Machen "Smart Homes" Sinn?

Moderne Hausautomationssysteme lassen sich jederzeit an die Wünsche und Bedürfnisse der Hausbewohner anpassen. Foto: WeberhausHausautomation bedeutet, dass bestimmte Abläufe im Haus selbstständig vonstatten gehen. Dazu werden Komponenten wie Heizung oder Licht entsprechend programmiert und miteinander vernetzt. Dies wiederum setzt voraus, dass sie mit einem Chip ausgestattet sind, sodass sie Befehle aussenden beziehungsweise empfangen können. Im Haus können entsprechende Schalter, der PC, der Tabletcomputer oder ein Wandbildschirm als Bedienoberfläche fungieren. Solch ein System kann aber genauso gut mit dem Smartphone als Fernbedienung und – via Internet – sogar aus der Ferne gesteuert werden.

So oder so: Hausautomation bedeutet ein Mehr an Komfort. Zumal es jetzt möglich ist, auch Multimediaanwendungen ins System zu integrieren. Die Suche nach der richtigen Fernbedienung hat sich somit erledigt. Die bislang parallel existierenden Bereiche Haustechnik, Computer und Unterhaltungselektronik sind verschmolzen – ein Grund, warum sich immer mehr Bauherren überhaupt für Hausautomation interessieren. TV, Kinofilme oder Musik werden zwar immer noch auf klassischem Weg per CD, DVD, Radio- und TV-Sender empfangen, doch werden Inhalte (sogenannter „Content“) immer mehr aus dem Internet empfangen („Streaming“).

Komfortgewinn durch smarte Technik
Egal also, ob man den neuesten Song seiner Lieblingsband hören, das Licht im Haus ausschalten oder die Rollläden herunterfahren will – all das lässt sich bequem per Smartphone oder Tabletcomputer bewerkstelligen. Das ist nicht nur Spielerei. Denn diese Technik versetzt auch ältere, kranke und hilfsbedürftige Menschen in die Lage, in ihrer vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben. Aber auch Gesunde und Junggebliebene sollten den Komfortgewinn durch smarte Technik nicht unterschätzen. Zwar haben viele Bedenken, dass die Bedienung einer Hausautomation kompliziert sein könnte.

Das Gegenteil trifft aber zu: Denn im Idealfall hat der Benutzer nach der Installation kaum noch etwas mit dem System zu schaffen. Und wenn doch, sorgen einfache Bedienoberflächen mit selbsterklärenden Symbolen für den nötigen Durchblick. Außerdem hat der Nutzer die Möglichkeit, via Internet auch von unterwegs im Haus nach dem Rechten schauen zu können.

Ein weiterer großer Vorteil der Hausautomation: Sie macht – im Zusammenspiel mit guter mechanischer Sicherung – ein Gebäude sicherer. Man kann auch auf Dienstreise oder im Urlaub kontrollieren, ob zu Hause alles in Ordnung ist. Oder man programmiert einen Beleuchtungsablauf, damit das Haus während des Urlaubs nicht unbewohnt wirkt. Dann gehen zum Beispiel bei Dämmerung Lampen an und die Jalousien werden heruntergefahren – jeden Abend zu einem anderen Zeitpunkt (Anwesenheitssimulation). Dass das Plus an Sicherheit durchaus vonnöten ist, zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik. Demnach ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2011 in Deutschland um nicht weniger als 9,3 Prozent gestiegen und erreichte mit 132 595 Fällen einen unrühmlichen Zehnjahresrekord.

Mit einer einheitlichen Bedienoberfläche, wie hier von "my gekko Slide" wird die gesamte Technik im Haus gesteuert.Effizienz der Haustechnik wird deutlich gesteigert
Interessant wird Hausautomation, wo es ums Energiesparen geht. Auch hier kann intelligente Gebäudetechnik viel bewirken. Bei der Heizung macht sich eine automatische Steuerung schnell bezahlt. Im Auftrag der RWE Effizienz GmbH entstand die Fraunhofer IBP-Studie „Rechnerischer Vergleich des Nutzwärmebedarfs einer Einzelraumregelung gegenüber einer Standardregelung am Beispiel eines Einfamilienhauses“.

Dabei wurde ein Einfamilienhaus mit 82 Qua­dratmetern Wohnfläche in einer Alt- und Neubausituation betrachtet. Zugrunde gelegt wurden  jeweils drei verschiedene Nutzungsprofile: ein Single-, ein Senioren- und ein Familienhaushalt. Auf Basis der Simulationsrechnungen ergaben sich hier Einsparpotenziale von bis zu 17/18 Prozent bei Familien, bis zu 22/20 Prozent bei Senioren und bis zu 40/35 Prozent bei Singles – jeweils bezogen auf Neubau- und Altbaustandard.

Haushaltsgeräte nutzen günstige Stromtarife
Ein weiterer Energiesparfaktor sind Haushaltsgeräte. Diese verbrauchen nicht nur wesentlich weniger Strom als noch vor ein paar Jahren, sie lassen sich – mit entsprechender elektronischer  Ausstattung – auch in die Haustechniksteuerung einbinden. So kann sichergestellt werden, dass die Spülmaschine immer nur dann läuft, wenn der Stromtarif günstig ist oder die Sonne scheint, was für die Besitzer von Photovoltaikanlagen interessant ist. Oder die Dunstabzugshaube passt ihre Leistung während des gesamten Kochvorgangs selbstständig immer wieder dem tatsächlichen Bedarf an.

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