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Frühjahrs-Check rund ums Haus – was ist wichtig?

18.05.2017

Im Januar 2017 haben deutschen Banken – laut der Deutschen Bundesbank – mehr als fünf Milliarden Euro für Wohnungsbaukredite neu verhandelt. Und jeder Haushalt ist froh, wenn die Finanzierung endlich steht. Schließlich kann jetzt in die eigenen vier Wände eingezogen werden. Wer es sich nach dem Winter allzu bequem im Garten macht und die Beine hochlegt, erlebt mitunter eine Überraschung. Gerade das Frühjahr sollten Hausbesitzer nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Der Rundum-Check ist dazu da, Schäden aus dem Winter zu entdecken und diese – wenn möglich – schnell selbst zu beheben oder beheben zu lassen.

Worauf ist hier zu achten? Generell gilt der prüfende Blick allen Bereichen, die im Winter der Witterung besonders stark ausgesetzt sind. Aber auch ein wenig Prävention macht sich in den Monaten April und Mai bezahlt. Wer als Eigenheimbesitzer in diesem Zeitraum alles richtigmacht, kann Schäden im Sommer vorbeugen.

Check vom Dach. Foto: Pixabay
 
Der Check von Dach und Dachrinnen ist zum Frühling sehr hilfreich - so lassen sich schnell eventuelle Problemstellen erkennen. Foto: Pixabay

1.    Der Blick aufs Dach: Ist alles dicht?

Das Dach sollte in jedem Fall zum Rundum-Check gehören. Dabei geht es nicht einfach nur darum, Schäden durch eindringende Feuchtigkeit zu vermeiden. Heute werden Dächer immer noch mit Dachziegeln gedeckt. Und diese sind 365 Tage im Jahr der Witterung ausgesetzt. Im Winter sind es Schnee, Regen und starke Temperaturschwankungen, welche am Material angreifen. Darüber hinaus sind Stürme und Unwetter im Winter verbreitet.

Letztlich kann die Witterung dazu führen, dass sich Dachziegel lockern. Und sollte diese beim Herabfallen einen Sach- oder Personenschaden herbeiführen, kann es teuer werden. In Deutschland wäre der Hausbesitzer in diesem Fall nach § 823 BGB dem Geschädigten zum Schadenersatz verpflichtet. Damit es gar nicht erst soweit kommt, wird das Dach am besten jedes Frühjahr intensiv unter die Lupe genommen.

2.    Die Dachrinnen reinigen – Nässeschäden vermeiden

Eigentlich gehören sie zum Dach. Aufgrund der Bedeutung verdienen die Dachrinnen allerdings einen eigenen Abschnitt. Leider wird der Blick in die Dachrinnen beim Rundum-Check gern vergessen. Dabei sind die Dachrinne und das Fallrohr für ein schnelles Ablaufen von Regenwasser wichtig. Was passiert, wenn die Dachrinnen oder Fallrohre verstopfen?

Niederschlagswasser rinnt die Fassade entlang und versickert allmählich im Boden am Mauerwerk. Die Folge können Feuchtigkeitsschäden sein, die etwa im tiefer liegenden Mauerwerk entstehen. Zudem bietet die Nässe an der Fassade Flechten und Moosen Lebensbedingungen. Deren Ansiedelung kann zu Rissen im Mauerwerk führen, was eindringende Nässe und eventuell sogar Schimmel nach sich zieht.

3.    Schimmel in Wohnräumen suchen

Im Sommer ist das Lüften meist kein Problem. Im Winter tun sich viele Haushalte etwas schwerer. Und sorgen damit dafür, dass sich Schimmelpilze wohlfühlen. Die für deren Wachstum nötige Feuchtigkeit kommt nicht nur aus dem Badezimmer. Jeder Mensch gibt über Schweiß und Atemluft Feuchtigkeit ab.

Und dieses Tauwasser sorgt dafür, dass in Wohnräumen schnell 60 Prozent oder 70 Prozent Luftfeuchte erreicht sind. Sobald die warme Raumluft auf eine kalte Oberfläche trifft, kondensiert ein Teil der Luftfeuchte. Das beste Beispiel ist ein kaltes Fenster. Aber auch kalte Wände sind hierfür geeignet – die sogenannten Kältebrücken. Und hier entsteht Schimmel. Dieser kann versteckt hinter Möbeln oder selten in Betrieb genommenen Heizkörpern sitzen. Im Rahmen des Rundum-Checks sollte der Blick auch hierauf gerichtet sein.

4.    Der Blick in den Keller: Nässe von innen & außen

Heute gehört ein Keller nicht mehr zwingend zum Neubau einer Immobilie. Viele Familien sind allerdings froh, wenn das Haus eine Unterkellerung hat. Allerdings sollten diese meist wenig genutzten Räume immer wieder überprüft werden.

Nur so lassen sich Feuchtigkeitsschäden erkennen. Haben die vielen Niederschläge aus den Wintermonaten tatsächlich den Weg vom Haus ins Erdreich – oder durchs Mauerwerk gefunden, sind Gegenmaßnahmen erforderlich. Beim Check im Keller sollte auch geprüft werden, inwiefern alle wasserführenden Leitungen in Ordnung sind. Dieser Schritt empfiehlt sich gerade im Altbau.

An diesem Punkt noch ein Hinweis zum Thema Lüften. Im Sommer verdient der Keller hier etwas mehr Aufmerksamkeit. Hintergrund: Die Kellerräume sind in den warmen Monaten kühl. Wird gelüftet, kann warme Außenluft eindringen. Und die hierin enthaltene Feuchtigkeit kondensiert beim Auftreffen auf die kalte Kellerwand aus. Damit verlagert sich das Problem Schimmel aus der Wohnung einfach eine Etage tiefer – bleibt aber genauso gefährlich.

Hinweis: Sollte Schimmel entdeckt werden, ist es im Normalfall wichtig, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Kleinere Stellen können Hausbesitzer zwar auch selbst entfernen. Trotzdem bleibt ein Restrisiko für weitere Schäden am Mauerwerk.

5.    Der Blick rund ums Haus

Fassade, Dach und Mauerwerk – typische Bereiche, die im Check-Up nach dem Winter eine Rolle spielen. Allerdings reicht es nicht aus, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren. Vielmehr ist Aufmerksamkeit auch rund ums Haus gefragt.

Hier geht es unter anderem um den Blick auf Terrassenpflaster und Wege. Haben einzelne Steine den Frost nicht ohne Schaden überstanden? Gibt es an irgendeiner Stelle Setzungen durch die Minusgrade? Oder hat vielleicht sogar das letzte Unwetter im Winter seinen Tribut gefordert. Jeder Immobilienbesitzer ist gut beraten, hier die Augen offenzuhalten. Und auch der Gasgrill oder die Lounge-Ecke brauchen Aufmerksamkeit. Leider geht auch hier der Winter nicht spurlos vorüber.

Schimmel. Foto: Pixabay
 
Schimmel kann sich ausbreiten und so zu einem echten Problem werden, welches hohe Kosten verursacht. Foto: Pixabay

Fazit: Der Rundum-Check gehört zum Frühjahr dazu

Jeder frisch gebackene Hausbesitzer macht es sich im eigenen Garten und den eigenen vier Wänden bequem. Die Beine endlich hochlegen zu können ist sicher verdient. Mit dem Erwerb von Wohneigentum ist allerdings auch Verantwortung verbunden. Gerade in den kalten Wintermonaten fokussiert sich die Aufmerksamkeit hier auf den Winterdienst und das Schnee räumen. Im Frühjahr gehen die Gedanken Richtung Garten. Dabei sollte auch der Immobilie Aufmerksamkeit gelten. Letztere macht einen Rundum-Check erforderlich, da sich nur so Anzeichen für Schäden oder Ähnliches entdecken lassen. Reagieren Hausbesitzer an dieser Stelle nicht schnell genug, kann sich das Schadenspotenzial schnell vergrößern. Und am Beispiel herabfallender Dachziegel sollte deutlich werden, dass diese durchaus eine gewisse „Sprengkraft“ haben. Und auch das Problem Schimmel darf von Eigenheimbesitzern nicht unterschätzt werden. Hieraus können unter Umständen sogar Gefahren für die Gesundheit werden.

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