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Umbau eines schlichten Hauses

20.09.2018

Wer im Großraum Karlsruhe eine interessante Immobilie erwerben will, muss erst viel Geduld aufbringen, und dann schnell zuschlagen – wie die Käufer dieses jetzt so schmucken Hauses.

Umbau eines alten Siedlungshauses.

Der Umbau des schlichten Hauses erfolgte unter den beiden Kriterien Angemessenheit und Einfachheit. Wo sich heute der Hauseingang befindet, stand früher ein kleiner Stall. Foto: www.bernhardmuellerfoto.de

Im Internet hatten die Bauherren das Immobilieninserat gefunden und sofort Kontakt mit dem Makler aufgenommen. So konnten sie das Haus als erste besichtigen, mussten sich dann aber auch schnell entscheiden. Allein schon wegen des Grundstücks lohnte sich der Kauf, so rar sind Bauplätze in der südwestlich von Karlsruhe gelegenen Stadt.

Auf ihren Architekten stießen sie über Veröffentlichungen in Zeitschriften. Ein Vor-Ort-Termin wurde vereinbart. Den 
renommierten Planer reizte das Projekt, und er hatte auch gleich konkrete Vorstellungen: „Der Umbau für die dreiköpfige Familie sollte Überlegungen zu Angemessenheit und Einfachheit folgen. Da die Bauherrschaft weitreichende Eigenleistungen erbringen wollte, galt es, unnötig komplizierte Details zu vermeiden. Insgesamt sollte sich das Haus auch nach dem Umbau unauffällig in die homogene Straßenansicht einfügen.“

Ausgangspunkt war ein typisches Selbstversorger-Siedlungshaus aus den 1950er-Jahren. Kleinteiliger Grundriss, kleine Fensteröffnungen, und kein vernünftiger Anschluss an den Garten. Die Bausubstanz war in gutem Zustand, allein die Dachkonstruktion erwies sich als zu filigran für die künftige Nutzung, zumal ein sehr guter energetischer Standard mit entsprechenden Dämmstärken angestrebt wurde. Also entstand ein komplett neuer Dachstuhl.

Der Zugang ins Haus erfolgt über den ehemaligen Stallanbau. Für die Neuorganisation des Erdgeschoss-Grundrisses fand Professor Baurmann eine pfiffige Lösung: Eingestellte Wandscheiben brechen den zellenartigen Grundriss auf und ermöglichen fließende Raumfolgen.

Wie beim Dach, war auch bei der Behandlung der Außenfassade das Thema „energetisch optimieren“ äußerst wichtig. Vollwärmeschutz sorgt für optimale Dämmung, einheitliche, deutlich größere Fensterformate verleihen der Fassade 
Ruhe und Harmonie.    

Fotos und Text: Bernhard Müller

(aus der Zeitschrift: Althaus modernisieren 8/9-2018)

Bildergalerie

Vorher-Nachher Vergleich des umgebauten Hauses
Offen konzipiert, optisch dennoch getrennt von Ess- und Wohnzimmer: die elegante Küche.
Der vormals zellenartig und  kleinteilig strukturierte Erdgeschoss-Grundriss wurde zugunsten fließender Raumfolgen geöffnet.
Die bodentiefen Fenstertüren holen viel Licht ins Haus. Überall verlegte Fußbodenheizung sorgt in den Übergangszeiten und winters für wohlige Wärme. Zum Einsatz kam ein System mit geringer Aufbauhöhe.
Auch für den Flügel fand sich ein angemessener Platz: im Bibliotheks- und Musikzimmer.
Als charakteristisches Element blieb die alte Treppe erhalten. Die Bauherren restaurierten sie, und ließen auf dem Zwischenpodest dasselbe Eicheparkett verlegen wie in Erd- und Obergeschoss.

FAKTEN

Baujahr:1956

Wohnfläche vorher: 168 m2

Wohnfläche heute: 178 m2

Bauweise:massives Mauerwerk, Trockenbauwände, WDVS

Heizung: Gas-Brennwerttherme, solar unterstützt, Fußbodenheizung

Architekten: www.bdarchitekten.eu

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