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Heizen mit Holz

22.08.2012

Säge- und Hobelspäne aus der holzverarbeitenden Industrie sind keine Abfälle, sondern Ausgangsstoff für Holz-Pellets. Foto: DepiDie Energiewende in der Bundesrepublik ist nicht nur auf die Stromerzeugung fixiert. Seit Jahren geht es auch beim Heizen weg von fossilen Energien, denn ein rücksichtsvoller Umgang mit unseren Ressourcen ist alternativlos.

Der Brennstoff Holz genießt hierbei den großen Vorteil der CO2-Neutralität. Und da lange (energie-intensive) Lieferwege beim Brennstofftransport gewöhnlich entfallen, können bis zu 80 Prozent an Primärenergie beim Heizen mit Holz eingespart werden. Weiterer Pluspunkt: günstige und kalkulierbare Preise durch die Unabhängigkeit von Rohstoffimporten.

Heizen mit Holzpellets
Diese kleinen Presslinge aus naturbelassenem Holz weisen einen Heizwert von 4,9 Kilowatt pro Kilogramm auf, was etwa dem von einem halben Liter Heizöl entspricht. 
Sie stammen in erster Linie aus Säge- und Hobelspänen der holzverarbeitenden Industrie. Der Energieaufwand bei der Herstellung von Pellets ist verglichen mit fossilen Energieträgern sehr niedrig und beträgt nur 2,7 Prozent der Endenergie. Die Pellets sind genormt und müssen der EU-Norm EN 14961-2 genügen. Diese Norm setzt mit dem Qualitätssiegel „ENplus” zwei relevante Qualitätsklassen für den privaten Verbraucher um: A1 (Spitzenqualität mit strengen Werten und geringem Aschegehalt ) sowie A2 (höherer Aschegehalt).

Pellets benötigen aufgrund ihrer hohen Energiedichte ein geringeres Lagervolumen als Scheitholz oder Hackschnitzel. Sie sind schütt- und rieselfähig, können als lose Ware so bequem wie Heizöl mit dem Tankwagen geliefert, in den Lagerraum eingeblasen und durch ein automatisiertes Heizsystem verbrannt werden. In Bezug auf die Feinstaub-Diskussion erweisen sich Pelletsfeuerungen als unbedenklich, umweltfreundlich und zukunftsorientiert: Bereits heute unterschreiten alle marktgängigen Pelletsanlagen die Grenzwerte an Feinstaubemission, die die Bundesregierung für 2015 avisiert, Nachrüstungen von Partikelfiltern sind daher nicht nötig.

Eine Pellets-Heizunganlage ist umweltfreundlich, leicht zu bedienen und passt in jeden Heizungskeller. Foto: ÖkofenPelletheizanlagen arbeiten wie jede andere Heizung vollautomatisch, denn die Zündung der Pellets erfolgt elektrisch. Eine Kombination des Pelletkessels mit einem Wärmespeicher ist sinnvoll und kann durch eine thermische Solaranlage zur Trinkwassererwärmung erweitert werden. Damit wird die Heizung  zur besonders umweltfreundlichen Anlage, weil fast ausschließlich regenerative Energien eingesetzt werden. Eine interessante Alternative bieten mittlerweile Kombikessel, die für Scheitholz-Beschickung ausgelegt sind, in denen aber ebenso Pellets oder Hackschnitzel verbrannt werden können.

Die Lagerung loser Pellets erfolgt in speziellen Räumen oder auch großen Lagersäcken. Über ein Fördersystem werden die Pellets bedarfsgerecht zur Verfeuerung in den Brenner geführt. Dabei eignen sich Saugfördersysteme beispielsweise zum Befüllen des Kesselvorratsbehälters überall dort, wo der Lagerraum der Pellets nicht unmittelbar an den Aufstellungsraum angrenzt.

Die im Pelletskessel erzeugte Wärme ist pro Kilowattstunde um rund 30 Prozent preiswerter als bei der Verfeuerung von fossilen Energien. Der starke Ausbau der Pelletproduktionskapazitäten in den letzten Jahren bietet auch in den nächsten Jahren die Voraussetzung für stabile Pelletpreise.

Scheitholzheizung
Im Bereich Anlagen-Technik braucht sich auch eine moderne Scheitholz-Zentralheizung nicht zu verstecken: Die moderne Verbrennungstechnik sorgt für niedrige Emissionen und hohe Wirkungsgrade. Auch die Vorstellung vom mühsamen Holznachlegen im Stundentakt ist längst überholt. Die Füllintervalle moderner Scheitholzkessel sind so groß, dass diese in einer Kälteperiode nur alle acht bis zwölf Stunden mit Holz aufgefüllt werden müssen. In den Übergangszeiten reicht es in der Regel aus, nur alle zwei bis drei Tage Brennstoff nachzulegen.

Holzvergaser
Optimale Nutzungsgrade werden mit einem modernen Holzvergaserkessel erreicht, der auch den Anforderungen der ersten Bundesimmissionsschutzverordnung gerecht wird. Diese Heizkessel sind in Trocknungs-, Vergasungs- und Ausbrandzone unterteilt. Damit wird optimale Verbrennung gewährleistet.

Über Wärmetauschflächen gibt das heiße Rauchgas schließlich seine Wärme an das Heizungswasser ab. Um eine Drosslung der Verbrennung zu vermeiden, die zu einer ineffizienten und emissionsreichen Verbrennung führen könnte, wird ein Pufferspeicher eingesetzt. Dieser dient als Zwischenspeicher für überschüssige Wärme.

Für den Ankauf von Scheitholz kann man sich über die lokalen Bezugsmöglichkeiten informieren. Viele forstwirtschaftliche Betriebe bieten sogar eine Anlieferung bis vor die eigene Haustüre an. Durch die individuelle Scheitholzbereitstellung (Eigenherstellung oder Ankauf) aus unterschiedlichen regionalen Waldbeständen und Holzvorkommen, gestaltet es sich schwierig, eine genaue Preisprognose aufzustellen. Hier ist es angebracht, Rücksprache mit den Anbietern (Forstwirt, Landwirt) zu halten.

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