Öfen und Kamine

"T-Neo eco2 Duo": Durch sein Konvektionsmodul bietet er über die reine Strahlungswärme hinaus zusätzliche Flexibilität bei der Wärmeabgabe. (Tonwerk)Seit der Jahrtausendwende hat die Nutzung des heimischen Brennstoffes Holz in deutschen Haushalten um etwa 60 bis 80 Prozent zugenommen. Das führt allerdings auch zu einer Erhöhung der Feinstaub-Emissionen. Denn Feuerungsanlagen mit veralteter Technik, aber auch neue, technisch minderwertige Öfen setzen in unnötigem Maße Feinstäube frei. Deshalb hat der Gesetzgeber seit März 2010 neue Anforderungen an Feuerstätten für feste Brennstoffe verordnet und diese Anlagen zudem einer Überprüfung unterworfen.

Zuerst die gute Nachricht: Sämtliche Kaminöfen, Kachelöfen, Heizkamine und Pellet-Öfen, die heute in Deutschland angeboten werden, erfüllen bereits die erste Stufe der „Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“ (1. BImSchV) und dürfen auch nach dem 1. Januar 2015 zeitlich unbeschränkt weiter in Betrieb bleiben.

Altgeräte hingegen halten möglicherweise die Emissionsgrenzwerte nicht mehr ein und müssen ab Ende 2014 mit einem Staubfilter nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden. Dafür gibt es unterschiedliche Fristen. Entscheidend hierfür ist das Datum der Typprüfung. Dieses steht auf dem Typenschild, das auf der Feuerstätte angebracht ist.

Für Geräte, deren Typprüfung vor 1975 stattgefunden hat und die den neuen Anforderungen nicht genügen, ist am 31. Dezember 2014 definitiv Schluss. In weiteren Schritten – in den Jahren 2017 und 2020 – enden die Fristen für jüngere Feuerungsanlagen; abschließend 2024 für all jene Feuerstätten, die vom 1. Januar 1995 bis zum 21. März 2010 in Betrieb gegangen sind.

Der "regent GR 15" von Gero ist die passende Ergänzung für eine Heizungsanlage und kann mit Solaranlagen, Pufferspeichern, Gasthermen kombiniert werden.Öfen auf Stand der Technik bringen
„Wenn eine Feuerstätte schon 30 Jahre oder länger läuft“, so Frank Kienle, Geschäftsführer
des HKI Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V., „sollte über eine Modernisierung ohnehin nachgedacht werden. Die Verbrennungstechnik hat in der Zwischenzeit enorme Fortschritte gemacht. Nicht nur die Emissionen, auch der Wirkungsgrad – und somit der Brennstoffverbrauch – haben sich seitdem deutlich verbessert. Der Austausch eines Altgerätes dient also nicht nur dem Klima und der Umwelt, sondern entlastet auch die Haushaltskasse.“

Eine frei zugängliche Online-Datenbank, die der HKI gemeinsam mit den Herstellern aufgebaut hat, gibt detailliert Auskunft darüber, welche Feuerstätte den Anforderungen genügt – und welche gegebenenfalls nicht. Ausgestattet mit einer Suchfunktion für jedes einzelne Modell steht die Datenbank den Kaminofen-Besitzern 
unter www.ratgeber-ofen.de kostenlos zur Verfügung.

Beim Kauf eines neuen Gerätes sollte man zudem auf die Herstellerbescheinigung achten, aus der klar hervorgehen muss, dass die sogenannte Typprüfung erfolgte und die Grenzwerte von maximal 75 Milligramm pro Kubikmeter für Staub und – je nach der Art der Feuerstätte – von 400 bis 3500 Milligramm pro Kubikmeter für Kohlenmonoxid (CO) eingehalten werden, wobei der niedrigste Grenzwert für Pellet-Öfen gilt. Ist dies der Fall, erfüllt das Gerät alle gesetzlichen Vorgaben.

Nur eine wichtige Hürde ist noch zu nehmen: Die neue Verordnung schreibt für jede derzeit in Betrieb befindliche Einzelraum-Feuerstätte bis Ende 2013 einen Nachweis gegenüber dem Schornsteinfeger vor, dass die aktuellen Emissionsgrenzwerte auch tatsächlich eingehalten werden. Mit der entsprechenden Herstellerbescheinigung oder dem Bestätigungsvermerk aus der Datenbank ist das dann reine Formsache.

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