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Schiefereindeckung für's Haus

12.06.2017

400 Millionen Jahre alt – und doch ein Baumaterial der Zukunft. Denn nach zahlreichen Umweltskandalen erkennen viele Bauherren, dass die Natur häufig der bessere Baumeister ist. Als Dacheindeckung und Fassadenbekleidung erlebt Schiefer eine Renaissance – vor allem bei der Asbest-Sanierung. In den nächsten Jahrzehnten benötigen mehr als 4,5 Millionen Einfamilienhäuser ein neues Dach.

Foto: Rathscheck

Das uralte Gestein zeigt sich hochmodern – und  immer mehr Immobilienbesitzer folgen dem Trend zur Natur auf dem Dach. Sie schwören auf die Vorzüge eines Urgesteins, das durch effektive Verarbeitungs- und moderne Verlegemethoden, lange Haltbarkeit und viele Designmöglichkeiten die Alternative zu künstlich hergestellten Produkten ist. 

Derzeit kommen pro Jahr rund 2,7 Millionen Quadratmeter Schiefer auf deutsche Dächer und Fassaden – ein Mehrfaches gegenüber den 1970er-Jahren, als preiswerte Asbest-Imitate den Naturstein immer mehr verdrängt hatten. Heute drehen nicht nur die neuen Besitzer und Erwerber von Bestandsimmobilien die Uhr gerne zurück.

Je rationeller ein Dach gedeckt werden kann und je weniger Steine pro Quadratmeter benötigt werden, umso günstiger ist ein Naturdach. Der günstigste Weg: die geschwungene  Bogenschnitt-Deckung. In sanften Rundungen ist sie die dekorative Krone für ein gemütliches Einfamilienhaus. Ab rund 55 Euro pro Quadratmeter fertig verlegt, ist die Deckung besonders für preisbewusste Bauherren attraktiv. Ihr im Aussehen sehr ähnlich ist die von Rathscheck Schiefer entwickelte Universal-Deckung: Das Multitalent liegt im gleichen Preissegment wie die Bogenschnitt-Deckung, ist aber ein Alleskönner. Das Format lässt sich universell von links, rechts und sogar auf dem Bogen stehend besonders rationell verarbeiten.

Farbe bringt nicht nur Abwechslung ins Leben, sondern auch auf Dach und Fassade. Das gilt auch für Schiefer. Wenn es bunt sein darf, stehen mit Farbschiefer verschiedene Rot- und Grüntöne zur Wahl. Auch diese Steine sind ein reines Naturprodukt, kommen aber nur in wenigen Regionen vor.

(aus der Zeitschrift Althaus modernisieren 6/7-2017)

Rechteck-Doppeldeckung: Ab etwa 75 Euro kommt der Quadratmeter fertig verlegt auf das Dach. Die moderne Deckart glänzt durch die Einheit von Form und Funktion und ist durch große, schnell zu verlegende Formate eine attraktive Variante schimmernder Schieferqualität. Foto: Rathscheck

Schuppen-Deckung: Diese Deckart ist für Freunde geschwungener Formen gedacht. Schmaler behauen als die Bogenschnitt-Deckung fügen sich die schuppenförmigen Schieferplatten zu einem belebten Dach zusammen. Preis: ab 75 Euro pro Quadratmeter. Foto: Rathscheck

Wilde Deckung: Sie entsteht aus der Kombination von besonders hochwertigem Schiefer und dem handwerlichen Geschick des Schieferdeckers. Die Steine werden Stück für Stück behauen erst auf dem Dach endgültig in Form gebracht. Quadratmeterpreis: ab 135 Euro. Foto: Rathscheck

Natur: Der bessere Baumeister

Foto: Rathscheck

Beim Ersatz von Asbestdächern gilt Schiefer als gute Alternative. Frank Rummel, Geschäftsleiter von Rathscheck, erklärt im Interview die Vorteile des Naturmaterials.

 

Schiefer eilt der Ruf edel, aber teuer voraus. Was ist da dran?

Edel stimmt, teuer nicht! Schiefer ist heute häufig kaum teurer als andere hochwertige Bedachungsmaterialien, hält dafür aber meist doppelt so lange – und ist Natur pur. Wir haben es seit Jahren landläufig mit zwei völlig verstaubten Vorurteilen zu tun. Erstens: Schiefer gibt es doch gar nicht mehr. Zweitens: Das ist doch nur was für Großverdiener. Beides ist falsch. Schiefer ist 400 Millionen Jahre alt, also aus der Devon-Zeit – und wir haben für die nächsten Jahrzehnte noch ausreichend Vorkommen. Vergleichen Bauherren Kosten und Langlebigkeit ist das Naturprodukt gegenüber künstlich hergestellten Baustoffen in vielen Fällen sogar günstiger.

 

Aber dennoch: Schiefer einzudecken zählt immer noch als hohe Kunst am Dach. Und Kunst ist normalerweise kostspielig?

Richtig ist: Schieferdecken will gelernt sein. Das kann nicht jeder Dachdecker. Gerade die traditionelle Altdeutsche Deckung und die Wilde Deckung verlangen sowohl Erfahrung als auch viel handwerkliches Können. In den vergangenen Jahren haben wir daher gezielt neue Deckarten entwickelt, die leichter und vor allem schneller zu verlegen sind. Denn bei einer normalen Schieferdeckung kommt es weniger auf den Materialpreis als auf den Aufwand am Dach an. Mit einer Universal- oder Bogenschnitt-Deckung kann die reine Dachfläche schon ab 55 Euro pro Quadratmeter eingedeckt werden. 

 

Ein Schieferdach verbinden viele Menschen nach wie vor mit historischen Gauben und Türmchen. Passt das noch in die moderne Architekturwelt mit ihren klaren und schlichten Formen?

Noch so ein Vorurteil! Schiefer ist heute in vielen verschiedenen Formaten lieferbar. Moderne Deckungsarten mit geometrisch klarem Erscheinungsbild werden inzwischen weltweit von führenden Architekten an minimalistisch-zeitlosen Gebäuden eingesetzt. Man kann es auch so sagen: Devon trifft hier Design und sorgt beispielsweise an Fassaden für ganz besondere architektonische Hingucker – auch in Verbindung mit einem Materialmix aus Holz, Beton oder Glas. Großformatige rechteckige Schieferfliesen geben Böden und Bädern im Innenausbau nicht nur eine besondere Note, sondern sind auch extrem robust. Leicht zu verlegende Schieferriemchen verleihen Außenmauern und Innenwänden eine besondere Haptik. Hier hat sich in den vergangenen zehn Jahren enorm viel verändert.

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