Pflege von Schwimmteich und Natur-Pool

<img src="https://thunderdemo.de/wp-content/uploads/2019/04/schmuck_fruehjahr.jpg" alt="Professionelle Schlammsauger führen bei unsachgemäßem Einsatz zu hohem Wasserverbrauch.
Foto: Jörg Baumhauer“ width=“200″ height=“150″ style=“float: right;“ class=“caption“ />Kontrollgang steht am Anfang

Nutzen Sie schon den Weg zu ­Ihrem Schwimmteich oder Natur-Pool als Kontrollgang. Funktioniert die Außenbeleuchtung noch und sind die Treppen oder Wege frei zugänglich? Spätestens wenn Sie barfuß in einen abgefallenen Zweig der Berberitze oder Stechpalme treten, werden Sie an diese Zeilen denken.

Der nächste Schritt ist das Entfernen und Verstauen des Laubnetzes. Auch während des Überwinterns verdient dieses Netz übrigens Ihre Aufmerksamkeit. Denn große Mengen an Laub drücken es auf oder sogar unter die Wasseroberfläche und ­führen zu Nährstoffeinträgen, die unerwünscht sind. Denn die freigesetzten Nährstoffe aus Blättern und zersetzten Pflanzenteilen verstärken das Algenwachstum und machen das Becken schnell unansehnlich.

Der erste Weg im Frühjahr führt also um das Becken herum. Besonders bei naturnahen Schwimmteichen kann starkes Pflanzenwachstum schon einmal einen beherzten Griff in die Pflanzen verlangen, um die Kapillarsperre zu finden. Gebetsmühlenartig wieder­holen Schwimmteichprofis die Kontrolle dieses wichtigen Bauteils. Ist sie auch nur an einer Stelle beschädigt, also zum Beispiel heruntergetreten, fließt an diesem ungewollten Überlauf Wasser aus dem Teich.

Auch hier gibt es allerdings Kontrollbedarf: Die Anschlüsse der Abdichtung an der Beckenkrone sind oftmals mit einer elastischen Fugendichtung versehen. Werfen Sie mal einen Blick darauf, ob sie Risse hat. Und für alle, deren vorbildlich gebauter Natur-Pool mit einer Ablauf­rinne an eine Terrasse angeschlossen ist, gehört der Blick ins Innere der Rinne zur Frühjahrspflege. Kann das Wasser ungehindert ablaufen?

<img src="https://thunderdemo.de/wp-content/uploads/2019/04/wasseranalyse_naturteich.jpg" alt="Zur jährlichen Pflege eines Schwimmteiches oder Natur-Pools gehört eine Wasseranalyse.
Foto: Carsten Schmidt“ width=“200″ height=“150″ style=“float: right;“ class=“caption“ />Regelmäßiger Rückschnitt der Pflanzen

Bei naturnahen Schwimmteichen, die schon viele Jahre in Betrieb sind, wird dieser Kontrollrundgang dazu genutzt, die restlichen Uferpflanzen zurückzuschneiden und zu stark wuchernde Pflanzen in ihre Schranken zu weisen. Hilft der Rückschnitt nicht mehr, können die Pflanzen eventuell vorsichtig geteilt werden.

Die Besitzer von Holzstegen oder Holzterrassen werfen bei diesem Gang gleich einen Blick auf die Holzdielen. Sind die Verschraubungen noch intakt? Hat sich eine Schraube über den Winter herausgearbeitet oder sind sogar Bretter beschädigt? Im Zweifelsfall hilft der Fachbetrieb weiter und ersetzt defekte Paneele oder Schrauben. Entfernen Sie auch sorgfältig das Laub, das Holzterrassen sehr rutschig machen kann.

In Natur-Pools ist oftmals mehr Technik als in einem eher natur­nahen Schwimmteich eingesetzt. Der Rundgang eignet sich hervorragend, um Skimmer, Pumpe und Co. zu kontrollieren. Die Skimmerhaube oder den Deckel kurz anheben, das Sieb auf Verunreinigungen oder überwinternde Tiere prüfen. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch gleich die Holz- oder Edelstahlleiter wieder in das Becken einhängen.

Falls Sie die Technik selbst in Betrieb nehmen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Probelauf der Pumpe und der restlichen elektrischen Geräte. Versichern Sie sich, dass alle sichtbaren elektrischen Leitungen unbeschädigt sind, die Pumpe rund läuft und ausreichend mit Wasser versorgt ist. Sind die Unterwasserscheinwerfer intakt und leuchten alle? Hat eine Lampe in der Leuchtstärke nachgelassen? Vielleicht müssen die Scheinwerfer einmal gründlich von Belägen aus Kalk und Algen oder Biofilm gereinigt ­werden.

Technische Hilfe erleichtert die Reinigung<img src="https://thunderdemo.de/wp-content/uploads/2019/04/schlammsauger_naturreich.jpg" alt="Professionelle Schlammsauger führen bei unsachgemäßem Einsatz zu hohem Wasserverbrauch.
Foto: Carsten Schmidt“ width=“200″ height=“150″ style=“float: right;“ class=“caption“ />

Ist der Außen-Check zu Ende, widmen Sie sich dem Becken selbst. Vor allen Dingen bei hellen Abdichtungen sieht man Verunreinigungen sehr deutlich. Dazu zählt besonders die sogenannte Mulmschicht am ­Beckenboden. Bei geringen Wassertiefen im Nutzungsbereich wird sie durch den Schwimmbetrieb leicht aufgewirbelt und trübt das Wasser ein. 

Das ist in erster Linie ein optischer Mangel. Ist sie allerdings im Laufe der Jahre zu einer mehreren Zentimeter dicken Schicht angewachsen, setzt sie auch Nährstoffe frei, die das Algenwachstum fördern. Also: Raus damit. Dafür eignen sich Schlammsauger, die mittels unterschiedlichster Absaugdüsen und -glocken für jeden Einsatzbereich gerüstet sind.

Absaugdüse für die Ecken, der Bodensauger für den Beckenboden oder die Bürste für die Beckenwand: Beläge und keimende Algennester lassen sich mit diesen Geräten und etwas Geschick leicht entfernen. Selbst im naturnahen Schwimmteich eignen sich die Sauger dazu, abgestorbene Pflanzenteile und Laub aus dem bepflanzten Bereich zu entfernen. Absaugglocken sorgen dafür, dass der Mulm zwischen dem Substrat herausgesaugt wird, das Substrat oder die Sauberkeitsschicht 
aus Kieseln jedoch an Ort und Stelle bleiben.

Natürlich verliert der Schwimmteich dadurch Wasser, das durch entsprechend geprüftes Nachfüllwasser ergänzt wird. Je ungeübter man ist, desto mehr Wasser geht verloren. Zudem sind diese Reinigungsgeräte kostspielige Angelegenheiten. Viele Fachbetriebe besitzen professionelle Geräte und bieten den entsprechenden Reinigungsdienst an. Sie sind im Umgang mit den Geräten trainiert und schnell. Das spart ­Wasser und Zeit. Und sie führen ­dabei auch gleich den Wassercheck durch. Damit erfahren Sie, wie sich das ­Wasser im Becken verändert hat und ob damit alles in Ordnung ist.

Auch für das Reinigen der ­Beckenwände ist mittlerweile automatisierte Hilfe erhältlich. Es gibt ­einerseits motorbetriebene Schrubber, die per Hand an einer Teleskopstange über die Beckenwände ­geführt werden. Noch bequemer geht es mit den automatischen Teichsaugern, die ihren Ursprung in Reinigungsrobotern für klassische Schwimmbäder haben.

<img src="https://thunderdemo.de/wp-content/uploads/2019/04/filteranlage_naturreich.jpg" alt="Filteranlagen geschickt unter dem Steg versteckt, sind mit einer Wartungsanleitung auch vom Laien zu pflegen.
Foto: Jörg Baumhauer“ width=“200″ height=“150″ style=“float: right;“ class=“caption“ />Wichtiges Bauteil ist der Filter

Es gibt unterschiedlichste Arten, bepflanzt und unbepflanzt, trocken und nass, technisch und biologisch und viele mehr. Sie sind meist speziell auf den Schwimmteich- oder Natur-Pool-Typ abgestimmt. Ihre Funktion ist maßgeblich dafür, ob und wie gut das System funktioniert. Und natürlich müssen auch sie ­gepflegt oder gewartet werden.

Für technische Filter gibt es oft eine Betriebsanleitung mit entsprechenden Hinweisen vom Hersteller oder vom Fachbetrieb. Erklärende Worte finden sich eventuell auch im Handbuch zum Betrieb der Anlage. Meist beschränken sich die Wartungsarbeiten auf die visuelle Kontrolle, ob das Filterbe
cken dicht ist oder das Wasser im Filter noch fließt. Die Wirksamkeit ist für den Laien kaum überprüfbar, da er dazu eine aussagekräftige Wasseranalyse erstellen müsste.

Schwieriger wird es bei den bewachsenen Filtern, die im oder am Becken eingebaut sind. Sie verstopfen, im Fachjargon kolmatieren, im Laufe der Jahre. Feine Partikel aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Sedimenten verstopfen die Poren und führen zu einer schleichenden Abnahme der Reinigungswirkung, wenn die regelmäßige Pflege und Kontrolle fehlt.

Den Rückschnitt der Pflanzen schafft ein Schwimmteichbesitzer oft selbst. Die Beurteilung der Wasserqualität ist auch für den interessierten Laien schwierig. Diese Aufgabe führt am besten ein Profi durch. Wer es ganz genau wissen will, der kann sich für den „Index für die Wasserqualität von Naturfrei­bädern“ (IQN) entscheiden. Das ist ein Qualitätssicherungssystem, bei dem die „inneren“ Schwimmteichwerte genauer untersucht werden. Dazu gehört der Gehalt an Phyto- und Zooplankton, die Nährstoffgehalte und die Keimbelastungen. Umfangreiche Informationen dazu gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB).

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