Fassade präsentieren soll, bleibt meist dem persönlichen 
Geschmack überlassen. Zu bunt wirkt ein Haus schnell deplatziert. Zudem eignen sich nicht alle Farben gleichermaßen für die Gestaltung von Fassaden. Schauen Sie auch auf die Nachbarhäuser. So entsteht ein harmonisches Straßenbild, an dem alle Freude haben.

Liebhaber der linearen Architektur werden das Fassadensystem zu schätzen wissen, da der ursprüngliche Charakter der Rautenleisten bestehen bleibt. Weder sichtbare Verschraubungen noch Befestigungs-stellen unterbrechen die klare, einheitliche Optik der auf Wunsch farbig behandelten Holzoberfläche. Für die individuelle Gestaltung stehen vier verschiedene Holzarten zur Verfügung. Foto: Osmo

Wenn es der Bebauungsplan und die örtlichen Gegebenheiten zulassen, lohnt es sich, auch über andere Materialien für die Oberfläche der Außenwand nachzudenken. Denkbare Fassadenbeläge sind zum Beispiel Klinker, Naturstein, Keramik, Glas oder Holz. Diese Beläge können in variabler Größe – auch großflächige Platten sind möglich – zum Teil sogar direkt auf die Oberfläche zum Beispiel eines Wärmedämm-
Verbundsystems geklebt oder als Abschluss einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade genutzt werden. 

In Zukunft wird die Fassade zum Kraftwerk entwickelt: Integrierte Photovoltaik-Module verwandeln vorgehängte hinterlüftete Fassaden in ertragreiche Stromlieferanten. Bei dem System von Sto gibt es die nicht sichtbar befestigte Variante (invisible) als auch die mit Halteschienen versehene Version (inlay). Die Module können auch mit weiteren Fassadenflächen wie Glas, Naturstein, Putz, Metall oder Keramik kombiniert werden.

(aus der Zeitschrift Althaus modernisieren 6/7-2017)

Alternativen zu Putz und Farbe

Backsteine sind extrem stabile Naturprodukte, versprühen einen eigenen Charme, stehen für Nachhaltigkeit ohne Verschleißerscheinungen. Foto: AKA Klinker
Holzprofil „Vario“: Es lässt sich mit der geriffelten oder der gesägten Fläche, auch im Wechsel, nach außen verlegen, senkrecht oder waagerecht. Foto: Osmo
Schiefer: Die zulässige Größe der Platten beträgt maximal 600 x 300 mm. Damit sind reizvolle Fassadenmuster realisierbar, hier eine horizontale Deckung. Foto: Rathscheck
Keramik: Mit einer Veredelung wirkt sie antibakteriell ohne Chemie und beugt so der Veralgung vor. Foto: Agrob Buchtal
Faserzementtafel „Equitone Materia“, unbeschichtet, durchgefärbt – mit spürbar rauer und samtiger Faserstruktur. Foto: Eternit
Glaselemente, auf einem Wärmedämm-Verbundsystem verklebt: das System „weber.therm style Glas“. Foto: Saint-Gobain


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