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Heizungsanlage optimieren

13.05.2013

Der Schornsteinfeger kontrolliert zwar regelmäßig jährlich oder alle zwei Jahre die Heizung. Allerdings prüft er vor allem, ob die Anlage die Emissionsgrenzwerte einhält. Rückschlüsse auf die Effizienz der Anlage sind nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Dies gilt auch für die Wartung des Heizkessels durch den Fachhandwerker, die lediglich eine konstant hohe Energieausnutzung und zuverlässige Funktion der Anlage sicherstellt. Doch das Einsparpotenzial des Gesamtsystems lässt sich mit dieser – zweifelsohne sinnvollen und wichtigen – Maßnahme nicht erschließen.

Schwachstellen per Heizungs-Check analysieren
Für Abhilfe sorgt eine standardisierte und systematische Vorgehensweise: der sogenannte Heizungs-Check nach DIN EN 15378. Mit diesem Verfahren kann ein entsprechend geschulter Heizungsfachhandwerker schnell, einfach und kostengünstig die im Heizsystem schlummernden Einsparpotenziale aufdecken. Aus diesem Grund überprüft der Fachmann die Effizienz-Schwachstellen in der gesamten Anlage: also von der Wärmeerzeugung (Heizkessel, Speicher), über die Wärmeverteilung (Rohre, Pumpe) bis hin zur Wärmeübergabe (Heizkörper, Regelventile).

Denn sehr oft sind es technisch veraltete, überdimensionierte Heizkessel, schlecht eingestellte Brenner, zu große Heizungspumpen und veraltete Thermostatventile an Heizkörpern, die für die unnötig hohen Heizkosten und für manche Störgeräusche verantwortlich sind. Nach der Auswertung erläutert der Experte dann den Hausbesitzern die jeweils sinnvollen Modernisierungs- und Optimierungsmaßnahmen. Der Zeitaufwand für so einen Heizungs-Check dürfte im Einfamilienhaus bei bis zu zwei Stunden, inklusive Beratungsgespräch, liegen. Welche Kosten dabei entstehen sollte man beim Fachhandwerker individuell erfragen. Tipp: Man kann auch den Wartungstermin der Heizungsanlage mit einem Heizungs-Check verbinden.

Stromfresser im Heizungskeller eliminierenDas nachträgliche Dämmen von freiliegenden Heizungsrohren und-armaturen in unbeheizten Räumen amortisiert sich rasch. www.intelligent-heizen.info
Oft sehr einfach und ohne großen Aufwand lassen sich freiliegende Heizrohre und Armaturen nachträglich dämmen. Auch alte oder zu dünne Dämmschichten sollte man erneuern. Eine weitere Schwachstelle sind alte Heizungspumpen: Ein einzelner Oldie belastet die jährliche Stromrechnung laut Stiftung Warentest mit etwa 100 bis 150 Euro, je nach Größe des Heizungssystems. In 20 Jahren kommen so stattliche 2000 bis 3000 Euro zusammen. Diese Ausgaben summieren sich natürlich, wenn mehrere Pumpen eingebaut sind.

Ganz anders sieht die Bilanz moderner Sparpumpen aus. Die genügsamen Dauerläufer verursachen mit etwa 9 bis 30 Euro pro Jahr nur einen Bruchteil der Stromkosten ihrer Vorgänger; hochgerechnet auf 20 Jahre kommen so lediglich noch 180 bis 600 Euro zusammen. Das bedeutet, dass sich in den meisten Fällen ein Pumpenaustausch schon nach drei bis fünf Jahren amortisiert hat, wenn man die erzielte Stromeinsparung mit dem Kos-tenaufwand für Material und Installation (zirka 350 bis 550 Euro im Einfamilienhaus) verrechnet.

Meist amortisiert es sich schon nach drei bis fünf Jahren, wenn man die alte Konstant-Heizungsumwälzpumpe gegen ein modernes, elektronisch geregeltes Modell austauscht.Doch warum sind die elektronisch geregelten Effizienzpumpen so genügsam? Zum einen haben sie eine relativ geringe elektrische Leistungsaufnahme. Die effizientesten Modelle kommen mit 3 bis maximal 45 Watt aus – je nach Betriebszustand. Denn Sparpumpen passen ihre Leistung entsprechend dem schwankenden Wärmebedarf im Heizsystem an und arbeiten deshalb auch leiser. Alte Pumpen dagegen arbeiten durchgängig mit konstanter Leistung. Doch nicht immer ist ein Austausch der Pumpen notwendig, um Einsparungen zu erreichen.

Die etwas jüngeren Pumpenmodelle verfügen manchmal über einen Drehschalter für drei oder  vier Leistungsstufen am Gehäuse. Fließgeräusche in den Heizungsrohren können auf eine zu hohe Einstellung hindeuten. Um Strom zu sparen, kann man versuchen, eine niedrigere beziehungsweise mittlere Stufe einzustellen. Allerdings muss man beobachten, ob die Leistung anschließend noch ausreicht, damit die Heizkörper warm werden. Dennoch sollte man auch bei älteren, mehrstufigen Pumpen prüfen, ob ein Austausch nicht vielleicht doch wirtschaftlicher wäre.

Die optimale Wassermenge für jede Heizfläche
Mit dem Austausch oder der Optimierung einzelner Komponenten ist es nicht getan. Die optimale Einsparung ergibt sich nur dann, wenn alle Bausteine des Heizsystems (bedarfsgerecht) aufeinander abgestimmt sind. Gibt es bei Ihnen Räume, in denen die Heizkörper nur lauwarm oder zu heiß werden? Dann könnte es sein, dass die Heizwasserströme nicht richtig fließen. Daraus resultieren nicht nur Komfortmängel, sondern auch höhere Energiekosten. Die richtige Einstellung des Heizsystems durch den sogenannten hydraulischen Abgleich löst meist das Problem.

Dabei werden die Heizwasserströme so einreguliert, dass jeder Heizkörper (oder Fußbodenheizungsabschnitt) von der richtig dosierten Heizwassermenge durchströmt wird. Dazu ermittelt der Heizungsfachmann zunächst die Heizlast (Heizwärmebedarf) für jeden Raum. Außerdem bestimmt er die Heizflächenleistungen und die Rohrleitungslängen. Aus diesen Größen lassen sich die Einstellwerte für die Thermostatventile an jedem Heizkörper berechnen.




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