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Ein unscheinbares Haus wird zum Familiendomizil

02.12.2016

Wenn ein handwerklich geschicktes Ehepaar – sie Innenarchitektin, er Spross einer traditionsreichen Zimmermannsfamilie – einen Altbau saniert, ist ein top Ergebnis garantiert. Ein Glücksfall zudem, wenn die Kooperation zwischen der Bauherrin und dem Architekten so gut klappt wie hier: Sie brachte die Ideen und Entwürfe, Dietmar Mayer von der Zimmerei Syndikat AG entwickelte die Details. Der Vater von Jutta Wetzel hatte das 1913 gebaute und damals für zwei Familien ausgelegte Wohnhaus erworben und ließ dem jungen Ehepaar freie Hand bei der Anpassung an deren Bedürfnisse.

Übernommen haben es die Wetzels als Einfamilienhaus mit historischen Details wie Stuck, Dielenböden aus Pitchpine und Holztreppen zwischen den Wohngeschossen. Kubatur und Dachform des Hauses blieben erhalten. Angebaut wurden eine Garage, eine glasüberdachte Terrasse sowie ein Windfang.

Zwischen Wohnhaus und dachbegrünter Garage an der Südwestseite verläuft heute ein Steg mit Douglasienholzbelag, der über bodentiefe Fenster vom Haus aus begehbar ist und über Stufen in den Garten führt.

Die Holzverkleidung der Garage öffnet sich zum Garten mit einem dreiteiligen Tor im Gewächshauscharakter. Weiße Kiefernholzfenster mit einer von Jutta Wetzel gezeichneten Sprossenteilung schmücken jetzt die zuvor etwas trostlosen Fassaden. Harmonisch gerahmt werden sie von Holzklappläden, deren Kloben direkt in das Zedernholzfutter eingelassen sind – so wirken Fenster und Klappläden als Einheit.

Das Erdgeschoss des unterkellerten Wohnhauses liegt im Hochparterre. Durch Entfernen der Zwischenwand entstand dort aus Küche, Ess- und Wohnzimmer ein heller, L-förmiger Raum.
Im Obergeschoss verbinden sich zwei Räume zu einem großen Bad. Auch Schlafzimmer mit Ankleide und das Kinderzimmer sind hier untergebracht. Der ehemals ungenutzte Speicher dient nun als Spielbereich der Tochter sowie als Gästezimmer. Für dieses tolle Ambiente und  Raumprogramm haben sich die sechs Monate Umbauzeit definitiv gelohnt!

So sah das Haus vor dem sechsmonatigen Umbau aus.
Die glasüberdachte Terrasse ist eine Douglasien-Leimholzkonstruktion mit Stahlunterbau. Sie verbindet über zwei Abgänge das Hochparterre mit dem Garten.
Eine Zwischenwand wurde entfernt, bodentief vergrößerte Fenster sorgen für ein noch besseres Raumgefühl.
Die Treppe wurde sorgfältig aufgearbeitet, die alten Stufen in Eigenleistung geschliffen und mit ökologischem Wachs versiegelt. Das Geländer stammt aus einem Abrisshaus. Restauriert, wertet es das lichtdurchflutete Treppenhaus noch weiter auf.
Dieser Bereich profitiert enorm von der mit einer Sonnenschutzmembran ausgestatteten Dachverglasung.
Neue Kiefernholzfenster mit Klappläden gliedern die  mit einem Wärmedämm-Verbundsystem ummantelten Fassaden harmonisch.

Daten & Fakten 

Baujahr:1913
Wohnfläche:
 ca. 134 qm
Fassade und Dach: Wärmedämm-Verbundsystem, Zellulose und Holzweichfaserplatte (Dach); Fenster und Dachverglasung mit Wärmeschutz-Isoliergläsern
Entwurfsplanung und partielle Ausführungsplanung (Innenräume): Jutta Wetzel, Metzingen
Ausführungsplanung:
Syndikat AG
Dietmar Mayer
72770 Reutlingen
Telefon 07121/144935-0
www.syndikat-ag.de

Fotos und Text: www.journalfotos.de (Bernhard Müller)

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