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Umbau: Kleines Raumwunder

09.11.2015

Im Internet stießen die Bauingenieurin Melanie Krombach und ihr Lebensgefährte auf die flott gestaltete Immobilie und verliebten sich sofort in sie. Verkäufer waren die Eheleute Trieschmann, damals zwecks nachwuchsbedingtem höherem Platzbedarf schon einen Steinwurf entfernt mit einem neuen Projekt beschäftigt. Bei der Erstbesichtigung 2009 brauchte man schon die Fantasie eines fähigen Architekten: „Das unscheinbare, alte Haus reihte sich in ein Ensemble. Mit kleinteiligem Grundriss und niedrigen, durch dunkles Balkenwerk bedrückend wirkenden Decken“, erinnert sich Björn Trieschmann. Ein schwer verkäufliches Objekt – doch eine große Chance, nach Studienabschluss und mit geringem Budget etwas Eigenes zu schaffen.

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Durch die Lage an einer geneigten Straße und den hofseitigen Anbau fehlte eine ebenerdig gelegene Freifläche. Deshalb vertauschte der Architekt die üblichen Nutzungsebenen. Im erhöhten Erdgeschoss – mit Zugang über eine kleine Treppe direkt von der Wohnstraße aus – befinden sich das Treppenhaus, ein heute als Praxis genutzter Bereich und ein Bad im Anbau. Die geringe Raumhöhe von nur 2,30 Metern stört hier nur wenig.

Im Obergeschoss vergrößerte Björn Trieschmann das Raumvolumen deutlich durch das teilweise Entfernen der Decke zum Dachgeschoss. Es entstand eine offene Fläche fürs Kochen, Essen und Wohnen. Eine transparente Glasbrücke über diesem Bereich erschließt den Weg zur Dachfläche des Anbaus, die als idyllische Dachterrasse den fehlenden Garten ersetzt. Die Glasbrücke übernimmt auch die stabilisierende Funktion eines in solchen Fällen sonst üblichen Ringankers – eines umlaufend auf die Außenwände betonierten Streifens.

Einen starken Kontrast zur umgebenden Bebauung bildet die neue Fassade mit ihrer ungleichmäßig breiten, waagerecht verlaufenden Holzverschalung. Sie ist auf eine Unebenheiten der Fassade ausgleichende Holzbalkenkonstruktion mit Konterlattung geschraubt und mit Mineralwolle gedämmt. Aus Kostengründen kamen zweifachverglaste Kunststofffenster zum Einsatz, „die aber eine verblüffend aluminiumhafte Anmutung haben“, freut sich der kreative Planer.

Bildergalerie:

Freisitz mit besonderem Flair: Ein Fragment des alten Quergiebels schützt die Terrasse. Sie ist ein gern  genutzter Gartenersatz. Melanie Krombach und ihr Lebensgefährte verbringen hier erholsame Stunden. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Ein Teil der Decke wurde entnommen, die Glasbrücke hat auch eine aussteifende Funktion. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Die Treppe zur Galerie wird noch weiß gestrichen. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Der Blick reicht weit ins Gießener Land. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Der Praxis-Wartebereich. Die Haus-eingangstür ist mit einem vom Architekten selber fotografierten, auf Folie gedruckten floralen Motiv beklebt. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)
Das Bad ist auch auf dieser Ebene. Foto: www.journalfoto.de (Bernhard Müller)

Fakten

 

Baujahr:1900 

Wohnfläche vorher: 80 m2 

Wohnfläche heute: 100 m2 

Bewohner: 2 

Heizung: Gaszentralheizung

Heizwärmebedarf: ca. 120 kWh/m2 (jährlich)
 

 

Architekten:
studio aw.
Björn Trieschmann
Carl-Franz-Straße 3
35392 Gießen
Telefon 0641/2097243
info@studio-aw.de
www.studio-aw.de

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