renovieren.de Renovieren, Modernisieren, Sanieren
Newsletter

Schieferdach mit Passivhausstandard

04.11.2014

Das neue Dach der denkmalgeschützten Villa erreicht Passivhausstandard.

Der schöne Schein des Schiefers

Es heißt, diese Villa wurde einst von einem wohlhabenden Braunschweiger Kaufmann für seine Geliebte errichtet. Ihre Lage am westlichen Umflutgraben des Flusses Oker innerhalb des attraktiven Wallrings, der nach Schleifung der barocken Befestigung ab 1801 als qualitätsvolle Abfolge von Parks, Plätzen und Promenaden durch den Kammer- und Klosterrat Peter Joseph Krahe gestaltet worden ist, ist einmalig reizvoll. Heute steht die Villa in zentraler grüner Stadtlage unter Denkmalschutz.

Architekt R. Zinkeisen errichtete diese Villa im klassizistischen Stil. Gewohnt wurde ursprünglich nur auf einem Geschoss, auf der Beletage. Sie bietet eine lichte Raumhöhe von 3,7 Metern. Das farblich 
abgesetzte Souterrain entwickelt sich auf dem terrassierten Grundstück zum Oker hin als vollwertiges Geschoss mit Ausgang zum Fluss.

Auf dem Satteldach mit Kniestock und Südgiebel ist auf der Nordhälfte des Daches quer ein Zwerghaus aufgesetzt. Es besitzt eine dreiteilige klassizistische Fensterrahmung mit jeweils zwei Fenstern pro Geschoss und eine Figurennische zwischen den oberstenFenstern. Das prächtige Drempelgesims ist mit Pflanzen-Ornamenten verziert. Spiralbänder schmücken auch Giebel und Traufe des Hauptdaches. Der überdachte Eingang liegt im Norden. Am Südgiebel besaß die Villa einst eine offene Säulenhalle mit Satteldach. Im Zuge des vollständigen Ausbaus des Dachgeschosses wurde die Säulenhalle mit großen Fensterelementen geschlossen und erhielt 1958 einen Balkonaufsatz mit Türöffnung zum Dachgeschoss.

Bei der Grundsanierung der Villa im Frühjahr 2014 wurde die alte Deckung abgenommen, die Dach- und Konterlatten wieder zurückgebaut, das nagelbare Aufsparrendämmsystem „ThermoSklent D“ von Rathscheck montiert und das gesamte Dach nach altem Vorbild wieder mit Schiefer eingedeckt.

Dachsanierungen mit Aufsparrendämmungen litten bisher am aufwendigen und hohen Schichtaufbau. Mit der Einführung der nagel- und schraubbaren Aufsparrendämmung „ThermoSklent D“ veränderte sich diese Situation maßgebend. Im Fall der Braunschweiger Villa reduziert sich der Höhenunterschied zwischen der alten ungedämmten Betonsteindeckung und der neuen hochwertig gedämmten Schieferdeckung auf rund vier Zentimeter.

Zudem wird ein Schieferdach mit einer geradlinigen Ortganglösung ausgeführt, wodurch es schlank und filigran wirkt. Im Fall der Braunschweiger Villa ist das insgesamt 14 Zentimeter dicke Aufsparrendämmelement mit einer ebenfalls 14 Zentimeter dicken Zwischensparren- beziehungsweise Dachbodendämmung kombiniert. Beide Dämmlagen zusammengenommen erreichen einen hervorragenden U-Wert von 0,11 W/m²K und damit Passivhausstandard.

Damit ist die Dachgestaltung der Villa ein besonders elegantes Beispiel dafür, wie hochwertiger Wärmeschutz mit einer ästhetisch ansprechenden Schiefereindeckung komplett denkmalgerecht gestaltet wird. Die gemauerten und reich geschmückten Ziegelwände sind im Untergeschoss zwischen 60 und 80 Zentimeter dick, in der Beletage 36,5 Zentimeter. Darin befinden sich hochwertige Fenster, sodass im Zuge der Dacharbeiten die Wände nur gestrichen wurden. 

Nähere Informationen:

Dach- und Fassadensanierung einer Villa in Braunschweig

Schiefer und Dämmung: InterSIN 60 x 30 cm als Rechteck-Doppeldeckung auf
12 + 2 cm „ThermoSklent D“

Hersteller:
Rathscheck Schiefer
St.-Barbara-Straße 3
56727 Mayen-Katzenberg Telefon 02651/955-0
www.rathscheck.de

Bauherr:
Dipl.-Ing. Reinhard Staats,
Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger
Ferdinandstraße 4
38118 Braunschweig

Dachdeckermeister:
Walter Fricke
An der Lahwiese 19
38110 Braunschweig
Telefon 05307/204884

Weitere Bilder:

Der Dachdecker fixiert das Aufsparrenelement.
Die Dämmung bildet eine nahezu homogene Fläche über den Sparren.
Am Dachfirst wird die Fuge zwischen den Dämmelementen ausgeschäumt.
Die Schieferplatten werden befestigt.
Bereich: 



anzeigen