renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren
Newsletter

Dach-Aufstockung

09.09.2019

Die Eltern der Bauherrin hatten das Zweifamilienhaus bereits vor einiger Zeit als Gebrauchtimmobilie erworben und modernisiert. Als die Tochter und deren Lebenspartner nach einer größeren Wohnung suchten, wurde die Möglichkeit eines Anbaus geprüft. Hierfür hätte allerdings ein erheblicher Teil des Gartens überbaut werden müssen. Der Boxberger Architekt Bruno Blesch schlug deshalb eine Dach-Aufstockung in Holzbauweise vor. Sein Entwurf nutzt die Hanglage raffiniert. So entstand ein vollwertiges drittes Geschoss, in dem sich das gewünschte Raumprogramm ohne Abstriche unterbringen ließ.

Dach-Aufstockung: Eine raffinierte Lösung. Foto: Foto: bernhardmuellerfoto.deMit Trick 17 die Hanglange ausgereizt: Nicht ein First in Hausmitte, sondern die straßenseitige Traufe des Schmetterlingsdachs bildet jetzt die höchste Kante des Gebäudes.

Nach Abriss des alten Dachstuhls und der beiden Giebelwände des Bestands konnte die freigelegte Obergeschossdecke für die Montage der neuen Architekturkomponenten präpariert werden. Fassade und Dach wurden anschließend als vorgefertigte Holzrahmenelemente per Kran eingeschwenkt, vor Ort mit Holzweichfaserplatten beplankt und mit Zellulose ausgeflockt. Schichtstoffplatten auf Unterkonstruktion bilden die hinterlüftete Außenhaut.

Dach-Aufstockung bringt viel Licht ins Haus

Das Dach wurde mit anthrazitgrauen Sinuswellen-Profilblechen gedeckt. Die nach Südwesten teils über Eck in die Dachgeschossfassade eingesetzten, großflächigen Verglasungen holen viel Tageslicht in die Wohnung und bieten umgekehrt Aussicht über den Ort hinweg auf die sanft hügelige Landschaft.

Außen liegende, automatisch steuerbare Jalousien sorgen für Sonnenschutz. Die anderen Fenster sind mit Raffstoresystemen in vorgesetzten Kästen ausgestattet. Edelstahlbolzen als Abstandshalter verhindern Kältebrücken. Richtung hinterer Garten dockt ein zweiter, vom Esszimmer aus begehbarer Balkon an das Gebäude an.
 
Durch Verlegen des Entrees ins Obergeschoss gibt es keine optischen Barrieren. Dank der Ganzglasbrüstung fällt der Blick bereits beim Begehen der gefalteten Stahltreppe tief in den Raum. Sie ist an mehreren Punkten mit Flachstählen in die gemauerte Wand eingelassen und punktuell mit der vertikal eingezogenen, bis ins Obergeschoss reichenden Stahlplattenwand verschweißt – das verhindert effektiv Schwingungen. Die Rückseite der Stahlwand dient als Garderobe.

Die gefaltete Stahlteppe ist zwischen Balkon und Wohnzimmer angeordnet. Foto: Bernhard Mueller Die gefaltete Stahltreppe ist zwischen Balkon und Wohnzimmer angeordnet.

Oben angekommen, steht man gleich mitten im Raum. Wohnzimmer, Küche und Esszimmer gehen fließend ineinander über. Effektiv unterstrichen wird die Wirkung durch die großflächig verlegten, zweieinhalb Zentimeter dicken und geölten Massivholzdielen. Das Holz hierfür stammt aus der Region, eine Sägerei verarbeitet es zu diesem tollen Produkt.   

Blick von der Küche ins Wohnzimmer. Foto: Bernhard Müller
Blick von der Küche ins Wohnzimmer.

(aus der Zeitschrift Althaus modernisieren 8/9-2019)

Daten + Fakten

Baujahr:1958
Wohnfläche (DG): 161 m2
Bauweise: massiv (Bestand)
DG: vorgefertigte Holzrahmen-elemente, Verkleidung: HPL-Platten (Trespa), verglaste Flächen: Pfosten-Riegelkonstruktion, Fenster: Holz-Alu
Heizung: Holzpelletheizung, Heizkörper
Architekt: überbau architektur
Bruno Blesch
97944 Boxberg/Baden
Telefon 07930/990487
www.ueber-bau.de
Fotos und Text: bernhardmuellerfoto.de

Bereich: 
Schlagwörter: