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Mein Haus, mein Hof – meine Garage!

06.10.2017

Nicht schön, aber funktional, so trifft es auf die meisten deutschen
Garagen zu. Als rechteckige Betonklötze oder Klinkerbauten prägen sie
das Bild in Wohngebieten. Dass es auch anders geht, zeigt sich in den
vergangenen Jahren vermehrt. Von Designerhütten mit rundem Dach bis hin
zur kreativen Nutzung des Garagendachs, kann bei der Betrachtung von
Garagen so einiges Interessantes entdeckt werden.

Garage zum Haus-pixabay
Garagen sollen sich nach Möglichkeit gut ins Erscheinungsbild des Hauses einfügen.
pixabay.com © LoriMoro (CC0 Public Domain)

Effiziente Nutzung

Ursprünglich als Abstellplatz für das Auto gedacht, sind viele Garagen heutzutage eher Abstellkammer für Gartengeräte, Werkzeug, Fahrräder und Kinderspielzeug. Unabhängig davon, was in ihnen aufbewahrt wird, bringen Garagen etwas mit, das sich auf vielfältige Weise benutzen lässt: das Dach. Damit der Platz, den die Garage einnimmt, effizienter genutzt werden kann, verwandeln viele das Dach in eine Fortsetzung des Gartens oder zaubern daraus eine Terrasse. Mit den richtigen Pflanzen und dezenter Dekoration lässt sich der Sonnenplatz auf dem Garagendach zum Beispiel spielend leicht in eine mediterrane Wohlfühl-Oase verwandeln. Kreative legen selbst Kinderspielplätze inklusive Rutsche und Schaukel auf Garagendächern an – entsprechende Sicherungen natürlich inklusive.

Relevante Sicherheitsaspekt

Wichtig ist bei der Nutzung der Dachfläche die Stabilität des Baus. Wer mit einem Fachmann sein Vorhaben bespricht und die Statik unter die Lupe nimmt, geht auf „Nummer Sicher“, dass das Dach der Belastung standhalten kann. Insbesondere ein guter Wasserabfluss sollte zudem angelegt werden, damit Regenwasser nicht staut und für Schimmel und Fäulnis sorgt.

alt Garage- pixabay
Sehe Garage und Tor so aus, ist es Zeit für eine neue Konstruktion.
pixabay.com © aitorstudio (CC0 Public Domain)

In punkto Sicherheit sollten Garagenbesitzer sich ebenfalls Gedanken um das richtige Geländer machen, wenn sie sich auf dem Dach aufhalten wollen. Eine Treppe als Aufgang kann zwar ein weiteres Highlight sein, erhöht aber das Einbruchsrisiko in obere Stockwerke des Hauses. Außerdem ist es rechtlich nicht möglich, ohne Genehmigung eine Terrasse auf einer Garage zu bauen. Die zuständige Bauaufsichtsbehörde kann darüber Auskunft geben. Dies sollten Eigenheimbesitzer bedenken.

Das perfekte Garagentor

In Form und Größe meist einheitlich, unterscheidet ein wesentliches Merkmal eine Garage von der anderen: das Tor. Damit ist nicht nur das Design und die teilweise kreative Bemalung gemeint. Es gibt diverse Arten von Garagentoren, die verschiedene Vorteile mit sich bringen. Egal ob es um die Anschaffung eines neuen Tores oder die Renovierung und Instandhaltung eines alten Tores geht, es gibt einiges zu bedenken.

Sektionaltor-pixabay
Sektionaltore ermöglichen eine effiziente Platznutzung, da sie nicht ausschwingen.
pixabay.com © StockSnap (CC0 Public Domain)

Fachmänner unterscheiden die folgenden Tore:

  • Schwing- oder Kipptor: Beim Öffnen benötigt dieses Tor ausreichend Platz vor der Garage, da es nach vorne aufschwingt. Auf kleinen Grundstücken oder in engen Garagenhöfen ist dieser Platz nicht immer gegeben. Einige Kipptore sind deshalb so konstruiert, dass sie nicht ausschwingen sondern in einer Schiene nach innen geführt werden. Zusätzlichen Freiraum vor der Garage benötigen sie daher nicht.
  • Sektionaltor: Dieses Tor besteht aus mehreren Teilen, die in einer Schiene geführt werden. So kann das Tor entweder zur Decke oder zur Seite weggeschoben werden – ins Innere der Garage hinein. Das spart Platz vor der Garage, bedeutet aber gleichzeitig, dass eine Seitenwand oder die Decke für die Torführung freibleiben muss. Wer ein hohes Auto oder einen Dachgepäckträger hat, bei dem kann es eng werden.
  • Rolltore: Das Rolltor funktioniert wie ein Rollladen und wird oben aufgewickelt. Das spart viel Platz.
  • Flügeltor: Ein Flügeltor macht auf einem großen Hof eine richtig gute Figur. Nach vorne benötigt es leider viel Platz zum Öffnen, daher sollten sich Garagenbesitzer ausreichend Gedanken darum machen, ob sie auf ein Flügeltor zurückgreifen möchten.

Bei so viel Auswahl fällt die Wahl nicht leicht. Experten helfen gerne bei der Entscheidung und können ebenfalls darüber Auskunft geben, wann es an der Zeit ist, in ein neues Tor zu investieren. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Tor rostig oder undicht ist oder Sicherheitsmängel bestehen.

Ist das passende Tor gefunden, bleibt eigentlich nur noch die Frage nach dem gewünschten Antrieb. Ältere oder preisgünstigere Modelle lassen sich nur von Hand öffnen. Wer mehr investiert, bekommt ein elektrisches Tor. Das funktioniert bequem per Funkfernbedienung. Wenn keine elektrischen Netzanschlüsse an der Garage vorhanden sind, kann der Antrieb über Solar erfolgen. Eine Solarzelle auf dem Garagendach speist Energie in einen Akku ein. Bei Bedarf können die Garagenbesitzer den Akku auch im Haus an einer herkömmlichen Steckdose laden. Solarzellen liefern neben Strom ebenfalls Wärme, mit der Hausbesitzer ihre Heizkosten merklich senken können. Die Garage kann allerdings im Normalfall auf eine Heizung verzichten.

Rechtliche Aspekte

In vielen Garagen finden die unterschiedlichsten Dinge Platz, nur kein Auto. Die Fläche wird eher zur Lagerung verwendet, als dass sie einen Autostellplatz darstellt. Der Wagen findet meist auf der Straße Platz, es sei denn, das Haus steht in der Stadt und öffentliche Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Dabei untersagt das deutsche Recht eigentlich die Aufbewahrung von anderen Dingen als einem Auto in der Garage.

Laut offiziellen Vorschriften gehören nur Pkw und deren Zubehör dort hinein. Das hat zum Beispiel Brandschutzgründe. 200 Liter Diesel und maximal 20 Liter Benzin dürfen in einer durchschnittlichen Garage bleiben.  Zudem soll mithilfe der Garagenverordnung die öffentliche Straßennutzung verringert werden. Das macht Sinn, wenn die Straße an der Garage voll ist. Da fällt es natürlich ins Gewicht, wenn jeder seinen Wagen auf der Straße parkt anstatt in der Garage.

In ländlicheren Regionen gibt es für diese Regel viel Unverständnis. Selbst wenn die Straße leer ist, gilt die Verordnung. Es muss zu jedem Zeitpunkt so viel Platz in der Garage sein, dass ein Auto heraus und hinein fahren kann. Fahrräder an der Wand finden also weiterhin Platz in der Garage, sind allerdings offiziell eigentlich nicht gestattet. Bei einem Saisonfahrzeug oder stillgelegten Auto scheiden sich hingegen die Geister. Es kann nämlich sein, dass im Mietvertrag vereinbart wurde, dass das Fahrzeug in der Garage fahrtüchtig sein muss. Es droht aber in keinem Fall ein unangemeldeter Kontrollbesuch der Polizei. Zum Streit kommt es in der Regel nur, wenn sich Mieter oder Vermieter beschweren.

Die bekannteste Garage der Welt

Die berühmteste Garage steht übrigens im Silicon Valley und ist denkmalgeschützt. Nach deutschem Gesetz hätte es sie vermutlich nicht geben dürfen. Es handelt sich nämlich um die Garage, in der Steve Jobs mit seinen Freunden in den 1970ern den ersten Computer bastelte. Gemeinsam mit Steve Wozniak hat er in dieser Garage die ersten 50 Apple-Computer zusammengebaut. Erst 1977 gründeten die beiden Apple Computer Co. und zogen aus der Garage aus nach Cupertino. Mit dem Haus ist die Garage heute rund 1,6 Millionen Dollar wert. Garagenfirmen haben hierzulande aber leider laut Gesetz keine Chance.



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