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Haustechnik: Warmes Wasser direkt am Platz

11.01.2017

Weltweit sind die verfügbaren Wassermengen sehr unterschiedlich verteilt. So haben über eine Milliarde Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem, gesundheitlich unbedenklichem Trinkwasser. Deutschland gehört zu den wasserreichsten Ländern und leidet nicht unter Wassermangel. Trotzdem ist es auch hier sinnvoll mit dem vorhandenen Wasser sorgsam umzugehen.

Durchschnittlich verbraucht jeder Deutsche rund 120 Liter Trinkwasser am Tag, wobei die Entwicklung über die letzten Jahre stark rückläufig ist. Rund die Hälfte des Wasserverbrauchs in deutschen Haushalten wird erwärmt und zum großen Teil für die Körperpflege verwendet. Auf die Nahrungsmittelzubereitung entfällt nur ein relativ kleiner Teil.

Duschbad. Foto: WÄRME+/Stiebel Eltron

Ob für ein Duschbad oder Wannenbad, oder aber nur für angenehm warmes Wasser auf der Gästetoilette – Durchlauferhitzer gibt es in vielen Leistungsklassen. Foto: WÄRME+/Stiebel Eltron

In deutschen Haushalten wird über 68 Prozent der Energie für die Heizung verbraucht. Zweitgrößter Verbraucher ist dann schon die Trinkwassererwärmung mit über 15 Prozent Anteil am Endenergieverbrauch. Der Bedarf an warmem Wasser orientiert sich vorrangig am individuellen Nutzerverhalten. Gerade die Körperpflege ist der Bereich, wo relativ viel verbraucht wird und in dem das Einsparpotenzial durch effiziente Nutzung am höchsten ist. 

Folgende Fragen stehen daher aus energetischer Sicht im Vordergrund: Wird geduscht oder gebadet? Wie oft und wie lange wird geduscht? Duschen anstatt baden und kürzere Duschzeiten senken den Energieverbrauch. Aber auch die Gerätetechnik und die fachgerechte Installation können ihren Teil dazu beisteuern, die Energiekosten zu reduzieren.    

Leitungslängen 
und Verluste

Bei der dezentralen Trinkwassererwärmung erfolgt die Erwärmung des Wassers direkt am Verbrauchsort. Die Geräte werden genau da angebracht, wo sie benötigt werden, also an der Küchenspüle, am Waschtisch, an der Dusche oder der Wanne im Bad. Kurze Leitungswege durch die Vorort-Installation bei der dezentralen Trinkwassererwärmung sorgen dafür, dass Wärme- und auch Wasserverluste auf ein Minimum reduziert werden.

Durchlauferhitzer. Foto: WÄRME+/Clage

Moderne Durchlauferhitzer verfügen über komfortable Einstellmöglichkeiten. So lassen sich individuelle Wunschtemperaturen speichern oder spezielle Wellness-Duschprogramme genießen. Foto: WÄRME+/Clage

Die zentrale Trinkwassererwärmung wird in der Regel von der im Keller platzierten Heizung mit übernommen. Von der Heizung bzw. vom Wasserspeicher bis zu den Verbrauchsstellen sind es relativ lange Wege und es muss erst eine Menge Wasser ungenutzt abfließen, bis das warme Wasser zur Verfügung steht. 

Die zentrale Trinkwassererwärmung erfolgt größtenteils mit fossilen Energieträgern (Gas und Heizöl). Bei der dezentralen Trinkwassererwärmung ist der elektronische Durchlauferhitzer erste Wahl.

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Warmes Wasser 
direkt vor Ort bereiten

Das Wasser im elektronischen Durchlauferhitzer wird durch ein Blankdraht-Heizsystem erwärmt, die Heizwendeln werden direkt vom Wasser umströmt. Ein Mikroprozessor sorgt dafür, dass die gewählte Wassertemperatur gradgenau eingehalten wird. Die Heizleistung des Durchlauferhitzers bestimmt die zur Verfügung stehende Warmwassermenge. In der Praxis wird häufig der gesamte Warmwasserbedarf über ein Gerät abgedeckt. Die Geräte sind kompakt gebaut und quasi überall installierbar. Der Einbau eines Durchlauferhitzers sollte nur durch den Fachhandwerker erfolgen! 

In bestehenden Anlagen ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen der Austausch eines hydraulischen Durchlauferhitzers oder eines Klein-speichers gegen einen elektronischen Durchlauferhitzer. Die Energie- und Kostenersparnis ist deutlich. 

Hydraulisch versus 
elektronisch

Hydraulische Durchlauferhitzer schalten bei Überschreiten eines erforderlichen Wasserfließdrucks immer die volle Heizleistung ein. Bei Wasserdruckschwankungen kommt es damit zwangsläufig zu unangenehmen „Wechselduschen“.

Elektronischer Durchlauferhitzer. Foto: WÄRME+/AEG

Elektronisch geregelte Durchlauferhitzer sind mit moderner Mikroprozessor- und Sensor­technik ausgestattet. Sie regeln ständig die Heizleis­tung in Abhängigkeit von Sollwert, Durchflussmenge und Zulauftemperatur. Das ist komfortabel und energiesparend. Foto: WÄRME+/AEG

Komfortabler und effizienter arbeiten elektronische Durchlauferhitzer, die mit Mikroprozessor-Technologie ausgestattet sind und ständig die Heizleistung in Abhängigkeit von Sollwert, Durchflussmenge und Zulauftemperatur regeln. Ergebnis: Druckschwankungen im Wassernetz und wechselnde Einlauftemperaturen werden direkt ausgeglichen, die Auslauftemperatur bleibt gradgenau konstant. 

Kleindurchlauferhitzer auch als Ergänzung

Wenn es darum geht, Waschbecken – etwa im privaten Gäste-WC oder in Gastronomie- und Verwaltungsgebäuden – energiesparend und mit geringem Aufwand zu versorgen, dann sind elektronische Kleindurchlauferhitzer die erste Wahl. Die Geräte sind sehr kompakt, finden dadurch praktisch überall Platz und lassen sich unkompliziert anschließen. Kleindurchlauferhitzer eignen sich ebenfalls zur Ergänzung eines zentralen Systems bei weit entfernten Zapfstellen.

Kleindurchlauferhitzer. Foto: WÄRME+/Clage

Kleindurchlauferhitzer sind sehr kompakt und finden fast überall Platz. Sie eignen sich auch zur Ergänzung eines zentralen Systems bei weit entfernten Zapfstellen – etwa in der Garage. Foto: WÄRME+/Clage

Einbindung erneuerbarer Energien

Eine dezentrale Trinkwassererwärmung mit elektronischen Durchlauferhitzern erhöht in Verbindung mit 
Wärmepumpen die Systemeffizienz. Grund: Die Erzeugung von hohen Temperaturen für die Bereitstellung von Warmwasser kann die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe deutlich verringern. Wird gleichzeitig in eine dezentrale Warmwasserversorgung mit elektronischen Durchlauferhitzern investiert, amortisiert sich diese Ausstattung durch eine kleinere Dimensionierung und eine höhere Effizienz der Heizungswärmepumpe relativ schnell. 

Elektronische Durchlauferhitzer können auch gemeinsam mit einer Solaranlage eingesetzt werden. In diesem Verbund dient der elektronische Durchlauferhitzer zur Nacherwärmung des vorgewärmten Wassers auf die gewählte Wunschtemperatur an der Zapfstelle. 

Besondere 
Ausstattungsmerkmale

Die Geräte gibt es in vielen unterschiedlichen Ausstattungsstufen. Top-Geräte haben dabei folgende Ausstattungsmerkmale: Digitalanzeige für Temperatur, Durchflussmenge, Energieverbrauch, Uhrzeit, Kosteneinsparung u. ä. Speicherung von Wunschtemperaturen, ECO-Funktionen und einstellbare Wellness-Dusch-Programme. Sicherheitsfunktionen wie Temperaturwarnblinker, Verbrühschutz und Kindersicherung. Mit Funk-Fernbedienung ist ein unsichtbarer Einbau der Geräte möglich.

Durchlauferhitzer mit Fernbedienung. Foto:  WÄRME+/Clage

Bei Modellen mit Fernbedienung ist ein wesentlich flexiblerer Einbau möglich. So können sie unsichtbar in einem Badmöbel oder hinter einer Wandverkleidung installiert werden. Foto:  WÄRME+/Clage

Fazit: Elektronische Durchlauferhitzer sind komfortabel in der Nutzung und tragen zum effizienten Strom- und Wasserverbrauch im Haushalt bei. Bei den Geräten entfällt im Gegensatz zu hydraulischen Durchlauferhitzern die Beimischung von kaltem Wasser zur Erreichung der Wunschtemperatur. Dadurch verbessert sich die Effizienz deutlich und man erreicht Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent gegenüber hydraulischen Geräten. Moderne elektronische Durchlauferhitzer sind günstig in der Anschaffung und verursachen praktisch keine Wartungskosten. Die Geräte sind gradgenau einstellbar und halten die Temperatur auch unter ungünstigen Bedingungen konstant. Außerdem steht das Wasser durch die kurzen Leitungswege sofort zur Verfügung. Diverse Ausstattungsmerkmale und -funktionen sorgen beim Nutzer für zusätzlichen Komfortgewinn.

(aus der Zeitschrift Bauen & Renovieren 1/1-2017)

Quelle: Initiative WÄRME+

Weitere Informationen

Warmes Wasser läst sich dezentral auch mit Gasdurchlauf­erhitzern bereiten. Notwendig ist hier ein Gasanschluss und eine Abgasführung.  Eine weitere Alternative stellen Elektroboiler dar, die eine gewisse Wassermenge erhitzen und speichern. Sehr heißes Wasser liefern sogenannte Kochendwassergeräte bzw. Heißwasserautomaten.