renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren
Newsletter

Trinkwasserinstallation

06.06.2016

Foto: Rehau

Sauberes und frisches Trinkwasser ist die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Der menschliche Organismus benötigt es täglich als Transportmittel für Sauerstoff und Nährstoffe sowie zum Abtransport von Stoffwechselprodukten. In Deutschland unterliegt dieses kostbare Gut strengsten Kontrollen und Richtlinien. Die sogenannte Trinkwasserverordnung legt die entsprechenden Qualitätsanforderungen fest. Im Paragraf 4 unter „Allgemeine Anforderungen“ wird dort definiert, dass Wasser für den menschlichen Gebrauch frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein muss. Bis zum Wasserzähler einer Wohnung ist der Wasserversorger für die Einhaltung dieser Kriterien verantwortlich, innerhalb des Hauses, bis es aus dem Wasserhahn tritt, ist es der Eigentümer bzw. Betreiber selbst: Die Trinkwasserinstallation innerhalb des Hauses darf die Qualität des vom Wasserversorger gelieferten Wassers nicht beeinträchtigen.

Auch Wasser ist ein verderbliches Lebensmittel

Da auch Wasser ein verderbliches Lebensmittel ist und unter unsachgemäßer Handhabung leidet, muss die Trinkwasserinstallation immer von einem eingetragenen Fachbetrieb durchgeführt werden. Nur der Experte kann aufgrund seines Fachwissens eine optimale Planung mit der geeigneten Kombination aus Materialien, Verlegeart und Warmwassererzeugung, eine dauerhaft einwandfreie Trinkwasserqualität garantieren.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Materialien der Rohre und Verbindungsstücke. Diese dürfen keine Stoffe enthalten, die in gelöster Form ins Trinkwasser gelangen können. Das Umweltbundesamt gibt eine Liste von Werkstoffen heraus, die eingesetzt werden dürfen. Im Neubau werden überwiegend Kunststoff-, Kupfer- oder Edelstahlrohre für die Trinkwasserinstallation verwendet.

Links: Die Kunststoffrohre „Rautitan Flex“ bestehen aus einem speziellen Kunststoff, der für die Trinkwasserinstallation ausdrücklich zugelassen ist. (www.rehau.de) Rechts: Kupfer ist ein beliebtes Material für die Trinkwasserinstallation. Seine Eignung ist allerdings von der Wasserzusammensetzung am jeweiligen Bauort abhängig. (www.viega.de)

Welches dieser Materialien  für eine bestimmte Trinkwasserinstallation gewählt wird, ist aber nicht nur von nutzerspezifischen Anforderungen abhängig, sondern sollte immer unter Berücksichtigung der jeweilig vorhandenen Zusammensetzung des vom Versorger gelieferten Nasses getroffen werden.

Denn Trinkwasser ist nicht gleich Trinkwasser: Von Region zu Region variieren Härtegrad, PH-Wert sowie die Konzentration von organisch gebundenem Kohlenstoff, Chlorid und Sulfat, Kalzium und freier Kohlensäure. Um eine lange Lebensdauer zu garantieren und schädliche Reaktionen von Rohrmaterial und Wasser zu vermeiden, wählt der Installateur das für die jeweilige Wasserqualitäten passende Material aus.

Wichtig: Planung, Einbau & Wartung vom Fachmann

Er kümmert sich auch um die richtige Dimensionierung, Dämmung und Führung der Trinkwasserleitungen durch das Gebäude. Eine solide Planung minimiert Leitungswege und Leitungsquerschnitte, was die Wirtschaftlichkeit bei der Installation ebenso wie im Betrieb optimiert. Durch eine effektive Dämmung der Leitungen werden Wärmeverluste von Warmwasserleitungen sowie unbeabsichtigte Wärmeübertragung auf Kaltwasserstränge unterbunden. Das ist wichtig, damit das Warmwasser wärmer als 55 Grad Celsius und Kaltwasser kälter als 25 Grad Celsius bleibt – im Temperaturbreich dazwischen vermehren sich gesundheitsschädliche Bakterien zu gut und gefährden die Hygiene. Kurze Leitungen minimieren auch die Menge an eventuell anfallendem Stagnationswasser. Das ist Wasser, das länger als vier Stunden in einer Leitung stillsteht. Auch hier steigt die Gefahr eines schädlichen Qualitätsverlustes. Um dies zu vermeiden, plant der Fachinstallateur – wo nötig – Zirkulationsleitungen zum regelmäßigen Wasseraustausch im Leitungssystsem ein.

Bei der Trinkwasserinstallation beachten

  • Nach der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) § 12 dürfen die Errichtung einer Trinkwasseranlage oder wesentliche Änderungen ausschließlich entweder durch das Wasserversorgungsunternehmen (WVU) selbst oder durch ein eingetragenes Installationsunternehmen erfolgen. Fragen Sie bei Ihrem Wasserversorger nach dem „Installateurverzeichnis“.
  • Als Hausbesitzer sind Sie auch Inhaber ihrer Trinkwasseranlage und nach Trinkwasserverordnung verpflichtet, abgegebenes Wasser kontinuierlich genusstauglich und rein sowie frei von krankheitserregenden Keimen zu halten. Bei schuldhaften Verstößen gegen die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Pflichten drohen Vermietern ordnungsrechtliche Bußgelder bzw. Strafverfahren – wichtig zu wissen wenn Sie planen, Teile Ihres Hauses zu vermieten.