Minipumpe statt Thermostatventil

Minipumpe
Foto:Wilo Geniax

Die übliche Kombination aus Wärmeerzeuger, zentraler Heizungspumpe und Thermostatventilen an den Heizkörpern ist relativ unflexibel. Denn bei diesem System wird – in Abhängigkeit von der Außentemperatur – Wärme „auf Verdacht“ erzeugt. Die nicht benötigte Wärmezufuhr wird dann z. B. vom Thermostatventil gedrosselt. Entsprechend ist auch der Heizenergieverbrauch höher als erforderlich.

Bedarf statt Angebot
Dieser „Angebotsheizung“ hat Pumpenspezialist Wilo nun eine „Bedarfsheizung“ entgegengesetzt: Beim weltweit ersten dezentralen Pumpensystem „Wilo-Geniax“ wird Wärme nur noch dann in die Heizflächen transportiert, wenn sie benötigt wird. Das System ist auch zur Nachrüstung in Altbauten (mit Zweirohrheizungen) geeignet.

Statt einer zentralen Heizungspumpe kommen nun also mehrere stromsparende, drehzahlgeregelte und geräuscharme Minipumpen zum Einsatz, die anstelle der Thermostatventile direkt an den Heizkörpern oder in den Verteilerkästen der Fußbodenheizung angebracht werden. Eine zentrale Heizungspumpe ist in der Regel nicht mehr erforderlich.

Die Pumpensteuerung übernimmt die zugehörige Elektronik, die in der Nähe zum Beispiel in Unterputzdosen montiert werden und mit den Pumpen über Kabel verbunden sind. In jedem Raum befindet sich ein Bediengerät oder ein Temperatursensor. Um zusätzlich Energie zu sparen, können für jeden Raum Wunschtemperaturen und Absenkzeiten eingestellt werden, z. B. für die Nachtstunden oder bei Abwesenheit.

Der Server hat alles im Griff
Pumpen, Pumpenelektroniken, Temperatursensoren und Raumbediengeräte sind über sogenannte Busleitungen, die diese Komponenten auch mit Strom versorgen, mit einem Server vernetzt. Dieser Server, der an einer zentralen Stelle im Haus montiert ist, erkennt den Wärmebedarf der einzelnen Räume anhand der Nutzereinstellungen sowie der Ist-Temperatur und versorgt die Heizkörper individuell durch Aktivierung der Minipumpen. Wenn ein einzelner Raum also keine Wärmeanforderung an den Server meldet, steht die Pumpe an der entsprechenden Heizfläche still.

Kurzcharakteristik des Funktionsprinzips:

  • Die klassischen Regelventile an den Heizkörpern werden durch die neuen Miniaturpumpen ersetzt.
  • Das vom Wärmeerzeuger erwärmte Heizwasser wird dann von den dort installierten Minipumpen in die Heizkörper gefördert.
  • Über Raumbediengeräte lässt sich die individuelle Wunschtemperatur einstellen. In jedem Raum befindet sich ein Bediengerät oder ein Temperatursensor.
  • Die Steuerung des Systems übernimmt ein Server. Er wertet sämtliche Systeminformationen aus. Der Server passt zudem die Heizwasservorlauftemperatur an.
  • Mittels Pumpenelektronik werden die Pumpendrehzahlen geregelt. So gelangt die gewünschte Wärme bedarfsgerecht dorthin, wo sie benötigt wird.
  • 20 Prozent weniger Heizkosten und 50 Prozent weniger Stromkosten für die Wärmeverteilung im Haus, verglichen mit einer konventionellen Lösung (laut TÜV-Zertifikat).
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